+
Blick ins Nordend: Auch hier hat sich die Deutsche Wohnen eingekauft.

Wohnen

Deutsche Wohnen kauft ein - Stadt Frankfurt stoppt Umwandlung

  • schließen
  • Georg Leppert
    Georg Leppert
    schließen

Die  umstrittene Deutsche Wohnen soll in Frankfurt bereits 22 Häuser gekauft haben. Die Stadt wird aktiv.

Es sind beunruhigende Nachrichten, die am Donnerstagabend die Stadtverordnetenversammlung erreichen. Die umstrittene Gesellschaft Deutsche Wohnen hat in größerem Umfang in Frankfurt Häuser aufgekauft. Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) spricht von insgesamt 22 Gebäuden in der Stadt.

Und er schildert, wie er gemeinsam mit Baudezernent Jan Schneider (CDU) den Widerstand der Stadt dagegen organisiert. Bei fünf Liegenschaften im Bereich von Milieuschutzsatzungen habe man mit der Wohnungsgesellschaft ausgehandelt, dass sie Abwendungserklärungen unterschreibe. Das bedeutet: Zehn Jahre lang dürfen die Mietwohnungen in diesen Häusern nicht in Eigentum umgewandelt werden.

Außerdem habe man vereinbart, dass bei Modernisierungen im Bestand die neue Miete 30 Prozent des Nettoeinkommens der Haushalte nicht übersteigen dürfe.

Diese Vereinbarung habe man auch für die 17 Liegenschaften getroffen, die außerhalb des Geltungsbereiches von Milieuschutzsatzungen lägen. Dort besitzt die Kommune eigentlich keine juristische Handhabe. „Das ist ein Riesenerfolg für die Stadt“, sagt der Sozialdemokrat.

Josef verteidigt Schneider

Josef lobt Baudezernent Jan Schneider (CDU). „Die Kritik war nicht immer gerecht.“ Und fügt hinzu: „Der Kollege hat 20 Mal so viel gemacht wie in den 20 Jahren zuvor beim Aufkauf von Häusern durch die Stadt passiert war – nämlich null!“ Schneider berichtet, dass innerhalb von drei Jahren die Stadt drei Mal das Vorkaufsrecht für Häuser ausgeübt habe, um die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu verhindern.

Josef und Schneider zeigen sich demonstrativ einig. Den Linken ist das zu wenig. „Finanzinvestoren kaufen Tausende von Wohnungen, um Betongold zu schaffen – das ist eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit“, sagt der Stadtverordnete Michael Müller. Der Aktienkurs der Deutschen Wohnen habe um 170 Prozent zugelegt: „Das muss gestoppt werden!“ Deshalb sei eine Sozialisierung der Gesellschaft richtig.

Einen großen Lacherfolg erzielt Planungsdezernent Josef auch. Auf die Frage des BFF-Stadtverordneten Mathias Mund, ob sich die Römer-Koalition von der Vorlage eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes verabschiedet habe, antwortet er mit einem schlichten „Nein“. Und sagt: „Die Koalition arbeitet wie ein guter Blockbuster – es gibt immer neue Wendungen.“

Unterdessen haben die Stadtverordneten im Haupt- und Finanzausschuss beschlossen, dass der Verkauf des Grundstücks an der Saonestraße nicht rückabgewickelt wird. Der Investor des Areals im Lyoner Quartier (ehemals Bürostadt Niederrad) wird jedoch verpflichtet, 30 Prozent der geplanten Wohnungen für Studierende zu reservieren. Dabei darf die Kaltmiete 300 Euro pro Monat nicht überschreiten.

Lesen Sie auch:

Baukindergeld: So funktioniert es

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare