Corona-Krise in Frankfurt: Wenn die Miete steigt und die Wohnung unbezahlbar wird
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Corona-Krise in Frankfurt: Wenn die Miete steigt und die Wohnung unbezahlbar wird

Protest

Frankfurt: Aktionstag gegen hohe Miete - Wenn die Wohnung unbezahlbar wird

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Mit einer Fahrrad-Demo und Kundgebungen demonstrieren Teilnehmer am Samstag in Frankfurt gegen Luxus-Wohnungen, Leerstand - und für ein Zentrum für Projekt Shelter.

Zu einer Fahrraddemonstration mit mehreren Kundgebungen rufen unter anderem die Initiativen „Stadt für alle“, Mietentscheid Frankfurt, Project Shelter und „Fridays for Future“ auf. Die Aktionen sollen am Samstag von 13 bis 16 Uhr dauern.

Corona-Krise in Frankfurt: Wenn die Wohnung zu teuer wird

Sie beginnen um 13 Uhr vor dem Wohnhochhaus Praedium an der Europa-Allee 101–103. Im „Luxuswohnhochhaus“ der Nassauischen Heimstätte stehe die Hälfte der Eigentumswohnungen leer, kritisierte Lisa Hahn vom Mietentscheid Frankfurt. Die Eigentümer spekulierten auf eine Gewinnmaximierung beim Weiterverkauf. Das sei ein krasser Gegensatz zu den Sorgen von Mieterinnen und Mietern, die während der Corona-Krise wegen Einkommenseinbußen oder Jobverlust ihre Miete nicht mehr zahlen könnten.

Frankfurt: Von der Luxus- zur Sozial-Wohnung

Vor der Zentrale des städtischen Wohnungsbauunternehmens ABG Holding in der Niddastraße 107 nehmen die Teilnehmer ab 13.45 Uhr die städtische Wohnungspolitik in die Mangel. „Die ABG könnte zum Beispiel die Mieten in den 50 000 Wohnungen im Bestand senken oder Wohnungen nach dem Auszug als sozial geförderte Wohnungen vergeben“, sagte Hahn. „Von alleine wird nichts passieren, man muss das in Reibung und im Widerstand mit der herrschenden Stadtpolitik durchsetzen“, sagte Felix Wiegand von „Stadt für alle“. Er unterstützt unter anderem die Forderung von Project Shelter nach einem selbstverwalteten Zentrum. Dafür demonstrieren die Teilnehmer um 14.30 Uhr am Paradieshof in der Paradiesgasse. Osman und Soheil, zwei Aktivisten von Projekt Shelter, wiesen darauf hin, dass am kommenden Montag im Planungsausschuss ein Antrag der Linken im Römer verhandelt werde, der vorsehe, die Immobilie für ein selbstverwaltetes Zentrum zur Verfügung zu stellen.

Luxus-Wohnung statt Natur in Frankfurt

Gegen eine Planungspolitik, die Luxusquartiere wie „Marie“ zulässt, protestieren die Teilnehmer ab 15.30 Uhr an der Ecke Richard-Wagner-/Weberstraße. Mira Lauth von der neuen Initiative „Grüne Lunge bleibt – Instone stoppen“ sieht im Bauprojekt „Marie“ von Instone eine Blaupause dafür, was an der „grünen Lunge“ am Günthersburgpark geschehen soll. „16 Hektar Wiesen und Gärten sollen weggebaggert werden für Luxuswohnungen.“ Mit einer Kundgebung am Abenteuerspielplatz am Günthersburgpark, Wetterauer Straße 41, endet die Fahrraddemo um 16 Uhr.

Die Demo am Internationalen Weltflüchtlingstag findet zeitgleich mit dem bundesweiten Aktionstag „Shut down Mietenwahnsinn“ am Samstag statt.

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