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An der Ecke Weserstraße/Mainzer Landstraße entsteht ein neuer Wohnblock.

Stadtentwicklung

Eine Allee der Baustellen

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An der Mainzer Landstraße wird überall abgerissen und revitalisiert. Am ehemaligen Postgebäude nagt der Abrissbagger. Es wird durch ein Gebäude-Ensemble mit voll möblierten Einzimmer-Apartments für Studenten und Pendler ersetzt.

Auf der Mainzer Landstraße Nummer 235, zwischen der Tram-Haltestelle Speyerer Straße und der Galluswarte, klafft seit einigen Tagen eine große Lücke in der Häuserreihe. Bis zuletzt war die Hausnummer an dem abgerissenen Gebäude zu erkennen. Über dem Eingang prangte noch das bronzefarbene Schild „Deutsche Bundespost. Telegramm- und Eilzustellung“. Nachdem die Abrissbagger die Grundmauern eingerissen hatten, deren Reste ein wenig an einen malträtieren Zahn erinnerten und den Blick von außen auf innere Überbleibsel des ehemaligen Post-Gebäudes frei gaben, wurde auch das stehengebliebene Mauerwerk nach und nach entfernt. „Hier wird ein Gebäude-Ensemble mit 103 Micro- und 166 Einzimmer-Apartments für Studenten entstehen“, berichtet Götz Hufenbach, Geschäftsführer der Grundstückseigentümer Benchmark Real Estate.

Das Haus für die voll möblierten Studentenwohnungen soll an der Mainzer Landstraße stehen, das zweite, mit ebenfalls möblierten Wohnungen, die für Wochenendpendler gedacht sind, dahinter, mit Zugang von der Parallelstraße. Der Bauantrag für die sechs- und siebengeschossigen Gebäude mit Tiefgarage und Dachterrassen sei gestellt, so Hufenbach. Ende dieses Jahres soll der Bau starten und bis Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Eine Restaurierung des alten Gebäudes hätte sich offenbar nicht gelohnt. „Die sehr wirtschaftlich errichtete Gebäudesubstanz aus den späten 1950er Jahren war zu alt, um sie zu erhalten“, so Hufenbach.

Nur einige Häuser entfernt, stadteinwärts auf der gegenüberliegenden Straßenseite, signalisieren Sperrholzplatten und geparktes Baugerät vor dem „Atrium Plaza“ Veränderung. Durch die offenen Türen hört man Hammer- und Bohrgeräusche. Auf einem Schild ist zu lesen, dass das 2003 gebaute Gebäude einer „Revitalisierung“ unterzogen wird. Von den Besitzern der Deka-Bank heißt es, das Bürohaus werde von einem „Single- zu einem Multi-Tenant-Büroobjekt“ umgebaut. Künftig sollen also nicht mehr nur eine, sondern mehrere Firmen hinter der verglasten Fassade Platz finden. Dazu müsse die Haustechnik umgerüstet werden. Außerdem erhalte der Eingangsbereich einen „Sicht- bzw. Lichttunnel“, die Lobby werde durch ein Café erweitert. Im Mai des kommenden Jahres soll der Umbau abgeschlossen sein.

Auch gegenüber des Atrium Plazas wird revitalisiert. Dort steht ein 1906 gebautes Haus aus der Gründerzeit. Seit einem Jahr wird dort gearbeitet. „Bei der Revitalisierung wurde alles, bis auf den Rohbau, rausgenommen“, berichtet Andreas Lawall, Projektleiter des Architekturbüros Bieker, das den Umbau betreut. Der Brandschutz in dem denkmalgeschützten Gebäude sei erneuert worden. Dazu erhielt es neue Decken, Boden- und Wandbeläge sowie einen Aufzug. Ende September sollen die neuen Mieter, ein Möbelhaus, einziehen. Auf einer Verkaufsfläche von 4000 Quadratmetern werden in dem renovierten Bau dann italienische Designer-Möbel angeboten.

In dem Eckhaus an der Speyerer Straße, gegenüber des Gründerzeit-Hauses, werden demnächst wieder Lebensmittel verkauft. Nachdem der Penny-Markt dort geschlossen wurde und einige Häuser weiter gezogen ist, wird ein Supermarkt mit internationalen Lebensmitteln einziehen. Die Schaufenster sind schon mit dem Firmenlogo beklebt. Im Innern wird noch gewerkelt, aber es werden schon Verkäufer gesucht. Das verraten Handzettel, die an den Scheiben hängen.

Nahe der Taunusanlage wird ebenfalls gehämmert und gebohrt, gleich auf beiden Straßenseiten. An der Mainzer Landstraße 36 wird das Bürohaus Vista mit sieben Etagen hochgezogen. Ende des nächsten Jahres soll es fertiggestellt sein. Auf einer Fläche von 7700 Quadratmetern sollen bis zu 400 Arbeitsplätze entstehen, darunter, Einzel-, Kombi- und Großraumbüros mit Fenstern bis zum Boden.

Schräg gegenüber, Mainzer Landstraße 11 bis 17, Ecke Weserstraße, lässt das Immobilienunternehmen Tishman Speyer ein achtgeschossiges Bürohaus bauen. Rund 44 Meter soll es in die Höhe ragen, auf einer Länge von 70 Metern. Aktuell wird am dritten Stockwerk gearbeitet. Hinter dem Rohbau steht ein zweites Gebäude, das die Mieter der Deutschen Bank mit dem Neubau zusammen nutzen wollen. Nach Fertigstellung des Baus in gut einem Jahr soll dort ab 2017 unter dem Namen „Deutsche Bank Campus“ Platz für 2000 Mitarbeiter der Handelssparte sein.

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