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Hier soll einmal das Baugebiet Bonames-Ost entstehen - Frankfurts erster autoarmer Stadtteil. (Archivbild)

Prüf-Auftrag an den Magistrat

Bonames-Ost soll Frankfurts erster autoarmer Stadtteil werden

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Prüfauftrag der Römer-Koalition: das neue Wohngebiet Bonames-Ost soll Frankfurts erster autoarmer Stadtteil werden.

Das neue Wohngebiet Bonames-Ost, mit dessen Bau bald begonnen wird, soll Frankfurts erster autoarmer Stadtteil werden. Einen entsprechenden Prüfauftrag an den Magistrat beschloss die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen am Dienstagabend. Sie folgte einem Antrag der Fraktion der Frankfurter.

Bürgermeister Uwe Becker (CDU) versprach umgehend: „Der Magistrat wird sich mit dem Arbeitsauftrag auseinandersetzen.“ Becker nannte als Vorbild für Bonames-Ost den Ben-Gurion-Ring, der schon „seit Jahrzehnten ein autofreies Wohngebiet“ sei.

Die Frankfurter erläutern in ihrem Antrag, warum Autos in Bonames-Ost nicht gebraucht würden. Das Baugebiet verfüge über eine gute Infrastruktur: U-Bahnhof, Bushaltestelle, aber auch Supermärkte, zwei Bäcker, zwei Cafés, mehrere Gaststätten, eine Apotheke und einen Allgemeinmediziner.

In anderen Städten existierten längst autoarme Wohngebiete. Es sei unerklärlich, warum gerade Frankfurt mit seinen Umweltproblemen nicht den Mut für eine solche Planung aufbringe.

Weiterer Prüfauftrag: Kombiticket für RMV und Frankfurter Zoo

Die Römer-Koalition brachte einen zweiten wichtigen Prüfungsauftrag auf den Weg. Der Magistrat wird beauftragt zu prüfen und zu berichten, wie in Kooperation mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ein Kombiticket für den Frankfurter Zoo eingeführt werden kann.

Diese Fahrkarte soll es den Menschen ermöglichen, den Weg zum Zoo und zurück ohne zusätzliche Kosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Der Eintritt ist inbegriffen. Im Zoo steht derzeit eine Umstellung im Ticketing an: In naher Zukunft sollen Tickets online erworben werden können.

Auch ein dritter Prüfauftrag der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen betrifft den öffentlichen Personennahverkehr. Die U-Bahn-Linie 4 soll bis zum Atzelberg verlängert werden.

In diesem Fall ging der ursprüngliche Antrag von der Fraktion der Linken aus. Deren Stadtverordneter Michael Müller zeigte sich „erfreut über diese Initiative mit Vorbildcharakter“. Eine Verlängerung der U-Bahn werde für die Menschen rund um den Atzelberg und darüber hinaus „eine deutliche Steigerung der Lebensqualität“ mit sich bringen.

Frankfurt: Außerordentlich gute Ertragslage bei der Gewerbesteuer

Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) berichtete den Stadtverordneten zur Finanzlage. Nach seinen Worten setzt sich die außerordentlich gute Ertragslage bei der Gewerbesteuer, der wichtigsten Einnahmequelle der Stadt, fort.

Zum Stichtag 20. Mai waren bereits 990 Millionen Euro an Gewerbesteuer in der Stadtkasse eingegangen. Das waren 148 Millionen Euro mehr als von den Fachleuten der Stadtkämmerei veranschlagt. Die Kommune könne jetzt „zukunftsgerichtet nach vorne planen“, sagte Bürgermeister Becker erfreut.

Aus der neuen städtischen Tourismusabgabe werden in diesem Jahr Einnahmen von 4,8 Millionen Euro für Frankfurt erwartet. Ein von der Stadt eingerichteter Beirat berät zurzeit darüber, wie das Geld verwendet werden soll.

Nach Informationen der FR kommt alleine eine Million Euro dem städtischen Kulturhaushalt zugute.

Die Linken wollten vom Magistrat weitere Einzelheiten wissen, weil sie dem Beirat nicht angehören. Doch Bürgermeister Becker vertröstete sie auf einen schriftlichen Bericht, den er bald vorlegen werde.

Den Linken sei es aber unbenommen, schon vorher gute Vorschläge für eine Verwendung des Geldes zu machen. Als Beispiel nannte der CDU-Politiker ein „venezuelanisches Kulturfest“ in Frankfurt.

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