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Wohn- und Bürohäuser in Frankfurt (Symbolfoto).

Frankfurt

Bezahlbare Wohnungen verzweifelt gesucht

In Frankfurt gibt es viel zu wenig geförderten Wohnraum. Die Stadt versucht, gegenzusteuern.

Der Bedarf ist riesig, das Angebot sehr knapp. Knapp 9600 Haushalte waren nach dem jüngst vorgelegten Frankfurter Wohnungsmarktbericht zu Jahresende 2015 beim Amt für Wohnungswesen als wohnungssuchend gemeldet – das gerade einmal 2110 Sozialwohnungen vermitteln konnte.

Noch vor wenigen Jahren brachte die Stadt Frankfurt wenigstens etwa jeden dritten wohnungssuchenden Haushalt unter. Doch mit der Jahr für Jahr schrumpfenden Zahl an Sozialwohnungen ist auch die Vermittlungsquote gesunken, auf zuletzt 22 Prozent. Ausländische Haushalte haben noch schlechtere Karten. Und nichts spricht dafür, dass sich die Situation verbessert hätte. 

Noch im Jahr 2000 gab es immerhin mehr als 41 000 Sozialwohnungen in Frankfurt. Seitdem ist die Stadt um mehr als 100 000 Einwohner gewachsen. Für die inzwischen mehr als 730 000 Einwohner gibt es aber nur noch etwa 32 000 Sozialwohnungen – Seniorenwohnungen, geförderte Wohnungen im Umland und Wohnungen, die sich die Stadt über Belegrechte sicherte, bereits eingerechnet. 

Dass es so nicht weitergehen kann, ist der Stadtpolitik seit einigen Jahren sehr klar. Sie versucht durch den Kauf von Belegrechten mit viel Geld zu verhindern, dass der Bestand an Sozialwohnungen durch das Auslaufen von Bindungsfristen weiter abschmilzt. Sie verpflichtet zudem Investoren mit städtebaulichen Verträgen dazu, in neuen Baugebieten 30 Prozent geförderten Wohnraum zu schaffen, davon die Hälfte als eigentliche Sozialwohnungen, die für Monatsmieten von fünf Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 5,50 Euro für den Passivhausstandard zu haben sind.

Der städtische Wohnungskonzern ABG hat sich verpflichtet, zu 40 Prozent geförderten Wohnungsbau zu schaffen. Damit neue Sozialwohnungen überhaupt entstehen können, entwickelt die Stadt neue Wohngebiete. 

Anspruch auch für Singles

Noch sind die Erfolge eher bescheiden. Im vergangenen Jahr wurden für 88 Sozialwohnungen des ersten Förderwegs Fördermittel genehmigt, im Jahr zuvor sogar nur für 48. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat mehrmals klargemacht, dass dies viel zu wenig sei. Ziel der Stadt müsse es sein, den bisherigen Anteil der geförderten Wohnungen am Gesamtbestand mindestens zu halten, besser jedoch auszubauen, schreibt er im Vorwort des Wohnungsmarktberichts. 

Dazu will er unter anderem das Mittelstandsprogramm ausweiten. Künftig sollen etwa auch Singles Anspruch auf eine Wohnung des zweiten Förderwegs haben können. Die Wohnungen sollen zudem später aus der Bindung fallen: Die Frist wird von 20 auf 30 Jahre verlängert. 

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