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Ein altes Geschenk

  • Claus-Jürgen Göpfert
    VonClaus-Jürgen Göpfert
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Wohnungsbau war 2002 in Frankfurt kein großes politisches Thema. Das hat sich geändert. Es gab aber auch eine politische Nachlässigkeit.

Dieser Fall illustriert gut, wie sehr sich die Rahmenbedingungen in der Frankfurter Planungspolitik verändert haben. 2002 war der damalige Planungsdezernent Edwin Schwarz zwei Jahre im Amt. Der CDU-Politiker verfolgte bei der städtebaulichen Entwicklung keine klare politische Linie, er hangelte sich eher an den großen Projekten entlang, die private Investoren auf die Kommunalpolitik zu bewegten.

Wohnungsbau war damals in Frankfurt kein großes politisches Thema. Die Stadt wuchs kaum. Ende 2002 hatte Frankfurt genau 643 726 Einwohner. Gerade einmal 2452 neue Wohnungen wurden in diesem Jahr fertiggestellt.

Die Unterschiede könnten heute kaum größer sein. Die Stadt wächst rasant. Ende 2017 zählte sie 741 093 Einwohner, also fast 100 000 Menschen mehr als 15 Jahre zuvor. Und der Wohnungsbau wurde angekurbelt: 4329 neue Unterkünfte kamen 2017 in Frankfurt auf den Markt.

Diese Rahmenbedingungen erklären zum Teil, warum die Stadt damals gegenüber einem privaten Investor so nachgiebig auftrat. Der andere Teil war die politische Nachlässigkeit des CDU-Planungsdezernenten Schwarz: 53 Wohnungen als Ausgleich für einen 195 Meter hohen Büroturm im Bankenviertel – das kam 2002 einem Geschenk an die Investoren gleich.

Als besondere Ironie durfte gelten, dass teure Eigentumswohnungen am Westhafen entstehen konnten – in einem Luxus-Wohnquartier, das der Allgemeinheit nicht zugute kam. Diese eklatante Schwäche der Planungspolitik von 2002 muss die Stadt heute noch büßen. Es dauert lange, die politischen Weichen neu zu stellen – hin zu nachhaltigem Wohnungsbau und zu mehr Rückgrat in der Stadtplanung.

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