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Frankfurt: Neuer Stadtteil nur noch östlich der A5 geplant

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Von: Christoph Manus

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So sieht es im Areal im Nordwesten Frankfurts aus, in dem einmal um die 15.000 Menschen leben könnten. Doch noch müssen das Stadtparlament und die Regionalversammlung die Entwicklung des Gebiets ermöglichen.
So sieht es im Areal im Nordwesten Frankfurts aus, in dem einmal um die 15.000 Menschen leben könnten. Doch noch müssen das Stadtparlament und die Regionalversammlung die Entwicklung des Gebiets ermöglichen. © Michael Schick

Im Streit über neue Quartiere im Frankfurter Nordwesten will Stadtrat Mike Josef nur noch die Areale östlich der A5 bebauen lassen. Trotzdem sollen 7000 Wohnungen entstehen können.

Der neue „Stadtteil der Quartiere“ im Nordwesten des Frankfurter Stadtgebiets soll kleiner werden als bislang geplant. Nach einer Vorlage von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), mit der sich zunächst der Magistrat befassen wird, werden nur noch die Flächen östlich der Autobahn 5 als neue Wohngebiete entwickelt. Westlich der A5 könnten neue Parks und Sportflächen entstehen, schlägt er vor.

Im bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebiet, dessen mögliche Entwicklung die Stadt fünf Jahre lang untersuchen ließ, könnten trotz der Beschränkung auf die Frankfurt zugewandten Gebiete etwa 7100 Wohnungen Platz finden. Schon der Entwurf für ein städtebauliches Leitbild hatte westlich der A 5 lediglich etwa 1500 Wohnungen vorgesehen.

Frankfurter Stadtrat Josef reagiert auf Widerstand gegen die Stadtteilpläne in der Region

Stimmen die Stadtverordneten der Vorlage zu, will Josef ein so genanntes Zielabweichungsverfahren bei der Regionalversammlung Südhessen beantragen. „Ich bin daran interessiert, dass wir nun in die Realisierung kommen“, sagte der Stadtrat am Donnerstag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.

Gerade die Pläne, auch Flächen westlich der A5 im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu bebauen, waren in den Nachbarstädten Steinbach und Oberursel und der Regionalversammlung, die dem Vorhaben zustimmen müsste, denkbar schlecht angekommen. Josef nennt die nun vorgeschlagene Beschränkung auf die Flächen diesseits der Trasse „ein starkes Entgegenkommen an die Region“ und einen „tragfähigen Kompromiss“. Bisher hatte die Stadt, etwa im Koalitionsvertrag zwischen Grünen, SPD, FDP und Volt, lediglich klar gemacht, dass zunächst der Bereich östlich der Autobahn entwickelt werden soll.

Mike Josef: Neue Quartiere sind Chance für mehr bezahlbaren Wohnraum

In Gesprächen mit Region und Land wirbt Josef dafür, die Entwicklung des Areals, dessen Bebauung wegen der A5 und Stromtrassen schwierig ist, als Chance zu begreifen: für mehr bezahlbaren Wohnraum und für neue Infrastruktur. Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Bildungseinrichtungen, Jugendzentren, Läden und Lokale sollen direkt mitgeplant und gebaut werden.

An das Verkehrsnetz soll das Gebiet etwa über die Regionaltangente West und die mögliche Verlängerung der U7 angebunden werden. Bei der Bebauung setzt der Vorentwurf für ein städtebauliches Leitbild auf eine hohe Dichte, damit das Areal so grün wie möglich wird.

Der Stadt Frankfurt gehört etwa die Hälfte der Fläche im Areal östlich der Autobahn 5

Bei mindestens 30 Prozent der in den Quartieren entstehenden Wohnungen soll es sich um geförderten Wohnraum handeln, je zur Hälfte Sozial- und Mittelstandswohnungen. Weil etwa die Hälfte der Fläche im Gebiet der Stadt oder stadtnahen Gesellschaften und Stiftungen gehört, könne zudem viel günstiger frei finanzierter Wohnraum entstehen, sagte Josef. Die städtische Wohnungsgesellschaft ABG hat sich bereits im Jahr 2018 Grundstücke im Areal gesichert.

Auch in Frankfurt ist die Mehrheit für die Pläne zuletzt gebröckelt. Die CDU, die das Vorhaben einst mit SPD und Grünen vorstellte, wirbt dafür, die Planungen einzustellen und statt dessen eine Arrondierung der Stadtteile Praunheim und Niederursel anzugehen. Josef geht aber davon aus, dass zumindest die Koalition hinter den Plänen für die neuen Wohngebiete steht.

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