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Wohnen in Frankfurt: Linke wirft ABG „Erpressung“ vor

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Von: Christoph Manus

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Die ABG fordert 110 Prozent mehr Vorauszahlung für Wärmekosten. Foto: Peter Jülich
Die ABG fordert 110 Prozent mehr Vorauszahlung für Wärmekosten. Das stößt auf heftige Kritik. © Peter Jülich

Die Frankfurter Wohnungsgesellschaft ABG warnt Haushalte, die höhere Abschläge für die Heizkosten nicht akzeptieren, vor Konsequenzen. Die Linke ist empört. Die ABG spricht von einem Irrtum.

Die Kritik am Vorgehen der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding in der Energiekrise reißt nicht ab. Diese hatte Anfang November gut 34.000 Mieter:innen aufgefordert, von Januar an 110 Prozent mehr für Wärmekosten vorauszuzahlen und das mit gestiegenen Preisen für Gas begründet, die das Unternehmen an den Energieversorger Mainova zu zahlen habe.

Die Linke im Römer wirft der ABG nun sogar „Erpressung“ vor – und begründet das mit Schreiben, die die städtische Gesellschaft an Mieter:innen verschickt haben soll, die der Erhöhung nicht zustimmen wollen. Schon der DMB-Mieterschutzverein Frankfurt hatte in scharfer Form kritisiert, dass die ABG Haushalten, die der höheren Abschlägen widersprechen, keine Ratenzahlung bei Nachforderungen gewähren wolle. ABG-Geschäftsführer Frank Junker hatte diesen Vorwurf Ende November als unzutreffend und als „Unverschämtheit“ bezeichnet.

Linke im Frankfurter Römer weist auf Briefe der ABG hin, die wie Drohungen wirken

Doch die Linke hat nun in anonymisierter Form zumindest ein Schreiben öffentlich gemacht, in dem die ABG durchaus hohen Druck ausübt. „Wir möchten schon jetzt darauf hinweisen, dass auf Nachforderungen aus der Nebenkostenabrechnung, bei Nichtanpassung der Vorauszahlung, keine Ratenzahlung gewährt werden kann“, heißt es in dem Brief vom 25. November.

ABG-Chef Junker spricht von einem Fehler. Solche Schreiben seien irrtümlich herausgegangen und gäben nicht den Kurs der ABG wider. „Es bleibt bei meiner Aussage: Auch wer widerspricht, hat das Recht auf Ratenzahlung“, sagte er am Mittwoch der FR. Er rate aber dringend, die erhöhten Abschläge zu zahlen. Denn es sei zu erwarten, dass sich die Energiekosten auf einem hohen Niveau einpendelten.

Frankfurter Verein „Mieter helfen Mietern“ rät, den höheren Abschlägen zu widersprechen

Der Verein „Mieter helfen Mietern“ riet dagegen jüngst, den pauschalen Vorauszahlungserhöhungen zu widersprechen, stattdessen möglichst ein eigenes „finanzielles Polster“ anzulegen und die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2022 abzuwarten.

Auf Kritik war auch die Drosselung der Höchsttemperatur in den ABG-Wohnungen mit Zentralheizung gestoßen. Inzwischen werden die Heizungen, wie Junker bestätigte, nach und nach wieder so eingestellt, dass tagsüber mehr als 20 Grad möglich sind. Bei der Nachtabsenkung auf 18 Grad bleibe es, sagte Junker. Diese betreffe bei der ABG, mit Rücksicht auf Menschen, die in Schicht arbeiten, jedoch nur die Stunden von 0 bis 4 Uhr.

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