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Wohnen in Frankfurt: Leben an den U-Bahn-Gleisen

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Von: Christoph Manus

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Aus einem früher gewerblich genutzten Areal an der U-Bahn-Station Sandelmühle in Frankfurt wird ein Wohnquartier.
Aus einem früher gewerblich genutzten Areal an der U-Bahn-Station Sandelmühle in Frankfurt wird ein Wohnquartier. © christoph boeckheler

An der Sandelmühle im Frankfurter Stadtteil Heddernheim entsteht Wohnraum für mehr als 500 Menschen. Platz finden werden Sozialwohnungen aber auch teure Einfamilienhäuser.

Auf den seit Jahren brachliegenden Flächen an der U-Bahn-Station Sandelmühle im Frankfurter Stadtteil Heddernheim hat der Bau eines Wohnquartiers begonnen, in dem in etwa 2,5 Jahren mehr als 500 Menschen leben könnten. 207 Wohnungen, 67 Einfamilienhäuser und eine Kita mit fünf Gruppen sollen in dem einst teils von der VDO, teils von Mainova genutzten 4,5 Hektar großen Areal im Nordwesten der Stadt entstehen, das sich bis zum Urselbach – und damit fast bis zur Nidda – erstreckt.

161 dieser Wohnungen wird die städtische Wohnungsgesellschaft ABG vermieten, die rund 60 Millionen Euro in das Projekt investiert. Bei 56 dieser Einheiten im Passivhausstandard wird es sich um Sozialwohnungen handeln, für die Berechtigte Mieten ab 5,50 Euro pro Quadratmeter zahlen, bei weiteren 47 um so genannte Mittelstandswohnungen, die je nach Einkommen für Mieten von 8,50, 9,50 und 10,50 Euro pro Quadratmeter zu haben sind.

Niedrige Nebenkosten

Für die 58 freifinanzierten Wohnungen werde die ABG angesichts der sehr hohen Baukosten wohl Mieten von mehr als 14 Euro pro Quadratmeter verlangen müssen, sagte ABG-Chef Frank Junker am Donnerstag vor dem symbolischen Spatenstich für das Projekt. Dafür könnten die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner aber mit extrem niedrigen Nebenkosten rechnen. Die Heizkosten für die inzwischen mehr als 4700 Wohnungen der ABG im Passivhausstandard seien in der Regel so niedrig, dass es sich nicht lohne, sie überhaupt abzurechnen.

Die mit Geld des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt geförderten Wohnungen und 18 der frei finanzierten Wohnungen sollen in drei jeweils fünfgeschossigen Mehrfamilienhäusern Platz finden, die jeweils direkt an der U-Bahn-Station der Linie U2 und der Olof-Palme-Straße errichtet werden. Die anderen frei finanzierten Wohnungen entstehen in zwei Gebäuden im Nordwesten des Areals.

Den Bau der Wohnungen wird der niederländische Projektentwickler Ten Brinke übernehmen, der das Areal einst mit der ABG in einem Bieterverfahren erwarb und inzwischen erschlossen hat. Dieses Unternehmen wird zudem 67 Einfamilienhäuser mit jeweils 160 Quadratmetern Wohnfläche errichten, die in der Mitte des Areals Platz finden sollen. Der Kaufpreis liegt, wie Prokurist Carlo Wentink sagte, bei einer Million Euro. Für 7500 bis 8500 Euro pro Quadratmeter sollen 46 Eigentumswohnungen zu haben sein, die Ten Brinke am Urselbach baut.

Dass in Frankfurt trotz Flächenmangel und riesigem Wohnungsbedarf Einfamilienhäuser entstehen, ist in der Stadtpolitik durchaus auf Kritik gestoßen. Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) machte auf der Baustelle deutlich, dass die Stadt das Areal heute flächensparender beplanen würde. Gleichzeitig verteidigte er, dass das Stadtparlament den Bebauungsplan für das Quartier, mit dessen Erstellung die Verwaltung vor mehr als zehn Jahren begann, nicht neu aufrollen wollte. Um mehr Wohnungsbau zu erreichen, müsse man die Dinge auch zu Ende bringen, sagte er. Und verwies darauf, dass es gelungen sei, nachträglich eine Quote von 30 Prozent gefördertem Wohnraum durchzusetzen.

Der hessische Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (Grüne) lobte, dass für das Konversionsprojekt keine Flächen versiegelt würden. Sehr gut sei es auch, dass dort Wohnraum mit Schienenanbindung entstehe. Al-Wazir stellte heraus, dass das Land Rekordmittel für sozialen Wohnungsbau bereitstelle. Dabei stellte er, wie Josef, bessere Bedingungen für Bauherren, die geförderten Wohnraum bauen, in Aussicht.

So soll es an der Sandelmühle im Frankfurter Stadtteil Heddernheim einmal aussehen.
So soll es an der Sandelmühle im Frankfurter Stadtteil Heddernheim einmal aussehen. © christoph boeckheler

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