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Wohnen größtes Sorgenthema

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Die Bürgerbefragung zu den größten Stadtproblemen zeigt die Verkehrssituation und den Nahverkehr weit vorn.

Die neue Frankfurter Bürgerbefragung zu den größten Stadtproblemen hat deutliche Veränderungen ergeben. Zwar sehen die Frankfurterinnen und Frankfurter den angespannten Wohnungsmarkt immer noch als das drängendste Problem unserer Zeit. 56 Prozent der deutschen und 49 Prozent der ausländischen Befragten urteilten so. Allerdings sind die Nennungen im Vergleich zur Umfrage im vergangenen Jahr nicht weiter gestiegen, sondern um acht Prozent gesunken. Es ist allerdings immer noch der zweithöchste Wert, der seit Beginn der Bürgerbefragungen im Jahr 1994 erfasst wurde. Gefragt wurde nach hohen Mieten und geringem Wohnungsangebot.

„Das ist mehr als beachtenswert, das ist erstaunlich“, sagte Stadtrat Jan Schneider (CDU), der von einer „Kehrtwende“ sprach. Schneider ist als Dezernent unter anderem für das Bürgeramt, Statistik und Wahlen zuständig, das die Bürgerbefragung durchführte. 1363 Frankfurterinnen und Frankfurter nahmen von Dezember bis Januar daran teil. Schneider führte die Verschiebung beim Wohnen auf den Neubau zurück. 15 000 neue Wohnungen seien in den vergangenen drei Jahren entstanden.

In den Befragungen der vergangenen Jahre lagen die Themen Wohnen, Verkehr und Sicherheit stets auf den Plätzen eins bis drei. Diesmal haben die Themen Verkehrssituation und öffentliche Verkehrsmittel die Sicherheit auf Platz vier verdrängt.

Stärkeres Sicherheitsgefühl

Beim Nahverkehr werden vor allem die als zu hoch empfundenen Fahrpreise kritisiert. Auch die Meinung zur Luftqualität, der Regelung des Autoverkehrs und dem Radwegenetz fiel kritisch aus. „Wir haben mehr Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr, dadurch sind die Züge und die Bahnsteige voller und die Unzufriedenheit steigt“, sagte Schneider.

Handlungsempfehlungen wollte er nicht ableiten. „Jeder Dezernent muss entscheiden, wie er mit den Signalen der Zeit umgeht.“ Für sein Ressort kündigte Schneider an, die Modernität der Verwaltung künftig stärker zu betonen, die die Bürger laut Umfrage zusehends vermissten.

Die Sicherheitslage hat sich deutlich entspannt. War Sicherheit in den 1990er Jahren noch Problemthema Nummer eins, erhielt es nun die wenigsten Nennungen seit Beginn der Befragungen. Nur acht Prozent der deutschen und sieben Prozent der ausländischen Befragten gaben Sicherheit als Problem an.

Auch das Sicherheitsgefühl hat sich verbessert. So fühlen sich die Frankfurterinnen und Frankfurter wieder deutlich sicherer in der Stadt. Das persönliche Sicherheitsgefühl abends und tagsüber in den Innenstadt hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Noch nie haben sich die Frankfurterinnen und Frankfurter in ihrer Wohngegend abends so sicher gefühlt.

Auch die persönliche Furcht vor einem Verbrechen ging zurück. Ausnahme ist das Bahnhofsviertel. Die Gegend gilt, trotz massiver Polizeipräsenz, als besonders unsicher. Der Hauptbahnhof wird nach wie vor als der unsicherste Ort in der Stadt angesehen, auch wenn die Nennungen leicht zurückgingen.

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