Die Stadt baut Radwege wie in der Konrad-Adenauer-Straße - das stört die Wirtschaftskammern.  
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Die Stadt baut Radwege wie in der Konrad-Adenauer-Straße - das stört die Wirtschaftskammern.  

Verkehrspolitik

Wirtschaft will keine Radfahrer auf Hauptstraßen in Frankfurt

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die IHK und die Handwerkskammer richten „sieben Forderungen“ an die Stadtpolitik - etwa günstigere Parkplätze.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt und die Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main haben sich mit „sieben Forderungen“ zur Verkehrspolitik an die Stadt gewandt. Wie die Kammerpräsidenten Ulrich Caspar (IHK) und Bernd Ehinger (Handwerk) ausführten, bedürfe es erstens eines besseren Konzepts für den Kunden- und Lieferverkehr. So sollten Andienzonen geschaffen werden, in denen zu bestimmten Zeiten ausschließlich Handwerker, Lieferanten und ihre Kunden parken dürfen.

Zweitens sollen Radfahrer künftig nicht mehr auf den Hauptstraßen unterwegs sein. Um den Rad- und den Autoverkehr zu entzerren, schlagen die Kammern vor, dass Radfahrer auf Nebenstraßen ausweichen sollen. Dort sollen sie Vorrang erhalten, ohne aber das Anwohnerparken einzuschränken. Drittens sollen die Parkgebühren gesenkt werden, damit Kunden ihre Geschäfte mit dem Auto erledigen können. „Unangemessene Parkplatzvernichtung“ solle unterbleiben, sagte Caspar. Viertens soll ein Baustellenkoordinator die Unternehmen frühzeitig über Baustellen informieren. Fünftens gelte es, das Schienennetz auszubauen. Beispiele seien die Regionaltangente West, der Fernbahntunnel sowie ein Schienenring um Frankfurt mit Süd- und Osttangente. Der RMV soll die Mitarbeiterschwelle beim Jobticket senken. Sechstens seien Industriestraßen, die vom Schwerverkehr belastet sind, zeitnah zu sanieren. Siebtens fordern die Kammern „digitale Lösungen“ im Verkehr. Nötig sei die Erstellung des Gesamtverkehrsplans (GVK), bevor „unvorbereitete Feldversuche“ wie die Mainkaisperrung betrieben würden, sagte Ehinger.

Die Mittel für den GVK seien beantragt, die Erstellung dauere zwei Jahre, sagte Verkehrsdezernent Oesterling (SPD). „Die Kammern fordern, dass erst mal nichts passiert, bevor der GVK vorliegt, keine Mainufersperrung, kein Radweg auf der Friedberger und der Bockenheimer Landstraße.“ Das sei nicht seine Auffassung. Es müsse jetzt etwas für den Radverkehr getan werden, der 20 Prozent der Anteile an den Wegen in der Stadt ausmache.

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