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Frankfurt: Industriepark Fechenheim steht zum Verkauf

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Von: Christoph Manus

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Das Chemieunternehmen Allessa nutzt den größten Teil des Industrieparks Fechenheim an der Hanauer Landstraße in Frankfurt. Deren Muttergesellschaft würde das Gelände gern erwerben.
Das Chemieunternehmen Allessa nutzt den größten Teil des Industrieparks Fechenheim an der Hanauer Landstraße in Frankfurt. Deren Muttergesellschaft würde das Gelände gern erwerben. © christoph boeckheler*

Clariant will den Frankfurter Industriepark Fechenheim veräußern. Die Gewerkschaft IG BCE äußert sich besorgt. Die Erfolgsgeschichte des Standorts dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Der Chemiekonzern Clariant will den Industriepark Fechenheim im Osten Frankfurts verkaufen. Das Maklerhaus Knight Frank Industrial beginnt im November mit einem zweistufigen Bieterverfahren für das 43,6 Hektar große Areal an der Hanauer Landstraße. Ziel sei es, den Verkaufsprozess in der ersten Hälfte des nächsten Jahres abzuschließen, hieß es am Donnerstag. Clariant hatte sich zuletzt schon vom Industriepark Griesheim getrennt.

Auf dem Fechenheimer Areal hat das Chemieunternehmen Allessa seinen Hauptsitz. Zweitgrößter Nutzer ist das Biotechnologieunternehmen Biospring. Nach Angaben des Maklerhauses arbeiten etwa 1500 Menschen auf dem Gelände.

Allessa-Mutter ICIG will für den Frankfurter Industriepark Fechenheim bieten

Wie die FR auf Anfrage erfuhr, will für das Gelände unter anderem die International Chemical Investors Group (ICIG) bieten, also die Muttergesellschaft der Allessa-Gruppe. Man sei „stark daran interessiert, den Industriepark Fechenheim von Clariant zu erwerben, um die Chemieproduktion hier am Standort perspektivisch weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen“, teilte Allessa-Geschäftsführer David Kremer mit. Es gebe dafür bereits Planungen, die der Stadt bereits kommuniziert worden seien.

Allessa habe zudem den Pachtvertrag für das Grundstück über eine Option bis 2041 verlängert. „Auch dies spiegelt unser langfristiges Bekenntnis zu diesem Standort wider“, heißt es.

Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Wüst sieht Chancen für Entwicklung des Industrieparks

Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) bezog sich offenbar auf dieses Angebot, als sie auf Anfrage mitteilte, der Verkauf des Geländes biete „die Möglichkeit, die Zukunft des Industrieparks zu festigen“. Es gebe im Areal innovative Unternehmen in den Bereichen (Bio)-Chemie, Pharma, Biotechnologie und Energie, die dort investieren und expandieren wollten.

Das Maklerhaus Knight Frank hebt hervor, der Industriepark eigne sich „neben der weiteren Industrie- und Gewerbe-Nutzung auch für die Zukunftsbranche Rechenzentren“. Wüst schränkt das ein. Die Stadt sehe Rechenzentren dort nur als nachrangige ergänzende Nutzung vor, sagte sie.

Gewerkschaft IG BCE mahnt: Industriestandort müsse dauerhaft erhalten bleiben

Die IG BCE sieht die Verkaufsabsichten - anders als Wüst - mit Sorge. Der Industriepark dürfe nicht „zum Spielball von Banken oder Rechenzentrumsbetreibern“ werden, warnt Bezirkschef Ralf Erkens. Die Entwicklung in Fechenheim sei eine echte Erfolgsgeschichte. „Die darf jetzt nicht aufs Spiel gesetzt werden!“. Die jetzige Eigentümerin müsse dafür Sorge tragen, dass der Industriestandort dauerhaft erhalten bleibe. „Sollten Arbeitsplätze oder Industrieunternehmen in Gefahr geraten, werden sich die gut organisierten Belegschaften zu wehren wissen“, kündigt Erkens an.

Die Linke im Römer schlägt vor, dass die Stadt mit Unterstützung des Landes versuchen sollte, die Fläche in öffentliche Hand zu bekommen. Dann könne dort vielleicht ein Musterindustriegebiet für nachhaltige Entwicklung entstehen, hieß es.

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