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Frankfurt University of Applied Sciences

„Wir zeigen, was die Hochschule bietet“

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Der Förderverein der Frankfurt University of Applied Sciences feiert 25-jähriges Jubiläum.

Monika Rosenberger (62) ist die Geschäftsführerin des Fördervereins der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieser feiert in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum.

Die Frankfurt University of Applied Sciences gibt es bereits seit 1971. Warum ist der Förderverein aber erst 1994 gegründet worden, Frau Rosenberger?
Das liegt daran, dass die Frankfurt University of Applied Sciences in den ersten Jahren mehr den Charakter einer Schule als den einer Hochschule hatte. Als sie sich dann mehr in Richtung Universität entwickelt hatte, brauchte man Kontakte in die Gesellschaft. Die damalige IHK-Vizepräsidentin Dagmar Bollin-Flade wurde die erste Vorsitzende des Fördervereins. Das war ein großer Schritt. Sie hat als erstes Geld gesammelt, damit man überhaupt agieren konnte. Es gab schließlich kein Grundkapital.

Welche Projekte werden denn eigentlich gefördert und hat sich da was verändert?
So ein Förderverein macht selten etwas alleine, hauptsächlich fördert er Vorhandenes. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Studierendenzahl fast verdoppelt, und zwar auf 15 000. Der Verein schaut, wie verändert sich die Hochschule und trägt die Entwicklung mit. Die praxisorientierte Forschung ist mittlerweile eine wichtige Säule unserer Hochschule.

Hat der Förderverein deshalb den Innovationspreis ins Leben gerufen?
Gerade am Anfang war die Frankfurt University of Applied Sciences nicht so sichtbar wie jetzt beispielsweise die Goethe-Universität, über die man täglich in der Zeitung las, was sie denn für tolle Sachen macht. Also gab es den Ansatz des Fördervereins, der Öffentlichkeit zu zeigen, welche Projekte und Menschen es an unserer Hochschule gibt und diese auch gleichzeitig zu würdigen. So entstand die Idee des Innovationspreises, der heute mit 2000 Euro dotiert ist.

Was ist aus den Preisträgern geworden?
Die meisten Preisträger/-innen sind auch nach vielen Jahren noch sehr aktiv, andere haben Führungspositionen im Hochschulbereich. Der Preis hat im Dreijahres-Rhythmus einen wechselnden Schwerpunkt: herausragende Lehre in Studium und Weiterbildung, besondere Forschungs- und Transferleistungen und besondere Leistungen bei der Entwicklung der Hochschule.

Und warum ein Absolventenpreis?
Irgendwann haben wir gemerkt, es wird ganz schnell studiert, ehrenamtliches Engagement war nicht mehr so angesagt. Die Kriterien für den Absolventenpreis sind natürlich auch gute Noten und eine vernünftige Studienzeit, aber eben auch ehrenamtliches Engagement. Er wird einmal pro Semester und Fachbereich verliehen. Also achtmal im Jahr. Es gibt 500 Euro und eine Urkunde. Es geht dem Förderverein darum, Engagement als Leistung anzuerkennen. Außerdem unterstützt der Förderverein seit 2018 das „Deutschlandstipendium“. Bei diesem geht es darum, Studierende, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt, mindestens für ein Jahr mit 300 Euro monatlich zu unterstützen.

Sie unterstützen auch Exkursionen, Forschungssymposien bis hin zum Hochschulball. Warum eigentlich den Hochschulball?
Natürlich ist ein Ball nett zum Tanzen, aber das ist natürlich nicht der alleinige Grund, warum der Förderverein den Ball unterstützenswert findet. Sondern es ist eben auch eine Veranstaltung, zu der Leute eingeladen werden, die ansonsten vielleicht ihren Weg nicht an die Hochschule finden. Es ist ein Netzwerk-Treffen zwischen Alumni, Unternehmen sowie Professoren und Mitarbeitenden aus dem Haus. Wir können hier zeigen, was die Hochschule zu bieten hat. So gab es schon Fälle beispielsweise von Ingenieuren aus Unternehmen, die ganz erstaunt waren, dass es an unserer Hochschule auch BWL-Studiengänge gibt. Klar, sind das Dinge, die man leicht auch im Internet erfahren könnte, aber das persönliche Gespräch bringt oft einfach mehr.

Wie viele Mitglieder haben Sie?
130 Mitglieder hat der Verein im Moment. Die Zahl dürfte gerne noch nach oben gehen. 30 Prozent sind Unternehmen, darunter auch bekannte Namen wie Fraport oder die Mainova. Oder eben Privatpersonen. Wir wünschen uns, in Zukunft noch mehr Unternehmen als Mitglieder zu gewinnen. Der Förderverein ist eine Standleitung zur Hochschule. Wer als Unternehmen Mitglied wird, wird auch zu vielfältigen Veranstaltungen eingeladen, nimmt so am Leben der Hochschule teil und kann neue Kontakte knüpfen.

An der Vietnamesisch-Deutschen Universität (VGU) in Ho-Chi-Minh-Stadt können Studierende seit 2008 einen deutschen Hochschulabschluss machen. Auch Sie haben da mitgewirkt, nicht?
Das Land Hessen hatte mit Vietnam eine Vereinbarung getroffen. Und unser ehemaliger Präsident Wolf Rieck ist auch für vier Jahre dort hingegangen und hat die Universität mitaufgebaut. Im Laufe des Prozesses haben ein paar Tausend Euro gefehlt und das hat der Verein dann mitunterstützt. Das war für den Förderverein ein großer Posten, aber das wurde gerne gemacht, weil es auch internationale Perspektiven für die Hochschule eröffnete. Bis heute kommen viele Elektrotechnik-Studierende aus Vietnam nach Frankfurt. Unsere Frankfurter Studierenden können, wenn sie möchten, auch dort ein Auslandssemester verbringen.

Interview: Kathrin Rosendorff

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