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Im Gewölbekeller des ehemaligen Final Destination veranstaltet DJ Sidney Spaeth, der auch Le Panther macht, seit Anfang April Fetisch- und Techno-Partys.

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Lust auf wilde Partys im Freud in Frankfurt

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In der neuen Pop-up-Location Freud kann getanzt werden. An manchen Abenden gibt es neben guter Musik auch Fetischpartys in Lack und Leder.

Freud ist mitten in der Frankfurter Innenstadt – und doch läuft man fast an ihm vorbei. Freud ist der Name eines neuen Pop-up-Clubs. Einer, in der in manchen Nächten Technopartys und in anderen Fetischpartys im Dresscode Lack und Leder gefeiert werden.

Wenn man in diesen Hinterhof am Holzgraben hineinläuft, gibt es bislang als einzigen Hinweis an der Tür ein schwarzes, postkartengroßes Schild, auf dem „Freud“ steht. Geht man durch diese hindurch, die Treppenstufen hinunter, landet man in einem Gewölbekellerclub. Die Einrichtung ist abgerockt. Bis Anfang des Jahres war hier noch das Final Destination. Der Ort für Fans von Metal und Gothic, der aus finanziellen Gründen geschlossen wurde.

So standen die knapp 400 Quadratmeter leer. „Das Freud soll eine Begegnungsstätte für Kunst und Kultur sein“, sagt Sidney Spaeth. Der DJ betreibt bereits mit anderen Geschäftspartnern zusammen Le Panther in der Jugendstilvilla in der Seilerstraße. Zudem hat er vor kurzem die Tanzbar 7-9 im Allerheiligenviertel eröffnet.

Und jetzt eben das Freud. „Ich mache das nicht aus Egogründen, sondern weil mir solche Umsetzungen einfach sehr viel Spaß machen“, erzählt der 44-Jährige. Eine blaue Couch vom Vorgänger steht noch da. Sie soll aber bald durch eine schönere ersetzt werden. Keine Sorge, hier wird getanzt, nicht freudmäßig auf der Couch therapiert.

Freud, Am Holzgraben 9, Infos auf Facebook: FREUD-Off-Location

Warum aber der Name? „Freud passte, denn er war ein sehr progressiv denkender Mensch und seiner Zeit voraus. Gleichzeitig verbindet man mit dem Namen auch was Düsteres und Melancholisches.“

Es fehlten Locations in der Innenstadt für die Undergroundszene. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Die Veranstaltungen werden über Facebook angekündigt. Zwei Partys von externen Veranstaltern gab es hier schon. Eine davon war eine Fetischparty. „Bei dieser wurden beim Einlass die Handys abgeklebt, um die Privatsphäre der Gäste zu schützen“, sagt Spaeth. Das Freud sei aber kein Fetischclub. „Sondern es gibt eben auch mal Fetischveranstaltungen“, betont er.

Es sei ein Club ohne VIP-Bereich. „Wir sind nicht teuer. Auf dem Dancefloor soll es nämlich keinen Unterschied zwischen Arm und Reich, sondern nur zwischen guten und schlechten Tänzer geben.“ Gespart werden soll aber nicht beim Sound. „Wir haben eine Musikanlage, von der jeder DJ träumt.“ Wer hier außer ihm noch auflegen werde, darüber werde noch verhandelt. Auf jeden Fall seien dies DJs mit Namen in der Elektroszene.

Mindestens drei Monate lang soll im Freud gefeiert werden. Fern der Musik sollen sich auch Künstler verwirklichen. „Sie können sich an den freien Wänden austoben: ob Visual Arts oder Graffiti.“ An den Fetischabenden darf jeder rein, der Lack und Leder trägt. Und der folgendes Kriterium erfüllt: „Wir wollen keine Gaffer haben, sondern nur Leute, die einfach Lust auf wilde Partys haben.“

Einen Vorgeschmack gab es am Samstag bei der ersten offiziellen Party. Und auch wenn der Dresscode lautete: Schwarz, Rot, Lack, Leder, Latex oder alles zusammen, sei das eine ganz normale Feier gewesen. „Keine Fetischparty.“ Diese werden gesondert angekündigt. Ob es dort dann Sex geben wird wie im bekannten KitKat-Club in Berlin, lässt Spaeth offen.

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