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Michael Roder ist Geschäftsführer der ASB Service GmbH.
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Michael Roder ist Geschäftsführer der ASB Service GmbH.

Interview

„Wir sind kein Großcaterer“

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Michael Roder, Geschäftsführer der ASB Service GmbH, spricht im FR-Interview über die emotionale Diskussion zur Essensversorgung an der IGS Nordend.

Der Caterer ASB übernimmt die Essensversorgung an der IGS Nordend. Die Schulgemeinde ist enttäuscht, sie hatte auf eine Rückkehr der Cantina Buen Bario gehofft. Auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sagt, sie hätte sich gewünscht, dass der ASB die Ausschreibung nicht gewinne. Nun plant sie eine Rekommunalisierung der Essensversorgung. Der Geschäftsführer der ASB Hessen Service GmbH, Michael Roder, zeigt sich im FR-Interview darüber irritiert.

Herr Roder, wie haben Sie sich auf die Ausschreibung für die Essensversorgung für die IGS Nordend vorbereitet?

So wie auf jede andere Ausschreibung auch. Wir haben uns über die Schule informiert und konnten sie uns auch kurz ansehen. Dann haben wir unser Konzept erstellt und unser Angebot abgegeben. Natürlich wussten wir, dass Sodexo dort zwei Jahre lang die Essensversorgung übernommen hatte und auf große Vorbehalte stieß. Und wir wissen auch, dass sich die Schulgemeinde lieber ihren alten regionalen Caterer gewünscht hätte.

Sie sind als Großcaterer an dieser Schule nicht erwünscht. Wieso haben Sie sich trotzdem beworben?

Zunächst einmal: Wir sind kein Großcaterer. Da liegt offenbar ein Missverständnis vor, diese Bezeichnung ist nicht zutreffend. Wir sind die Tochtergesellschaft einer Hilfsorganisation die seit über 100 Jahren in Frankfurt aktiv ist und an vielen Stellen einen positiven Beitrag zum Leben in dieser Stadt leistet.

Wie viele Schulen beliefern Sie mit Essen?

Derzeit 25 Schulen. Aber wir sind dennoch kein Großcaterer. Alle Einrichtungen, die wir beliefern, liegen in der Region und wir haben hier unseren Sitz. Wir sind ein regionaler Caterer, der auf Schulessen spezialisiert ist, das ist unser Kerngeschäft. Wir können unsere Entscheidungen vor Ort treffen. Das heißt nicht, dass wir ständig den kompletten Speiseplan ändern können. Aber natürlich können wir auf Wünsche der Schülerinnen und Schüler eingehen.

Dennoch hat die IGS Nordend für eine Rückkehr der Cantina Buen Bario gekämpft und das wussten Sie auch.

Ja, aber wir können doch trotzdem ein Angebot abgeben. Ich bin mir sicher, dass wir die Schulgemeinde von unseren Qualitäten überzeugen werden.

Genau das haben die Verantwortlichen von Sodexo auch gesagt, bevor sie den Betrieb an der IGS übernommen haben. Zwei Jahre später trat das Unternehmen genervt den Rückzug an. Die Zahl der ausgegebenen Essen war gering. Warum sollte es dem ASB anders ergehen?

Zunächst einmal: Sodexo ist ein Großkonzern – ich kann nicht beurteilen, wie Sodexo arbeitet, ich kann nur sagen: Wir werden sehr viel mit der Schulgemeinde reden. Am Montag mit der Schulleitung, danach hoffentlich auch mit dem Elternbeirat und vor allem mit den Schülerinnen und Schülern. Wir haben einige Ideen, zum Beispiel für die Pausenverpflegung. Da werden wir überwiegend gesunde Artikel anbieten, und zwar so, wie es gerade die älteren Schülerinnen und Schüler mögen. Gesunde Ernährung mit frischem Gemüse und Salat ist für die Jugendlichen wichtig.

Wie bewerten Sie die Aussage von Bildungsdezernentin Weber, ihr wäre es lieber gewesen, der ASB hätte die Ausschreibung nicht gewonnen?

Das verstehen wir nicht grundsätzlich gegen uns, sondern vermutlich ist dies der Enttäuschung geschuldet, dass der favorisierte lokale Caterer nicht den Zuschlag bekam. Wir nehmen es mit sportlichem Ehrgeiz, um zu zeigen, dass es eine gute Entscheidung war.

Haben Sie sich bei Frau Weber über die Pressemitteilung beschwert?

Mein Kollege in der Geschäftsführung hat ihr eine Mail geschrieben, die bislang ohne Antwort geblieben ist. Wir sind an einem Dialog mit der Dezernentin sehr interessiert, auch um mit Vorurteilen uns gegenüber aufzuräumen.

Weber plant perspektivisch den Abschied von Caterern wie Ihnen. Die Stadt Frankfurt soll die Essensversorgung wieder selbst übernehmen. Was würde das für Ihr Unternehmen bedeuten?

Die Ankündigung sorgt bei uns und unseren Mitarbeitern in einem schweren Jahr, in dem wir wegen der Corona-Krise über Monate überhaupt keine Umsätze gemacht haben, für noch mehr Unruhe. Wir hoffen, mit unserer Qualität zu überzeugen und gemeinsam mit der Stadt gute Lösungsansätze zu finden. Wir wollen Fairness, keine Vorteile, und stellen uns der Herausforderung.

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