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Streikposten zum Internationalen Frauentag an der Hauptwache.
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Streikposten zum Internationalen Frauentag an der Hauptwache.

Frauentag

„Wir müssen weiter laut sein“

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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  • Stefan Simon
    Stefan Simon
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1000 Menschen demonstrieren am Weltfrauentag in der Frankfurter Innenstadt. Zuvor besetzen Aktivistinnen einen Platz an der Hauptwache, um sich solidarisch mit allen zu zeigen, die täglich Sorgearbeit leisten.

Feuer und Flamme dem Patriarchat“, das steht auf dem Transparent, das vom roten Demo-Wagen vor der Alten Oper runterhängt. Aus den Lautsprecherboxen ertönt Beyoncés Pop-Refrain; „Who run the world? Girls.“ Aber das Frauen die Weltherrschaft übernommen haben, ist auch 2021 noch eine Utopie. „Frauen sind immer noch nicht gleichberechtigt. Wir müssen weiter laut sein“, sagt die 21-jährige Nola, die am Weltfrauentag demonstriert.

Das Bündnis „Queerfeminist Connection“ hatte am Montagabend den Protest unter dem Motto „Kein Zurück zur Normalität – aus der Krise in die Utopie“durch die Frankfurter Innenstadt organisiert. Zur Kundgebung an der Alten Oper waren laut Polizei 500 Menschen gekommen, bei der anschließenden Demo durch die Innenstadt, sind Cis-Männer nicht mehr erwünscht, trotzdem sind es nun schon 1000 Leute. Als Cis werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde.

„Die Corona Krise hat die Situation von Frauen und queeren Personen weiter verschärft. Überall auf der Welt stellen sich ihnen diese Verschärfungen und die sexistische Normalität in den Weg“, so eine Sprecherin des Bündnisses. Alice und Jael sind beide 17. Sie sagen, sie sind hier, weil sie Männer nicht mehr ertragen, die meinten, egal wo sie sind, sie anmachen zu müssen. Alice sagt: „Ich habe Angst alleine auf die Straße zu gehen. Auch tagsüber, im Sommer ist es noch schlimmer, weil ich da Kleider trage.“ Auch viele Männer sind bei der Kundgebung. Einer hat sich aus Solidarität seine sonst grünen Haare rosa gefärbt und seine Fingernagel rosa lackiert. „Auch ich als Mann bin verantwortlich, dass das Urgestein des Patriarchats abgeschafft wird.“ Eine junge Frau berichtet, dass ihre Meinung als Klimawissenschaftlerin im Job von Männern oft nicht ernst genommen wird. „Ein Herr sagte mal zu mir, ich solle mich mit meinem Mäuschenblick nicht so groß aufspielen.“ Eine Teilnehmerin sagt, dass es sie ärgert, dass Frauen in Filmen so dargestellt würden als sei ihr Lebensziel nur die Liebe. In Redebeiträgen geht es um Unterdrückung der Frauenrechte im Iran, Femizide weltweit, besonders in Lateinamerika; auch der feministische Kampf in Rojava (Kurdistan) ist Thema. Sie wollen aber nicht nur auf Missstände hinweisen. „Uns geht es auch darum, Utopien zu betrachten, verschiedene Lebensentwürfe von Frauen und queeren Personen sichtbar zu machen sowie Ideen zu entwickeln, um eine bessere und gerechtere Realität zu schaffen.“ sagt Lou Kunze, Sprecherin des Bündnisses.

Wenige Stunden vor der Demonstration besetzt das feministische Streikkollektiv einen Platz an der Hauptwache. Die Gruppe zeigt sich solidarisch mit allen, die täglich unbezahlte und bezahlte Sorgearbeit leisten. Dazu zählen etwa die Arbeit im Haushalt, die Pflege von Angehörigen oder die Arbeit von Erzieherinnen und Krankenschwestern. Das Kollektiv fordert, das Sorgearbeit in ihrer „systemrelevanten und gesellschaftstragenden Bedeutung anerkannt und aufgewertet werden“ soll.

Neben dem Streikkollektiv beteiligten sich 100 Personen am Streikposten. Einige der Teilnehmenden schreiben ihre Forderungen mit bunter Kreide auf den Boden oder auf Transparente. Darin sprechen sie sich aus für die Gleichwertigkeit am Arbeitsplatz, eine bessere Bezahlung oder die vorbehaltlose Umsetzung der Istanbul-Konvention.

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