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Kommunalwahl

„Wir müssen den AWO-Skandal politisch aufarbeiten“

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Mathias Mund, Fraktionsvorsitzender der Bürger für Frankfurt (BFF), will doppelt so viele Mandate im Stadtparlament holen und schließt eine Kooperation mit der AfD nicht aus.

Bei der vorigen Kommunalwahl erreichte der Verein Bürger für Frankfurt (BFF) 2,7 Prozent der Wähler:innenstimmen und erhielt drei Sitze in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. Die BFF sind dem rechten Spektrum zuzuordnen und wollen nach der Kommunalwahl am 14. März ihre Sitze im Stadtparlament verdoppeln.

Herr Mund, ist die BFF-Fraktion der lokale Ableger der AfD?

Ich weiß gar nicht, wie die Menschen auf solche Gedanken kommen. Die BFF wurde 1994 gegründet, lange vor der AfD, schon allein deshalb ist der Gedankengang absurd.

Aber es gibt personelle Überschneidungen zwischen BFF, AfD und Republikanern. So sitzt Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels, ein BFF-Mitglied, für die AfD im Römer. Frank-Michael Homa, früherer Republikaner, kandidiert für die BFF im Ortsbeirat 6.

Als der Kreisverband der Republikaner sich vor einigen Jahren aufgelöst hat, sind Rosemarie Lämmer, Frank-Michael Homa und Walter Wiebe in den jeweiligen Ortsbeiräten zur BFF gewechselt. Die drei gehörten aber eher zum linken Flügel der Republikaner und haben einen einwandfreien Leumund. Graf zu Solms-Wildenfels wurde über eine gemeinsame Liste von BFF und AfD in den Stadtrat gewählt, AfD-Mitglied war er nie.

Die BFF arbeitet also inhaltlich mit der AfD zusammen?

Den Stadtrat gemeinsam zu wählen, war die einzige gemeinsame Aktion. Sonst gab es in der Wahlperiode keine inhaltliche Zusammenarbeit. Eine Kooperation würde ich aber mit keiner der im Römer vertretenen Parteien ausschließen.

Die AfD hat bislang in Frankfurt nicht plakatiert, die BFF dafür umso mehr. Gibt es bei den Plakaten der BFF einen gewissen Schwund?

Zur Person

Zur Person Mathias Mund ist der Fraktionsvorsitzende der BFF im Römer und Vereinsvorsitzender der Bürger für Frankfurt BFF. Mund ist 54 Jahre alt und hat zuvor in der Büroeinrichtungsbranche gearbeitet. fle Interviews zur Wahl Die Frankfurter Rundschau interviewt in den kommenden Wochen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten von Listen, die am 14. März antreten. Neben klassischen Interviews wird es voraussichtlich ab Ende kommender Woche Gespräche per Twitter geben, bei denen Sie die Fragen stellen. Die Interviewpartner:innen auf Twitter sind: Nils Kößler (CDU), Martina Feldmayer (Grüne), Mike Josef (SPD), Annette Rinn (FDP) und Dominike Pauli (Linke). Details zum Ablauf folgen in den kommenden Tagen. FR

Im Vergleich zum Wahlkampf vor fünf Jahren haben wir bis jetzt erfreulich wenig Vandalismus zu beklagen. Nur im Nordend sind ein paar kleine Plakate abgeräumt worden. Bei den großformatigen gab es einen Fall von Vandalismus, sonst ist es so, wie es sich gehört: Die Plakate hängen noch.

Sparen ist eine Kernforderung im Wahlkampf der BFF. So sollen die Dezernate von zehn auf acht reduziert werden. Gleichzeitig fordern Sie einen zweiten S-Bahn-Tunnel, der Milliarden kosten würde. Wie geht das zusammen?

Die Frage ist, wofür man Geld ausgibt. Da muss man Prioritäten setzen. Mit weniger Dezernaten lässt sich der Haushalt nicht sanieren. Aber es ist ein Symbol, das zeigen würde, wir gehen mit gutem Beispiel voran. Dass wir in die Verkehrsinfrastruktur investieren müssen, steht außer Frage. Ein zweiter S-Bahn-Tunnel würde übrigens größtenteils vom Bund finanziert.

Was spricht für ein Schauspielhaus aus Kaisers Zeiten?

Die Rekonstruktion des Schauspielhauses von 1902 würde die Alte Oper in den Wallanlagen städtebaulich ergänzen. Mit den Kolonnaden und der Gastronomie würde es sich zum Willy-Brandt-Platz hin öffnen, der momentan ein Unort ist. Das neue Opernhaus könnten wir zeitgenössisch bauen.

AWO-Sumpf raus, steht auf einem Plakat. Was ist damit gemeint?

Wir wollen den AWO-Skandal strafrechtlich untersuchen lassen und politisch aufarbeiten. Zu letzterem sind in der Koalition weder CDU, SPD noch Grüne bereit. Den von uns geforderten AWO-Sonderausschuss hat die Koalition verhindert. Der Missbrauch von Steuermitteln muss zukünftig ausgeschlossen werden.

Was war der größte Erfolg der BFF in der letzten Wahlperiode?

Das waren eigentlich zwei. Wir haben 2016 ‚Coffee to go‘ im Mehrwegbecher gefordert und 2018 die farbliche Abtrennung der Radwege. Beides gibt es jetzt.

Interview: Florian Leclerc

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