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Carolin Friedrich am Kalbacher Stadtpfad, wo temporär die 13. Riedberg-Kita untergebracht ist.

Das Jahr im Ortsbeirat 12

„Wir kommen am Riedberg nicht um eine dritte Grundschule herum“

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Nach Ansicht von Ortsvorsteherin Carolin Friedrich müssen in Kalbach und am Riedberg weitere Hort- und Betreuungsplätze geschaffen werden.

Frau Friedrich, ein Dauerbrenner im Ortsbeirat 12 ist in den vergangenen Monaten die Diskussion über die Alte Turnhalle am Grubweg gewesen. Wie sieht es da aktuell aus?
Auch wenn uns allen die Alte Turnhalle sehr ans Herz gewachsen ist, muss man doch den Tatsachen ins Auge sehen und akzeptieren, dass es an dieser Stelle mit einer einfachen Renovierung nicht getan wäre. Zum einen galt es vor dem Hintergrund der baulichen Substanz des Gebäudes zu entscheiden, ob eine ordentliche Sanierung oder ein Neubau sinnvoller erscheint. Zum anderen hat sich aber auch der Standort der Halle als nicht mehr geeignet erwiesen, da er inzwischen mitten im Wohngebiet liegt. Letztlich hat der Ortsbeirat sich mehrheitlich für den Neubau eines Versammlungsortes am Kalbacher Stadtpfad ausgesprochen.

Was bedeutet das für die weitere Nutzung der Alten Turnhalle?
Zum 31. Dezember wird die Alte Turnhalle von den Kalbacher Vereinen und Gruppierungen an die Stadt übergeben. Dann hoffe ich, dass Anfang des Jahres Gespräche geführt werden, in denen eine Einkunft über die kurzfristige Nutzung gefunden wird. Noch gilt es zwar zu klären, welche Gruppierungen das zu welchen Konditionen und mit welchen Rechten und Pflichten übernehmen könnten. Grundlegend bin ich allerdings zuversichtlich, dass wir eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Übergangslösung finden werden. Vom zuständigen Amt für Bau und Immobilien (ABI) der Stadt Frankfurt gibt es zudem die Zusage, dass in der ersten Februarhälfte kleinere Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, sodass die Halle ab da übergangsweise wieder in Betrieb genommen werden kann.

Ein weiteres drängendes Thema sind fehlende Schulen, insbesondere am Riedberg. Gibt es dazu Neues?
Das Thema der Schulversorgung auf dem Riedberg drückt sehr. Wir sind einfach der kinder- und familienreichste Stadtteil und das schlägt sich entsprechend nieder. Doch mit den neuen Containern für die Marie-Curie-Schule, durch die die Nachmittagsbetreuung gewährleistet wird, entspannt sich die Problematik zumindest kurzfristig. Aber, dass wir letztlich nicht um eine dritte Grundschule im Stadtteil herumkommen, ist allen Beteiligten klar. Und auch wenn es sich um einen straffen Zeitplan handelt, gehen wir davon aus, dass diese zum nächsten Schuljahr eröffnet wird.

Und in Kalbach, gibt es dort weniger Probleme?
Auch dort nimmt der Druck zu. Die Grundschule Kalbach wird zum Schuljahr 2019/2020 zum ersten Mal vierzügig starten, das gab es in der Vergangenheit noch nie. Viele Eltern treten jetzt schon mit der Sorge an uns heran, dass es künftig nicht ausreichend Hort- und Betreuungsplätze geben wird. Eindeutig ist, dass wir auch hier wieder ein Platzproblem haben. Aber als Ortsbeirat werden wir diesen Prozess auch weiterhin engmaschig begleiten und setzen uns zunächst dafür ein, dass die hierfür zugesagten alten Container aus der Talstraße 26A nach heutigen Standards entsprechend ertüchtigt werden, bevor sie zum Einsatz kommen.

Neben dem Thema Schule beschäftigt viele Eltern im Stadtteil ja auch die Frage nach der Kita-Betreuung. Fehlen immer noch Plätze?
Auf dem Riedberg haben wir aktuell zwölf Kitas, die 13. am Westflügel ist in Planung und soll im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden. In Kalbach fehlen fürs kommende Schuljahr derzeit zwar 30 bis 40 Betreuungsplätze. Doch sobald die Kita am Kalbacher Stadtpfad aus ihrem derzeitigen Provisorium auf den Riedberg gezogen ist, sehen wir es als Ortsbeirat als unsere Aufgabe an, für eine Erhaltung des Kita-Standorts zu sorgen. Da das Grundstück wirklich groß ist, ist dort neben der Kita ebenfalls der Bau des neuen Veranstaltungsortes geplant.

Der lange verzögerte Bau von Altenwohnungen sorgte Anfang des Jahres für Unmut innerhalb des Ortsbeirats, da diese für seniorengerechte Wohnungen ungewöhnlich groß ausgefallen sind. Wie bewertet das Gremium das Ergebnis?
Wir haben das Bauvorhaben sehnsüchtig erwartet und mussten dann mit großer Enttäuschung zur Kenntnis nehmen, dass von der ursprünglich angedachten Belegungsbindung für Senioren nicht mehr viel übrig geblieben ist. Dementsprechend haben wir schon noch den Wunsch, dass wir irgendwo ein geeignetes Grundstück finden, an dem seniorengerechtes Wohnen, wie wir uns das vorstellen, realisiert werden kann. Schließlich ist es uns wichtig, dass ältere Menschen auch im Stadtteil bleiben können.

Was steht auf der Agenda für das Jahr 2019 ganz oben?
Das ist ganz klar die Errichtung einer zusätzlichen Ampelanlage an der Kreuzung Altenhöferallee und Graf-von-Stauffenberg-Allee. Diese Kreuzung ist einfach ein Unfallschwerpunkt, der dringend entschärft werden muss. Zudem hoffen wir, endlich die Pläne für den Bau der zweiten Sportanlage östlich der Altenhöferallee zu bekommen, sodass diese dann 2020 auch wirklich an den Start gehen kann.

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