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Hier ist der neue Stadtteil für Frankfurt geplant.

Bebauung

IHK will neuen Frankfurter Stadtteil

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Präsident Ulrich Caspar argumentiert mit nötigem Wohnraum für dringend gesuchte Fachkräfte. Wer das Wohngebiet an der A5 nicht wolle, müsse Alternativen aufzeigen.

Im Kampf um den geplanten neuen Stadtteil im Frankfurter Norden hat sich der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Ulrich Caspar, auf die Seite der Stadt gestellt. Wer neue Baugebiete beidseits der Autobahn A5 nicht wolle, solle sagen, wo denn an anderer Stelle Flächen bereitgestellt werden könnten.

Die IHK dringe auf eine positive Entscheidung der Regionalversammlung Südhessen für mehr Bauflächen. Stattdessen will die CDU-Fraktion in der Regionalversammlung am 13. Dezember das Milliarden-Projekt des neuen Stadtteils zu Fall bringen.

Caspar richtete einen Appell an die Regionalversammlung. „Damit die Region auch weiterhin prosperiert und sich die positive Entwicklung der letzten Jahre fortsetzen kann, gilt es, die akuten Hemmnisse wie den stockenden Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, den Fachkräftemangel und fehlendes Bauland zu beseitigen“, erklärte der frühere CDU-Landtagsabgeordnete.

Aufgrund des steigenden Fachkräftemangels brauchten die Unternehmen in Frankfurt und in der Region die Zuwanderung von Menschen. Alleine im IHK-Bezirk fehlten derzeit 74 000 Fachkräfte. Doch die fehlenden Wohnungen würden für diese Menschen zum Problem.

Verstärkte Ausweisung von Wohnbauland nötig

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln seien zwischen 2016 und 2018 in Frankfurt am Main nur 79 Prozent der benötigten Wohnungen auch tatsächlich gebaut worden. Deshalb brauche es eine verstärkte Ausweisung von Wohnbauland „in der Nähe Frankfurts und Eschborns“, urteilte der IHK-Präsident. So könne es gelingen, die Routen für die täglichen Einpendler nach Frankfurt zu entlasten. Am Freitag lief die Frist ab, um noch Anträge für die Sitzung der Regionalversammlung am 13. Dezember einzubringen. Die SPD-Fraktion legte in letzter Minute den Antrag vor, regionalbedeutsame Neubauflächen weiter fachlich zu untersuchen. Sie sollten auf ihre Umsetzungsmöglichkeit hin geprüft werden. Das zielt auf den geplanten Stadtteil für 30 000 Menschen. Die SPD will so für das Vorhaben mehr Zeit gewinnen.

Die Bürgeriniativen gegen den Stadtteil mobilisieren jetzt für die öffentliche Versammlung im Frankfurter Planungsdezernat am 28. November ab 18 Uhr, bei der Planungsdezernent Mike Josef (SPD) die gutachterlichen Untersuchungen zum neuen Stadtteil vorstellen will. Die Initiativen wollen im Foyer des Gebäudes Kurt-Schumacher-Straße 10 ihre Informationsstände aufbauen und mit Planungsdezernent Josef diskutieren.

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