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Jugendliche zeigen ihre Werke aus dem Bildhauerkurs der Ferienspiele auf dem Abenteuerspielplatz.  

Nordend

Wilde Tiere, selbst geschaffen

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Die Bildhauerkurse auf dem Abenteuerspielplatz Günthersburg sind sehr begehrt - hier können Kinder in den Ferien nicht nur Figuren meißeln.

Im nördlichen Nordend geht es abenteuerlich zu: Füchse, Wölfe und Tiger tummeln sich auf einer Wiese und werfen lauernd Blicke aus dem Gras – nicht weit weg toben kleine Kinder ganz unbedarft, und auch die Erwachsenen und kommen den Raubtieren erstaunlich nahe. Am Gründonnerstagnachmittag wurde auf dem Abenteuerspielplatz Günthersburg zur Finissage des Bildhauerkurses „Kunst aus Stein“ des Osterferienprogramms eingeladen – wilde Tiere waren dieses Mal ein besonders beliebtes Motiv.

„Einmal ist mir das Ohr abgebrochen“, erzählt Luca, der eine Katze gestaltet hat. Das gleiche Problem habe sie mit der Nase ihres Fuchses gehabt, sagt Karlotta. „Das kann leicht passieren“, erklärt Simon Vogt, freischaffender Bildhauer und Künstler, der diesen Kurs seit mehr als zehn Jahren in den Ferien anbietet. „Manchmal gibt es Einschlüsse von Basalten. Das sieht man von außen nicht, und dann bricht ein größeres Stück heraus.“

Trotzdem lässt sich das Ergebnis der zehn Teilnehmer zwischen elf und 14 Jahren sehen, die Fehler konnten mit ein paar Tricks behoben werden. Was am Montag Vormittag noch ein Tuffsteinbrocken aus der Eifel war, schmückt – mit Flachmeißel, Spitzmeißel und Zahneisen bearbeitet – schon wenige Tage später als schlafender Fuchs, Schnecke oder Tennis-Set Wohnzimmer, Garten oder Balkon.

Das Programm wird vom Abenteuerspielplatz Riederwald zusammengestellt. Das „Ferienkarussell“ vom Amt für Jugend und Soziales finanziert den Künstler. Die Eigenbeteiligung von 20 Euro sei wirklich nicht viel, findet eine Mutter, die zur Finissage gekommen ist. „Mit dem Kurs konnte ich eine Woche der Ferienbetreuung abdecken. Außerdem kann meine Tochter hier so was Schönes lernen, das ist großartig“, heißt es von einer anderen. Der Kurs in den Sommerferien sei schon ausgebucht, sagt Reiner Falk, Leiter des Abenteuerspielplatzes und „seit dem ersten Tag“ im August 1992 dabei.

Alle Teilnehmer, die nach getaner Arbeit Würstchen grillen, sind sich einig: Sie würden wiederkommen.

Im Sandkasten spielen Kleinkinder, auf einem großen, mit Sprossen versehenen Felsbrocken messen sich Größere im Klettern, mehrere Jungs hauen neue Holzlatten an eine noch unfertige Hütte und unter einem Pavillon sitzen Kinder mit Hasenzähnen aus Pappe und bemalen Ostereier. In jeder Ecke des Platzes sind große und kleine Kinder beschäftigt. Bis einer „Wassereis“ ruft. Wildes Gewusel –binnen Sekunden hat sich eine lange Schlange gebildet.

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