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Wiesbaden macht die Kultur-Region noch ein bisschen größer

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Von: Peter Hanack

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Mit seinen Gärten und Grünanlagen wie hier dem Kurpark bereichert Wiesbaden das Angebot in der Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main.
Mit seinen Gärten und Grünanlagen wie hier dem Kurpark bereichert Wiesbaden das Angebot in der Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main. © Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main

Hessische Landeshauptstadt ist jüngstes Mitglied des kommunalen Netzwerks. Auch deshalb ist das kulturelle Angebot zu Museen, Parks und Theater im Jahr 2023 so groß wie nie.

Wiesbaden gehört seit Beginn dieses Jahres zur Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main. Damit ist dieser Zusammenschluss von Städten, Landkreisen und dem Regionalverband auf nunmehr 54 Mitglieder gewachsen. Ausgeweitet wird auch das kulturelle Angebot von Lorch am Rhein im Westen bis Bad Orb im Osten und von Michelstadt im Süden bis Laubach im Norden.

„Der Beitritt zur Kultur-Region ist die Absage an eine kulturelle Kirchturmspolitik“, sagte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) am Mittwoch anlässlich der Vorstellung des Jahresprogramms 2023 im Landesmuseum Wiesbaden. Bislang sei die Stadt von der Kultur-Region quasi „umzingelt“ gewesen. Nun werde ein weißer Fleck von der Landkarte getilgt.

Die Landeshauptstadt könne mit ihren Parks, Gärten, Bühnen und Museen viel zur kulturellen Vielfalt der Region beitragen, so Thomas Will (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der Kultur-Region und Landrat des Kreises Groß-Gerau. Möglicherweise gelinge ja auch bald der Brückenschlag über den Rhein und auch Mainz trete der Kultur-Region bei, hoffte er.

Die Kultur-Region finanziert sich aus den Beiträgen ihrer Mitglieder. Je Einwohner:in zahlen diese zwölf Cent im Jahr. Hinzu kommen Fördermittel unter anderem des Landes. Insgesamt liegt das Budget 2023 bei rund einer Million Euro.

Das Theaterfestival „Starke Stücke“ ist einer der Veranstaltungsschwerpunkte der Kultur-Region. Es zeigt vom 2. bis 13. März insgesamt 21 Inszenierungen für ein junges Publikum. Beteiligt sind Theatergruppen aus 13 Ländern Europas. Es gibt 130 Vorstellungen an 49 Spielorten in 22 Städten und Gemeinden. Begleitet werden die Aufführungen von Workshops, Projekten und Diskussionsrunden. Rund 9000 Menschen haben zuletzt die Inszenierungen gesehen. Seine Ursprünge hat „Starke Stücke“ 1994 im Frankfurter Theaterhaus und dem Gallus-Theater. Das Programmheft liegt in zahlreichen Rat- und Bürgerhäusern, Schulen, Theatern und Tourist-Informationen aus.

Kultur von Lorch bis Bad Orb

Die Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main wurde Ende 2005 gegründet. Ihr gehören 54 Städte, Gemeinden, Landkreise sowie der Regionalverband an. Jüngstes Mitglied ist die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden.

Finanziert wird die Kultur-Region durch die Beiträge ihrer Mitglieder. Diese zahlen jährlich zwölf Cent je Einwohner:in als Umlage. Hinzu kommen Fördermittel des Landes und Druckkostenbeteiligungen für die Programmhefte und Flyer. Insgesamt liegt das Jahresbudget aktuell bei rund einer Million Euro.

Projekte sind die „Route der Industriekultur“,, „Garten-Rhein-Main“, „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“, „Starke Stücke Theaterfestival“ sowie die Veröffentlichung des Jahresprogramms der Museen der Region.

Weitere Informationen zur Kultu-Rregion Frankfurt-Rhein-Main und zu den vielfältigen Angeboten gibt es in den Programmheften, die an vielen Orten der Region ausliegen, sowie unter www.krfrm.de pgh

Um Gärten und Parks geht es in der Reihe „Garten-Rhein-Main“. Der diesjährige Fokus liegt auf Wasser, den Anstoß dazu gegeben haben unter anderem die vergangenen Hitze- und Dürresommer. Führungen, Feste, Vorträge, Workshops und Spaziergänge sollen die Vielfalt der Klostergärten, Kurparks, Orangerien, Pflanzensammlungen, Schreber- und Schlossgärten erfahrbar machen. Dabei wird es auch darum gehen, welche Strategien Pflanzen verfolgen, um sich verändernden Bedingungen anzupassen und was der Mensch tun kann, um mit dem Klimawandel umzugehen. Das Jahresprogramm bietet rund 650 Veranstaltungen von April bis Dezember. Das 200 Seiten starke Programmheft liegt an zahlreichen Orten kostenlos zur Mitnahme aus.

„Tage der Industriekultur“ sind ein Klassiker der Kultur-Region und laufen vom 29. August bis 3. September. Dazu gehören zwischen 200 und 400 Veranstaltungen, die die industrielle Geschichte der Region auf vielfältige Weise vor Augen führen. Auch dort ist „Wasser“ in diesem Jahr ein übergreifender Themenschwerpunkt, wobei es um Wasserstraßen oder Ver- und Entsiegelung ebenso gehen kann wie um Wasser als Lebensmittel oder Energieträger. Darüber hinaus gibt es im Rahmen der „Route der Industriekultur“ von April bis Dezember zahlreiche Angebote, speziell auch für Kinder und Jugendliche. Routen sind unter anderem auf krfrm.de/Routenfuehrer zu finden.

Was die Museen der Region zeigen, versammelt das dazugehörige Programmheft auf rund 100 Seiten. 106 Häuser haben sich am aktuellen Jahresplaner beteiligt und stellen ihre Dauer- und Sonderausstellungen vor. Er ist in den Museen und an vielen anderen Orten erhältlich.

Die Reihe „Geist der Freiheit- Freiheit des Geistes“ ist im Jahr des Jubiläums zu 175 Jahre Paulskirchenversammlung und 90 Jahre „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten von besonderer Aktualität. Am 2. Februar findet dazu in Aschaffenburg online und in Präsenz ein Symposion statt, das die Machtübernahme auf lokaler Ebene beleuchten will. Programm und Details dazu unter www.krfrm.de/1933. Anlässlich des 175. Jahrestags der Revolution von 1848/49 soll eine Jubiläumszeitung „Extrablatt“ entstehen, an der Autor:innen aus der ganzen Region mitarbeiten. Das Erscheinen der Zeitung wird ab Mai von vielen Aktionen begleitet.

Beim Theaterfestival „Starke Stücke“ kommen Inszenierungen für junge Menschen auf die Bühnen.
Beim Theaterfestival „Starke Stücke“ kommen Inszenierungen für junge Menschen auf die Bühnen. © Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main
Der Kätcheslachpark am Frankfurter Riedberg: Park und Wassersammelbecken.
Der Kätcheslachpark am Frankfurter Riedberg: Park und Wassersammelbecken. © Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main (4)
Schleuse Kleinostheim: Wasser ist in diesem Jahr ein prägendes Thema vieler Veranstaltungen der Kultur-Region.
Schleuse Kleinostheim: Wasser ist in diesem Jahr ein prägendes Thema vieler Veranstaltungen der Kultur-Region. © Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main

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