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Der Palmengarten hat wieder Schwäne. Eines der Tiere ist 2017 dort geschlüpft.

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Zum Wiedersehen weint der Himmel über dem Palmengarten

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Auch der Botanische Garten in Frankfurt leidet beim Comeback nach der Corona-Auszeit unter dem Regen, das Senckenberg-Museum aber nicht.

Witzig. Sehr, sehr witzig, dieser Wettergott. Wochenlang Sonne und Trockenheit – und ausgerechnet an dem Tag, der wieder Leben in den Palmengarten und den Botanischen Garten bringen soll: Regen, Kälte, Sturm. Endlose Menschenschlangen waren bang erwartet worden nach der Corona-Besuchsdiät. Die Wahrheit jedoch: „Vier oder fünf Leute sind bisher reingekommen“, sagt der Kassierer am ganz neu eröffneten Eingangshäuschen kurz nach Mittag. Am späteren Nachmittag werden es 20, höchstens 30 gewesen sein.

Drinnen ist die Laune unterm Regenschirm dann auch nicht rosig. „Schauhäuser! Sind! Zu!“, brüllt eine einsame Besucherin gegen das Geprassel an, „Gartenspaziergang! Möglich!“ Gänse führen ihren Nachwuchs aus. Hinter dem jetzt geschlossenen früheren Eingang Palmengartenstraße brütet ein Schwanenpaar. Es ist ein Happy End: Voriges Jahr verschwanden die Palmengarten-Schwäne Richtung Wildtierstation – nun sind offenbar Nachkommen des Paares zurückgekehrt. „Einer der Schwäne wurde 2017 hier im Palmengarten beringt“, sagt Direktorin Katja Heubach. „Den anderen geht es auch gut.“

Bald wird man wieder kleine Schwänchen durch die Gegend watscheln sehen. Dann hofft Petra Georg im Laden am (weiterhin geschlossenen) Eingang Siesmayerstraße auf besseres Wetter. Der Montag brachte nach Wochen ohne Einnahmen keine Linderung. Verkauft werden Snacks, Eis, Getränke, durchs Fenster zum Garten; in den Souvenirladen dürfen nur zwei Leute zugleich.

„Es sind die Eisheiligen“, sagt Petra Georg zuversichtlich, „das wird schon noch.“ So sieht es auch Palmengarten-Sprecher Sebastian Klimek und bittet um Nachsicht, weil nur ein einziger Eingang offen ist. Das Virus eben.

Museum vor dem Härtetest

Mit Regen deutlich besser zurecht kommt das Senckenberg-Museum, das am Montag ebenfalls nach gut acht Wochen wieder geöffnet ist. „Typisches Museumswetter“, sagt Senckenberg-Direktor Andreas Mulch. Drinnen fühlt es sich am Nachmittag angenehm an; es ist nicht zu voll, aber durchaus was los. Cornelia Papadopoulos ist mit der Enkelin Zoí da und freut sich über einen hilfreichen Zufall: „Wir hatten vor, am ersten Regentag etwas zu unternehmen – und dann macht das Senckenberg-Museum genau passend auf.“ Was will die Enkelin sehen? „Alles. Am besten findet sie die Dinos.“ Welcher Dino ist der allertollste? Das verrät Zoí der neugierigen Presse nicht. Wir respektieren das natürlich.

Direktor Mulch ist zufrieden mit Tag eins. „Nun haben wir neben dem ganzen Wahnsinn auch noch eine kleine Museumseröffnung“, scherzt er. Er freut sich für die Familien, die endlich wieder mehr Abwechslung haben, und er erwartet das Wochenende als Härtetest. Wie viele Menschen wird das Museum gleichzeitig hereinlassen? „Wir wissen es noch nicht“, sagt Mulch offen. „Das sind Tage, an denen wir lernen.“

Die Wiederöffnung sei auch für ein Forschungsinstitut wichtig, das im Prinzip hinter den Kulissen weiterarbeiten kann: „Das Museum ist unsere Kontaktplattform zu den Bürgerinnen und Bürgern – es tut weh, wenn es nicht da ist.“ Was die Lockerungen angeht: „Wir vertrauen da ganz der Wissenschaft.“

Die Laune bei Senckenbergs ist gut, auch wenn der Weg hinein einem Labyrinth ähnelt und der Ausgang ... wo war gleich der Ausgang? Ach dort. Nanu – gab es diese Tür im Foyer schon immer?

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