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Kunst genießen in großen Räumlichkeiten wie hier im Museum Angewandte Kunst. Foto: Christoph Boeckheler
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Kunst genießen in großen Räumlichkeiten wie hier im Museum Angewandte Kunst.

Frankfurt

Wiedereröffnung der Frankfurter Museen:„Es ist wie wieder frei atmen zu können“

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Die ersten Frankfurter Museen lassen Besucher:innen nun wieder in ihre Häuser. Die Zeitfenster müssen vorab gebucht werden. Für Besucher:innen und Personal ist die Freude groß.

Mit Fliege und OP-Maske sitzt Thomas Schwarz am Dienstagmittag ganz allein auf dem Sofa unweit einer Projektion in einem Ausstellungsraum des Museums Angewandte Kunst. Schwarz betont, es sei ein kleiner Kick an Lebensfreude, dass er wieder ins Museum könne. „Es ist wie wieder frei atmen zu können, trotz Maske.“ Kurz zuvor war er schon im MMK Tower. „Zwei Museen am Tag reichen erst mal.“ Und fürs Städel, das am Donnerstag wieder Besucher:innen reinlässt, hat er auch schon sein Ticket und Zeitfenster gebucht.

Es ist der erste Tag, die erste Stunde, an dem das Museum Angewandte Kunst seit dem zweiten Lockdown wieder geöffnet hat. Das Museum Angewandte Kunst gehört zu einem der ersten, die in dieser Woche in Frankfurt wieder öffnen. Dort kann man sich einen Tag vorab telefonisch, per Mail, aber auch spontan und direkt an der Kasse anmelden. Vor dem Reingehen füllen die Besucher:innen ein Kontaktformular aus. Für 90 Minuten gilt das gebuchte Zeitfenster. Die Besucher:innen werden auf markierten Wegen auf einem Rundgang durch das Museum geleitet.

Matthias Wagner K, Direktor des Museums Angewandte Kunst, beschreibt sein Gefühl der Wiedereröffnung mit „großartig“. „Wir haben den Vorteil, dass wir sehr große Räumlichkeiten haben. Momentan sind 1500 Quadratmeter geöffnet. 150 Menschen dürfen gleichzeitig im Museum sein.“ Mitarbeiter:innen schauen, dass sich nicht zu viele an einem Punkt sammeln. An manchen engeren Stellen dürfen sich nur zwei Menschen gleichzeitig aufhalten. In der ersten Stunde sind es zehn Besucher:innen, die durchs Haus gehen, aber sich eigentlich nicht begegnen. Ein- und Ausgang der Ausstellung sind auch voneinander getrennt. Die aktuelle Ausstellung der Grafikdesignerin Anette Lenz, „à propos“, passe perfekt, betont Wagner K. Viele knallige, fröhliche Farben als Plakate oder 3-D-Objekte sind zu sehen.

So öffnen die Museen und das sind die regeln

Frankfurt: Als erste Museen in Frankfurt haben gestern das Archäologische Museum, das Museum Angewandte Kunst, das Ikonen-Museum, das Institut für Stadtgeschichte und der Tower MMK des Museums für Moderne Kunst wieder geöffnet. Vom heutigen Mittwoch an können Gäste die Exponate des Senckenberg-Museums bestaunen. Die Schirn-Kunsthalle, das Städel-Museum und die Liebieghaus-Skulpturensammlung folgen am Donnerstag, 11. März, ebenso das Jüdische Museum Frankfurt. Das Museum für Kommunikation und das Architekturmuseum lassen ab Freitag, 12. März, wieder Gäste ein. Das Historische Museum ist von Samstag, 13. März, an wieder zugänglich. Im Caricatura-Museum kann sich das Publikum ab Dienstag, 16. März, wieder verlustieren, am selben Tag öffnet das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) seine Ausstellungen wieder, sein Kino allerdings erst im April. Das Museum Judengasse plant seine Wiedereröffnung für den 25. März. „Das Struwwelpeter-Museum bleibt leider noch einige Tage geschlossen“, heißt es auf dessen Website. Spätestens zu Ostern soll das aber vorbei sein.
archaeologisches-museum-frankfurt.de
www.museumangewandtekunst.de
www.stadtgeschichte-ffm.de
www.mmk.art/de/visit/tower/
www.museumfrankfurt.senckenberg.de
www.schirn.de
www.staedelmuseum.de
www.liebieghaus.de
www.juedischesmuseum.de
www.mfk-frankfurt.de
www.dam-online.de
www.historisches-museum-frankfurt.de
www.dff.film
www.struwwelpeter-museum.de
Offenbach: Während das Klingspor-Museum seit dem gestrigen Dienstag wieder geöffnet ist, können die aktuellen Ausstellungen des Deutschen Ledermuseums Offenbach von Freitag, 12. März, an in einem vorab vereinbarten Zeitfenster von zwei Stunden wieder besichtigt werden.
www.klingspor-museum.de
www.ledermuseum.de

Darmstadt: Seit heute kann die Ausstellung „Genaro Strobel. Size“ in der Kunsthalle Darmstadt ganz analog vor Ort beschaut werden, das Hessische Landesmuseum Darmstadt verkündet unter dem Motto „Wir sind zurück!“ seine Wiederöffnung für Freitag, 12. März. Das Museum Jagdschloss Kranichstein lässt von Samstag, 13. März, an wieder Publikum zu. Das Besucherzentrum der Grube Messel öffnet wieder am Donnerstag, 11. März, mit fester Terminvergabe.
www.kunsthalle-darmstadt.de
www.hlmd.de
www.jagdschloss-kranichstein.de
www.grube-messel.de

Kreis Groß-Gerau: Das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim ist ab 12. März wieder zugänglich, die Opelvillen Rüsselsheim öffnen ab Samstag, 13. März, schrittweise ihre Pforten. Zunächst sind Besuche nur an Wochenenden möglich, ab 22. März auch dienstags bis freitags.
www.museum-ruesselsheim.de
www.opelvillen.de

Taunus und Wetterau: Das Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg lässt seit heute wieder maximal 15 Besucher:innen ein, der Hessenpark bei Neu-Anspach hat just den Samstag, 13. März, als Öffnungstermin festgelegt. Das Römerkastell Saalburg hält seine Pforten noch mindestens bis 15. März geschlossen. Die Keltenwelt am Glauberg freut sich ab Dienstag, 16. März, wieder auf Besuch.
www.museumsinclairhaus.de
www.hessenpark.de
www.saalburgmuseum.de
www.keltenwelt-glauberg.de

Wiesbaden und Mainz: Das Museum Wiesbaden öffnet wieder am Freitag, 12. März, das neue Onlineportal zur Terminbuchung steht seit heute bereit. Im Landesmuseum Mainz öffnen die beiden großen Ausstellungen „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ und „Ritter, Bauer, Edeldame“ am 16. März wieder.
www.museum-wiesbaden.de
www.landesmuseum-mainz.de

Zusammengestellt von Meike Kolodziejczyk

„Das Museum kann in diesen Zeiten zum Antidepressivum werden“, betont Matthias Wagner K, als er unter der von der Decke hängenden 3-D-Installation „Relax“ vorbeigeht. Ein Ehepaar aus Oberbayern ist auf Geschäftsreise in Frankfurt. „Wir haben nun die Gelegenheit genutzt. Wir haben die Museen sehr vermisst.“ Besucherin Anna Visciani aus Offenbach sagt: „Ich habe die Wiedereröffnung herbeigesehnt. Das gibt mir ein Stück Lebensqualität zurück. Und ich fühle mich hier sehr sicher. Die Abstands- und Hygienemaßnahmen werden super eingehalten.“

Das sei dann auch ab der Wiedereröffnung am Donnerstag im Städel-Museum der Fall, betont Sprecherin Pamela Rohde. Die Sonderausstellung über Max Beckmanns Jahre in Frankfurt, die eigentlich im Januar eröffnet werden sollte, wird nun zu sehen sein. Fürs Städel wie fürs Liebieghaus könne man ausschließlich die Tickets und das entsprechende Zeitfenster von 60 Minuten vorab online buchen. „Die Kassen bleiben geschlossen“, so die Sprecherin.

Die Nachfrage sei bereits sehr gut. Am Montag, als der Onlineverkauf gestartet wurde, sind gleich 500 Tickets verkauft worden. „Aber keine Sorge, es gibt noch genug Tickets für diese Woche und auch fürs Wochenende“, so Rohde. Auf den Tag verteilt dürften aktuell 1000 Besucher:innen ins Städel. „Wir sind alle hocherfreut, dass es wieder losgeht“, sagt Rohde. Wie in allen Museen ist das Tragen einer OP-Maske oder FFP-2-Maske Pflicht.

Auch im MMK Tower unweit der Taunusanlage trägt US-Amerikaner Paul seine OP-Maske. Der 29-Jährige ist selbst Künstler und lebt in Mannheim. „Ich habe an der Städelschule studiert und bin jetzt zu Besuch in Frankfurt. Kunst in echt zu sehen ist doch wirklich etwas ganz anderes als Bilder auf Instagram.“

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