Politik

Wieder Streit über Multifunktionshalle

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Die SPD will den Standort am Flughafen prüfen lassen – zum Ärger des Sportdezernenten.

Die SPD im Römer fordert, den Bau einer Multifunktionsarena am Flughafen zumindest zu prüfen. Sportdezernent Markus Frank (CDU) hingegen hält am Standort Kaiserlei fest und ist verärgert über den Vorstoß der Sozialdemokraten.

Vor einigen Wochen waren Pläne der kanadischen Katz Group öffentlich geworden, die am Flughafen eine Halle für mehr als 20 000 Zuschauer bauen möchte. In dem Gebäude namens „The Dome“ sollen die Eishockey-Löwen sowie die Basketballer der Skyliners spielen. Zudem sind Konzerte und weitere Veranstaltungen geplant. Die Stadt Frankfurt müsste dafür kein Geld bezahlen, und aus Sicht des Initiators Felix Scheuerpflug gibt es noch einen weiteren Vorteil für die Kommune: „Mit dem Grundstück am Flughafen halten wir Verkehr aus der Stadt heraus, anstatt diesen hineinzuführen.“ Die SPD kann diesem Konzept offenbar etwas abgewinnen und fordert den Magistrat auf, Gespräche mit den Verantwortlichen aufzunehmen.

Im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen ist der Bau einer Multifunktionsarena vorgesehen. In einem aufwendigen Ausschreibungsverfahren gelangte die Stadt an zwei potenzielle Investoren, die am Kaiserlei im Grenzgebiet zwischen Frankfurt und Offenbach eine Halle für 12 000 Zuschauer bauen wollen. Derzeit verhandelt Sportdezernent Frank mit dem französischen Unternehmen Lagardère über den Bau.

Dass nach Jahren der Planung am Kaiserlei nun wieder ein neuer Standort diskutiert wird, hält Frank zumindest für unglücklich. Zum Vorstoß der SPD sagt er im Gespräch mit der FR: „Ich kann den Antrag nicht nachvollziehen.“ Die Gespräche mit Lagardère befänden sich in der „finalen Runde“. Sollten diese abgebrochen werden, um das Angebot der Katz Group zu prüfen, könnte die Stadt unter Umständen sogar schadensersatzpflichtig werden.

Allerdings gibt es in den Verhandlungen mit Lagardère ein großes Problem: Aus rechtlichen Gründen bekommt das Unternehmen das Gelände nicht kostenlos, wie es zunächst geplant und im Koalitionsvertrag vorgesehen war. Im Gegenzug fordern die Investoren von der Stadt eine Bürgschaft über einen Teil der Investitionssumme. Die meisten Stadtverordneten sehen diese Entwicklung skeptisch, eine Mehrheit für die Bürgschaft würde es derzeit wohl nicht geben. Zumal das Gelände auch als Standort für die neue Europäische Schule im Gespräch ist, die die Stadt laut Vertrag mit der Europäischen Zentralbank bauen muss. Baudezernent Jan Schneider (CDU) sucht dafür dringend eine Fläche.

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