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Frankfurt: Hitzige Debatte um Umgang mit rechten Verlagen auf Buchmesse

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Von: Florian Leclerc

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Auf der Frankfurter Buchmesse sollen sich alle sicher fühlen, sagte Buchmesse-Direktor Boos.
Auf der Frankfurter Buchmesse sollen sich alle sicher fühlen, sagte Buchmesse-Direktor Boos. © Renate Hoyer

Der Direktor der Frankfurter Buchmesse war Gast im Kulturausschuss des Römers in Frankfurt und stellte sich der Debatte mit den Stadtverordneten.

Frankfurt – In einer von starken Redebeiträgen geprägten Debatte hat sich der Kulturausschuss des Römers am Donnerstagabend mit der Präsenz von rechten Verlagen auf der Frankfurter Buchmesse auseinandergesetzt. Rahel Berhanu, die für Schwarze Autor:innen Veranstaltungen organisiert hat, nannte es in der Fragestunde „beschämend“, dass sich Schwarze Menschen auf der Buchmesse 2021 von rechten Verlagen bedroht fühlen mussten. „Schwarze Menschen müssen stärker geschützt werden“, forderte sie.

Buchmesse-Direktor Juergen Boos sagte, die Buchmesse stehe für Meinungsfreiheit und Vielfalt. „Wir müssen auch Meinungen zulassen, die uns widerstreben.“ Inhalte, die verfassungsfeindlich seien, würden angezeigt. Er warb für ein Symposium zum Umgang mit rechten Verlagen und weitere Veranstaltungen im Jahresverlauf.

Frankfurter Buchmesse: Linke fordert mehr Mut bei Auseinandersetzung mit rechten Verlagen

„Platzieren Sie die rechten Verlage dorthin, wo sie hingehören, in die letzte Halle, neben die Toilette“, sagte Thomas Bäppler-Wolff (SPD). Es sei falsch, rechte Verlage zu ignorieren, widersprach Jutta Ditfurth (Ökolinx). Sie forderte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit rechten Texten und Autor:innen. Ob die Buchmesse das prüfe? „Wer gegen die Gesetze und die UN-Charta verstößt, wird ausgeladen“, sagte Boos. „Zeigen Sie gesetzeswidrige Inhalte an“, sagte er.

Michael Müller (Linke) forderte mehr Mut bei gerichtlichen Auseinandersetzungen. „Haben Sie keine Angst vor etwaigen Prozessen.“ Andreas Lobenstein (AfD) forderte eine Differenzierung zwischen rechts und rechtsextrem und warb für Meinungsfreiheit. Uwe Paulsen (Grüne) wies darauf hin, dass etwa Holocaust-Leugnung nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. (Florian Leclerc)

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