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Summer in the City. Am Sonntag gab es endlich einen heißen Tag – hier im Bethmannpark. Foto: Monika Müller
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Summer in the City. Am Sonntag gab es endlich einen heißen Tag – hier im Bethmannpark.

Sommer in der Stadt

Wie in Italien

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Die Frankfurterinnen und Frankfurter zieht es am warmen Sonntag vor allem ans Mainufer. Die Stimmung ist entspannt. Polizei zeigt Präsens, hält sich aber zurück.

Es wirkt, als sei die ganze Stadt auf den Beinen, auf dem Rad, im Auto unterwegs. Es zieht die Frankfurterinnen und Frankfurter, auch viele Gäste aus dem Umland, an diesem warmen Sonntag unweigerlich ans Wasser. In Höchst etwa sitzt Nadja aus Liederbach mit einem Bekannten zusammen auf einer Bank am Wasser.

Vor zwei Jahren hat die Stadt dort nach einer Sanierung der Spundwand auf Höhe der Batterie ein zusätzliches Stück Uferpromenade eröffnet. Gut sitze es sich dort, findet Nadja. „Am Uferweg ist es auch schön, aber da sind ständig Radler oder Fußgänger im Blickfeld“, sagt sie und lacht. Am Wasser herrscht dagegen freie Sicht.

Etwa auf die Frau im Kajak, die entspannt vorbeitreibt. Sie hat den Strohhut tief ins Gesicht gezogen und ruht sich aus. In Griesheim sei sie gestartet, erzählt die Sportlerin. Ein Drittel ihrer etwa dreistündigen Tour hat sie geschafft, da darf sie sich auch mal kurz treiben lassen.

An der Mainfähre Walter Kolb herrscht großer Andrang. „Wir bilden uns ein, wir sind in Italien“, ruft eine Dame vergnügt vom Deck aus. Alt-Höchsterin sei sie, habe für den Erhalt der Fähre gekämpft. Jetzt setzt sie über.

Auch etwas weiter flussaufwärts, am Westhafen Tower, sind alle Bänke besetzt. Ein Polizeiboot schippert vorbei. Fast möchte man winken. Aber das ist ja kein Ausflugsdampfer. Ein Mann sonnt sich mit freiem Oberkörper. Über die Gründe möchte er nicht sprechen. Zu entspannt. Der ungewohnte Anblick wird schnell zur Routine. Auf dem Stück zwischen Tower und Interconti liegen gleich vier Herren oben ohne. Auch eine Dame im Bikini.

Obendrein sind die meisten Menschen in kurzen Hosen unterwegs. Noch fehlt ihnen die südländische Bräune. Da hilft es, auf den guten Rat eines jungen Ruderers zu hören. „Sonnenschutz auftragen“, empfiehlt er eindringlich. Das Wetter ist tückisch. Die Sonne lacht, gleichzeitig kühlt eine stete Brise.

Geradezu geschäftig wirken die beiden Herren, die an der DLRG-Station am Nizza gerade ein Testzentrum aufbauen. „Es ist ein Versuchsballon“, sagt Claus Bley. Den Arzt wurmt, dass so wenige Apotheken in der Stadt die Möglichkeit nutzten, den Menschen Tests anzubieten. Zusammen mit Stefan Hansen, Notfallsanitäter und Medizinstudent, hat er darum ein eigenes Zentrum ersonnen. Wenn es gut laufe, werden die beiden auch in den kommenden Wochen an Wochenenden an der DLRG zu finden sein.

Für die erste Teilnehmerin gibt es zum Dank eine Rose. „Wegen Muttertag“, flachst Bley. Der Test ist unkompliziert. Wer möchte, registriert sich via Handy über einen QR-Code, bekommt sanft ein Stäbchen in die Nase und erhält das Ergebnis 15 Minuten später auf das Handy geschickt. Bei der DLRG dürfen sie die Fläche nutzen, weil man sich kennt. Hansen ist Mitglied. Bley hilft als Notarzt bei den Museumsuferfesten.

Dribbdebach, auf Sachsenhäuser Seite, zwischen Holbein- und Eisernem Steg, herrscht derweil Freibadstimmung. Unzählige Menschen lümmeln auf Picknickdecken oder Sitzkissen, auch ein paar Gänse sind zu finden. Manche (Menschen) lassen Musik erschallen. Eine Familie hat eine Hängematte zwischen zwei Bäume gespannt. Vor Maincafé und Dönerboot bilden sich Schlangen. Maske trägt fast niemand. „So viele Wissenschaftler haben jetzt schon darauf hingewiesen, dass die Aerosole im Freien kein Problem darstellen“, sagt eine Frau.

Ein Polizeiwagen fährt vorbei, dahinter hat sich auf dem schmalen Uferweg eine Traube von Radlerinnen und Radlern gebildet. Erinnert an das Fahrradrennen zum ersten Mai. Irgendwann stoppen die Beamten, die Radler können passieren. Die Polizei ist entspannt, zeigt Präsenz, hält sich aber zurück. Zumindest tagsüber. Auch das Ordnungsamt gibt auf Anfrage die Auskunft, sich nicht sonderlich auf den warmen Sonntag vorbereitet zu haben.

Sehr wohl vorbereitet hat sich die FES-Stadtreinigung. Am Mainufer sind die Mülleimer für einen Sonntagnachmittag auffällig leer. Das sei neu in diesem Jahr, informiert die FES. Die Reinigung macht erstmals auch am Mainufer Sondertouren, zusätzlich zu denen in Parks und im Anlagenring.

Auch am Hafenpark im Ostend freuten sich die Menschen über das warme Wetter.

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