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Szene aus dem Film „All our Futures“, der sich mit den Ängsten und Hoffnungen Frankfurter Jugendlicher befasst. Schauspiel FRankfurt
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Szene aus dem Film „All our Futures“, der sich mit den Ängsten und Hoffnungen Frankfurter Jugendlicher befasst.

Theater in Frankfurt

Wie Frankfurter Jugendliche sich die Zukunft vorstellen

  • Anja Laud
    VonAnja Laud
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Das Schauspiel Frankfurt schließt das Bildungsprojekt „All our Futures“ mit einer Filmpräsentation ab.

Wie denken Kinder und Jugendliche über die Zukunft, über ihre eigene und die der Menschheit? Welche Ängste haben sie, welche Hoffnungen, welche Erwartungen? Das alles haben 180 Frankfurter Schülerinnen und Schüler drei Jahre lang mit dem Frankfurter Schauspiel bei „All our Futures“ erkundet, einem der größten Bildungsprojekte an einem deutschsprachigen Theater. Die Bilder, die sie sich von der Zukunft machen, sind jetzt in einem Film zu sehen.

„Du musst wissen, dass es kein Videospiel gibt, das mir Angst macht, außer das reale Leben“, sagt ein Jugendlicher in dem etwa 50-minütigen Film „All our Futures“, der zum Abschluss des Bildungsprojektes bis Mittwoch, 3. März, über die Homepage des Schauspielhauses kostenlos abgerufen werden kann.

Wie fragil das Leben sein kann und wie vielfältig bedroht, das haben die 180 Kinder und Jugendlichen im Alter von elf bis 19 Jahren aus Schulen in 26 Frankfurter Stadtteilen erlebt. Sie arbeiteten in dem Bildungsprojekt von Herbst 2017 bis zum Frühjahr vergangenen Jahres mit 14 Künstler:innen und zwölf Pädagog:innen zusammen und zeigten bei 28 Veranstaltungen mit über 7000 Zuschauer:innen zahlreiche Performances, Installationen, Kunstwerke und spielten Musikstücke.

Schauspiel

„All our Futures“ kann bis Mittwoch, 3. März, kostenlos über die Homepage des Frankfurter Schauspiels abgerufen werden.

Der etwa 50-minütige Film entstand im Rahmen des gleichnamigen Bildungsprojekts des Schauspiels Frankfurt, an dem 180 Frankfurter Schüler:innen beteiligt waren. lad

www.schauspielfrankfurt.de

In diese Zeit fielen der Beginn der „Fridays for Future“-Bewegung und damit die verstärkte Auseinandersetzung gerade junger Leute mit den Folgen des Klimawandels, der Hanauer Anschlag, der die Schüler:innen – viele stammen aus Familien mit Migrationshintergründen – erschütterte, und natürlich der Beginn der Corona-Pandemie.

Letzteres hatte Auswirkungen auf das Bildungsprojekt. Denn eigentlich wollten die Schüler:innen im April 2020 zu dessen Abschluss auf der großen Bühne des Schauspielhauses ein Theaterstück der Berliner Autorin Tina Müller uraufführen, das diese auf Grundlage von Gesprächen, die sie mit den Kindern und Jugendlichen geführt hatte, geschrieben hatte. „Wir waren mitten in den Endproben, dann ist uns die Pandemie reingerasselt“, sagt Müller.

Um den Kindern und Jugendlichen, die sich auf ihren großen Auftritt im Schauspiel in von ihnen selbst gewählten Kostümen gefreut hatten, dennoch eine Bühne und ein Publikum zu bieten, drehte die Regisseurin Jessica Glause im Juni vergangenen Jahres in kleinen Gruppen und unter strenger Einhaltung aller Hygieneauflagen den Film, der die wesentlichen Elemente des Theaterstücks von Tina Müller bewahrt.

Die Berlinerin begleitete die Kinder und Jugendlichen über einen langen Zeitraum und sie sprach mit fast allen, bevor sie mit ihrem Theaterstück begann. Wichtig war ihr beim Schreiben, deren Stimmen im Original und in all ihrer Diversität wiederzugeben, wie Tina Müller sagt.

Im Film taucht nur eine Erwachsene als Sprecherin auf. Und sie ist mit ihren Fragen und Anmerkungen eine Schrittmacherin, sie gibt keine Themen vor. Das machen die Kinder und Jugendlichen selbst. Breiten Raum nehmen ihre Sorgen und Ängste ein. Was, wenn der Mensch weiter die Umwelt zerstört, wenn ein dritter Weltkrieg ausbricht, wenn man die Erwartungen der Eltern nicht erfüllt, wenn man durchs Abitur fällt oder keinen guten Beruf wählen kann? „Die Erwachsenen sind die Bösen, denn sie hören uns nicht zu“, sagt ein Mädchen, als es um den Klimawandel geht. Und doch ist „All our Futures“ ein unbedingt sehenswerter Film, er spiegelt nicht nur die Klagen, auch die Lebensfreude der Schüler:innen. „Allen Krisen zum Trotz, wir hatten noch nie so viel Hoffnung wie heute“, sagt eine.

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