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Spaziergang zur Stadtgrenze: Auf den Feldern zwischen Oberursel-Weißkirchen und Frankfurt sollen bald Häuser stehen.
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Spaziergang zur Stadtgrenze: Auf den Feldern zwischen Oberursel-Weißkirchen und Frankfurt sollen bald Häuser stehen.

Frankfurt

Widerstand gegen neuen Stadtteil wächst

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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  • Torsten Weigelt
    Torsten Weigelt
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Die SPD im Frankfurter Norden will die Pläne nicht durchwinken. Bürger aus Steinbach, Oberursel und Umgebung gründen eine Protestinitiative.

Der geplante Stadtteil beidseits der A5 im Frankfurter Norden stößt auf Skepsis und Widerstand. Die SPD-Basis in den Ortsbeiräten 7 und 8 will nur zustimmen, wenn zehn Bedingungen erfüllt sind. Es ist zweifelhaft, ob sie eingelöst werden können. Auch in Oberursel wächst der Widerstand. 

Die SPD in den Ortsbeiräten 7 und 8 legt einen Antrag vor. Das Motto: Erst umfangreicher Lärmschutz und Verkehrsberuhigung, dann die neuen Wohnungen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) reagiert zurückhaltend: „Da sind viele wichtige Punkte dabei, auf die wir aber heute noch keine abschließende Antwort geben können“, so Josefs Sprecher Mark Gellert. 

Der Magistrat plant einen Stadtteil für 25.000 Menschen südwestlich von Niederursel und Praunheim sowie östlich von Steinbach. Die SPD-Ortsbeiräte wollen „effektiven Lärmschutz“ entlang der A5 vom Autobahnkreuz Nordwest bis zur Urselbachbrücke. Dieser dürfe nicht mit der Realisierung des Riederwaldtunnels verknüpft werden. Die Ortsumfahrung Praunheim müsse realisiert werden, samt einer Tunnelanbindung an den Erich-Ollenhauer-Ring. Der neue Stadtteil soll auch von Norden her über die Rosa-Luxemburg-Straße erschlossen werden, wobei die Straße selbst Lärmschutz erhalten soll. Für den Abschnitt von der Geschwister-Scholl-Schule bis zur neuen Feuerwache verlangen die SPD-Ortsbeiräte sogar eine Einhausung. 

Entlang des Steinbachtals müssten breite Grünzonen erhalten werden. Die Kaltluftzufuhr dürfe nicht abgeschnitten werden. Die SPD-Basis möchte prüfen lassen, ob die sanierungsbedürftige Seniorenwohnanlage am Praunheimer Weg verlagert werden kann. Derzeit bilde dieser Gebäuderiegel eine „unüberwindbare Barriere“ am Ende des Steinbachtals. 

Der Tennisplatz der TSG Nordwest und die Kleingartenanlage des KGV Nordweststadt sollen erhalten bleiben. Viele Forderungen gelten der Verkehrserschließung des neuen Stadtteils. So will die Basis, dass die Regionaltangente West der Bahn mit der U6 verknüpft und über eine Tunnelanbindung bis zum Nordwestzentrum weitergeführt wird.

Außerdem soll geprüft werden, ob die U6 durch den neuen Stadtteil laufen kann, mit einer Station. Am Ende müsse die U6 auf die Trasse der U3 einschwenken. Von der Wilhelm-Fay-Straße her wollen die Ortsbeiräte einen Zugang zur A66 oder zur A648 schaffen, um die Verkehrssituation im Bereich Westerbachstraße, Gaugrafenstraße und Am Seedamm zu entschärfen. Weitere Bedingung: keine zusätzliche Ausfahrt von der A5 in Höhe des Rastplatzes Taunusblick. Am 17. August wird im Ortsbeirat 8 über den Forderungskatalog beraten, am 22. August im Ortsbeirat 7. 

Bürger machen mobil

Derweil machen auch die Bürger mobil – und zwar über die kommunalen Grenzen hinweg. Wie am Montagabend bei einem Ortstermin der Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) bekanntgeworden ist, sind Menschen aus Steinbach, Oberursel und den betroffenen Frankfurter Stadtteilen dabei, sich zu einer Initiative zusammenzuschließen, um die Pläne des Magistrats zu verhindern. 

„Wir wollen nicht dabei zusehen, wie der letzte Grünzug auch noch verschwindet“, sagte Mit-Initiator Niklas Sulzbach. Er räumte ein, dass die Gruppe „sich gerade erst formiert“. Allerdings zeigte die Resonanz auf den Ortstermin, dass das Interesse an dem Thema groß ist: Trotz Ferienzeit und Sommerwetter waren gut 200 Frauen und Männer an die Stadtgrenze von Frankfurt und Oberursel gekommen, um sich ein Bild von dem vorgesehenen Baugebiet zu machen. 

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