+
Die U5 erhält immer mehr Bedeutung. Künftig soll sie vom Römerhof übers Europaviertel und den Hauptbahnhof via Nordend an Preungesheim vorbei bis zum Frankfurter Berg führen. Foto: Renate Hoyer

Frankfurt

VGF beginnt Feinplanung für U5-Verlängerung in Frankfurt

  • schließen

VGF beginnt Feinplanung für die Verlängerung der U5 von Preungesheim zur S-Bahnstation Frankfurter Berg. Die Finanzierung ist gesichert, das Projekt könnte Dank neuer Förderrichtlinien des Bundes die Stadt Frankfurt auch viel weniger kosten als gedacht.

Der erste Zug der Stadtbahn zum Frankfurter Berg könnte in der zweiten Hälfte des nächsten Jahrzehnts rollen, sagt Klaus Oesterling (SPD). Euphorie und Vorsicht gehen beim Frankfurter Verkehrsdezernenten Hand in Hand. Zuversichtlich ist er, dass sich der Lückenschluss zwischen der Endstation der U5 in Preungesheim und der S-Bahn-Linie 6 im Norden umsetzen lässt – kostengünstig für die Stadt. Nur wie schnell das geht, ist offen.

Eineinhalb Kilometer soll der neue Streckenabschnitt lang sein. Die Route führt an der Homburger Landstraße entlang. Drei Stationen entstehen, die Fahrtzeit beträgt mit Stops vier Minuten. 30,8 Millionen Euro würde der Bau kosten, allerdings nach einer Kalkulation aus dem Jahr 2016. Aber Geld ist wohl das kleinste Problem. Die Kosten-Nutzen-Analyse ist so positiv ausgefallen, dass der Bund das Projekt auf alle Fälle fördern werde, sagt der Dezernent. 100 000 Stunden Reisezeit pro Jahr sparen die Nutzer laut Prognose mit dem Ausbau. Die Verbindung generiere 2330 zusätzliche Nahverkehrsfahrten pro Tag. Zwei Drittel davon legten die Pendler zuvor mit dem Auto zurückgelegt. 3,6 Millionen Pkw-Kilometer pro Jahr würden eingespart.

Und Oesterling hat weiteres Sparpotenzial entdeckt. Der Bund plane entscheidende Neuerungen bei seinen Zuschüssen zu Nahverkehrsprojekten. Der Etat dafür soll um ein bis zwei Milliarden Euro wachsen. „Damit gäbe es mehr Geld als baureife Projekte.“

Dem Kabinettsbeschluss müssen Parlament und Bundesrat noch zustimmen. Oesterling ist zuversichtlich. Auch den Kandidatenkreis will der Bund erweitern. Bislang haben Projekte ab 50 Millionen Euro Zuschüsse erhalten. Künftig gäbe es Förderung ab 30 Millionen Euro Kosten. Der Bund will auch mehr Geld an die einzelnen Vorhaben ausschütten. Statt 60 Prozent der Kosten übernimmt Berlin künftig 75 Prozent.

Hinzu kämen Zuschüsse des Landes, sagt Oesterling. Somit seien mehr als 80 Prozent der Kosten für die Verlängerung der U5 an den Frankfurter Berg gedeckt. Was die Stadt dann noch zu finanzieren hat, ist „deutlich niedriger“ als erwartet.

Die VGF geht nun an die weitere Planung, skizziert Oesterling die nächsten Schritte. Der Abschnitt zwischen der bisherigen Endstation der U5 in Preungesheim und der neuen Station „August-Schanz-Straße“ ist wohl unproblematisch. Die Trasse verläuft entweder, wie früher geplant, westlich der Homburger Landstraße oder in der Mitte. Dort wäre Platz, findet Oesterling.

Oesterling erwartet Proteste

Die Strecke nach dem Gewerbegebiet bereitet dem Dezernenten mehr Kopfzerbrechen. Da soll die Trasse östlich der Homburger Landstraße verlaufen. Also dort, wo aus der früheren Edwards-Kaserne die Edwards-Siedlung geworden ist. Oesterling rechnet mit Protest, gar Klagen, wenn die Stadt eine U-Bahn-Trasse an den Neubauten entlangführen möchte. Zumal „nicht alle benötigten Grundstücke im Besitz der Stadt“ sind. Druck auf die Grundstückseigentümer kann die Stadt erst ausüben, wenn es einen Planfeststellungsbeschluss gibt.

An der Kreuzung von Homburger und Berkersheimer Weg entsteht die Station „Berkersheimer Weg“. Die Endhaltestelle ist dann die S-Bahn-Station „Frankfurter Berg“. Die Trasse folgt dem alten Verlauf der Homburger Landstraße, geht also nicht über die Omegabrücke.

Zusammen mit der Verlängerung der U5 ins Europaviertel und weiter an den Römerhof am anderen Ende der Strecke wäre die U5 enorm aufgewertet, freut sich der Dezernent. Der bislang überdimensioniert wirkende U5-Bahnsteig am Hauptbahnhof werde damit zu einem richtigen Drehkreuz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare