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Bevor die schottische Spezialität serviert wird, trägt David Caveye ein Gedicht vor.

Robert Burns

Mit Whisky Robert Burns gehuldigt

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Mit Whisky und Haggis gedenken nicht nur Schotten in Frankfurt dem Schriftsteller Robert Burns. Rund 170 Menschen waren gekommen, etwa die Hälfte waren Briten, der Rest Deutsche oder internationale Gäste

Robert Burns mochte die Frauen und den Alkohol. Schottlands bekanntester Dichter verfasste zahlreiche Gedichte, politische Texte und Lieder. Burns kam aus einer armen Familie, und durch harte Arbeit und Leidenschaft wurde , sagt Clark Mc Ginn ist Burns-Experte. Mc Ginn hält zum zweiten Mal die Immortal Memory Rede beim alljährlichen Burns Supper zu dem die Regionalgruppe Rhein-Main der Britischen Handelskammer einlädt.

Mit Whisky und Haggis gedenken nicht nur Schotten Burns 265. Geburtstag. Rund 170 Menschen sind am Samstagabend in die Freimaurerloge zur Einigkeit in der Kaiserstraße gekommen um gemeinsam zu essen und zu feiern. Etwa die Hälfte sind Briten, der Rest Deutsche oder internationale Gäste, sagt Wolfgang Dobler, langjähriger Pressesprecher der britischen Generalkonsulate. Viele arbeiteten bei Unternehmensberatungen, Kanzleien oder Banken. Die Karten für die Veranstaltung, die zum siebten Mal stattfindet, seien im Nu ausverkauft.

„What a man“, sagt McGinn, und erzählt in seiner Rede von Robert Burns und seinen Frauen. Mindestens 12 Kinder von unterschiedlichen Frauen soll der schottische Dichter gehabt haben Mc Ginn widmet sich bereits seit 30 Jahren Burns. Geboren in der gleichen Stadt, interessierte er sich schon früh für den Schriftsteller. Seine Reden hielt er bereits in rund 30 Städten. Was könnte es besseres geben, witzelt er, „ich bereise die Welt und esse Haggis“. Wenn er nicht seinem aufwendigen Hobby nachgeht, arbeitet er für einen großen Hubschrauberbetreiber.

Kaufe ein Schaf, verkaufe die Wolle, koche den Rest

Ein Höhepunkt der Feier, die nach einem ritualisierten Ablauf, ist das Auftischen des Haggis. Laut McGinn ist die schottische Spezialität am besten so zu beschreiben: 1. kaufe ein Schaf, 2. verkaufe die Wolle, 3. koche alles restliche. Genauer gesagt ist das Gericht: Schafsmagen gefüllt mit Herz, Lunge, Leber und dem Nierenfett sowie Zwiebeln und Hafermehl. Bevor es serviert wird, trägt der Koch, begleitet von einem Dudelsackspieler, die beleuchtete Platte durch den Saal zum Rednertisch. Dort rezitiert Geschäftsmann David Cavaye das Burns-Gedicht „Address to the Haggis“. Bei den Worten „cut you up wi‘ ready slight“ („dich mit schlichter Gewandtheit aufschlitzen“) schneidet er die Hülle auf.

Als Beilage werden traditionell Steckrüben und Kartoffeln sowie Hafermehl mit Zwiebeln, genannt „neeps, tatties and skirlie“ gereicht. Außerdem natürlich jede Menge Whisky. Haggis ist nicht jeder Manns Sache. Eine Besucherin probiert das Nationalgericht zum ersten Mal. „Schmeckt besser als ich dachte“, gibt sie zu. Man dürfe sich nur nicht genau vorstellen, aus welchen Zutaten er eigentlich hergestellt wird. Manche begnügen sich lieber mit der vegetarischen Variante – aus Hirse. Sonst hilft nur nachspülen, etwa mit Glenmorangie, zehn Jahre alter Single Malt Whisky.

Nur wenige Männer tragen tatsächlich einen Schottenrock. Diejenigen, die es tun, sind hoher Wahrscheinlichkeit nach Schotten. Andy McNeill mit einem langen weißen Bart hat einen Kilt an, sowie einen karierten Schlips. Er liebt die Veranstaltung. Seit 1974 lebt der Schotte in Deutschland, mittlerweile in Aschaffenburg. Der Whiskeyhändler kommt nun schon zum fünften Mal zum Burns Supper. Auch Haggis isst er gerne, manchmal bereite er sich das Gericht sogar zu Hause zu. Besonders schätze er am Burns Supper, dass er immer wieder alte Freunde treffe, aber auch neue Menschen kennenlerne.

Nach einem Toast to the Lassis (Damen) sollen sich alle noch besser kennenlernen, vielleicht beim gemeinsamen tanzen. Stühle und Tische werden aus dem Saal geräumt um Platz zu schaffen. Ausklingen soll der Abend mit Burns bekanntestem Lied, der Auld Lang Syne.

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