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Blauer Himmel und klare Luft: „Jürgen“ macht es möglich. Vom Taunus aus gibt es sogar eine einmalige Fernsicht.

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Wetterhoch: „Jürgen“ beschert tolle Fernsicht in Frankfurt

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Die Blicke in Frankfurt reichen bis zu 75 Kilometer weit. Das ist wohl keine Folge von weniger Straßenverkehr.

Strahlend blauer Himmel, so weit das Auge reicht – und es reicht weit zu Beginn dieser Woche. Sichtweiten von 75 Kilometern und mehr seien derzeit in Hessen möglich, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach auf Anfrage mit. Möglich macht dies Hoch „Jürgen“, das „arktische, trockene Polarluft bringt, und die ermöglicht eine tolle Fernsicht“, sagt Andreas Friedrich vom DWD.

Solche Wetterlagen gibt es im Frühjahr alle ein bis zwei Jahre mal bei Kaltlufteinbrüchen. Auch im Winter sei solch ein Fernsichtwetter möglich, allerdings hat uns der vergangene Winter keinen solchen Tag beschert.

Das Besondere an der derzeitigen Wetterlage ist laut Meteorologe Friedrich, dass es nicht nur auf den hessischen Gipfeln von Taunus und Wasserkuppe, sondern auch in den Niederungen eine tolle Fernsicht gibt. So vermeldete der Wetterpark in Offenbach am Montag eine Sicht von 72 Kilometern. „Wir haben viel Wind, und der vertreibt die feuchte Luft auch aus den Niederungen“, sagt Friedrich.

Schon werden die ersten Stimmen laut, die die tolle Sicht auf die Corona-Krise und weniger Luftverschmutzung zurückführen. Die Feinstaubkonzentration und das Schwefeldioxid in der Luft seien derzeit sehr niedrig, vermeldete am Montag der Meteorologische Dienstleister „Wetter-Online“ und spekulierte, die Luftreinheit und die Ausbreitung des Virus könnten zusammenhängen.

Doch so weit möchte das Hessische Landesumweltamt sich noch nicht aus dem Fenster lehnen. Es werde ein paar Tage dauern, bevor sich die Experten mit dem „Faktor Straßenverkehr“ befassen könnten, sagte eine Sprecherin des Landesumweltamtes. „Ein paar Tage“ umfasst auch in etwa die Zeitspanne, die uns Hoch „Jürgen“ noch diese fantastische Fernsicht und den stahlblauen Himmel beschert.

Von Donnerstag an, prophezeit Friedrich, könnten „Kaltlufttropfen in höherer Lage“ den Ausblick ein bisschen vermiesen.

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