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Die Kinder radeln nicht mehr hier. Nun soll der Verkehrsgarten dem Grüneburgpark dazu geschlagen werden. 

Frankfurt-Westend

Westend: Das Grün bewahren

Umweltschützer loben städtischen Verzicht auf das Bauprojekt am früheren Verkehrsgarten. Das Areal wird nun Teil des Grüneburgparks.

Endlich eine Expansion, über die sich die Anwohner im Frankfurter Westend freuen. Die Bürgerinitiative Grüneburgpark und die AG Westend loben einhellig, dass die Stadt den alten Verkehrsgarten an der Siesmayerstraße dem ohnehin recht weitläufigen Grüneburgpark zuschlagen möchte.

„Unser jahrelanger Kampf gegen Luxus-Bauvorhaben im Grüngebiet am Grüneburgpark hat sich positiv ausgewirkt“, sagt Hans-Jürgen Hammelmann, Vorsitzender der AG Westend, der auch als Linker im Ortsbeirat 2 tätig ist.

„Das Grün hat gewonnen“, sagt auch Gisela Becker von der Bürgerinitiative Grüneburgpark. Zwei fehlende große Bäume vor dem Verkehrsgarten sollten jetzt nachgepflanzt werden, wünscht sich Becker noch. Die Asphaltfläche vor dem Verkehrsgarten sollte entsiegelt und als Grünfläche angelegt werden, wie es der gültige Bebauungsplan ausweist, fordert sie weiter.

In seiner Stellungnahme (ST 260) schreibt der Magistrat zudem, er habe die denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Biologie-Instituts an der Siesmayerstraße genau begutachtet und dabei die Idee gewonnen, sie wären ein guter Standort für eine schulische Nutzung. Wenn das Land Hessen die Gebäude an die Stadt verkauft, könnten dort eine zusätzliche Kita sowie eine geplante Grundschule und sogar noch Räume für den botanischen Garten unterkommen.

Für die nördlich des Palmengartens gelegenen Gebäude- und Gewächshausflächen hingegen prüft die Stadt, ob sie dort studentisches Wohnen ermöglichen könnte. Kombiniert mit Wünschen des botanischen Gartens. „So dass weiterhin eine Vernetzung der vorhandenen Grünflächen gewahrt bleibt.“ Die Planer werkeln gerade an einem entsprechenden Projekt.

Filetgrundstück verschont

„Von einer weiteren Bebauung, wie sie einmal angedacht war“, rückt die Stadt ab. Die Naherholungsflächen und vernetzten Grünanlagen seien in der wachsenden Stadt dringend benötigt. Darauf haben sich die Dezernentinnen und Dezernenten für Umwelt, Bau und Immobilien, Schule und Planen und Wohnen verständigt. Und auch das Land darüber in Kenntnis gesetzt.

2016 sah der Plan noch ganz anders aus. Das Land hält etwa 10 700 Quadratmeter des Areals, die Stadt 8500. Zusammen wollten die Planer dort etwa 130 Wohnungen ermöglichen, in bis zu siebenstöckigen Häusern. Hochpreisig, versteht sich. Kenner sprachen von einem „Filetgrundstück“. Im Grünen, zwischen Grüneburgpark und Palmengarten. Dazu sollten noch 90 Wohnheimplätze für Studierende entstehen.

Der Plan zumindest besteht weiter. Der BI Grüneburgpark geht aber das schon zu weit. „Bauen im Grünen sollte angesichts der Klimakatastrophe ein Tabu sein“, sagt Gisela Becker, die weitere Diskussionen einfordert. „Wir brauchen Grün zur Abkühlung, nicht Beton mit Aufheizung.“ Die aus Botanischem, Palmengarten und Grüneburgpark bestehende Landschaft sei städtebaulich einzigartig in Frankfurt und diene der ganzen Stadt als Naherholungsgebiet.

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