Hat eh schon Probleme mit der Trockenheit: der Grüneburgpark.

U-Bahnbau

U-Bahnbau soll Frankfurter Grüneburgpark nicht gefährden

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Ortsbeirat und Bürger drängen auf Informationen zum Grundwassergutachten. Stadt plant Lückenschluss der U4, womöglich über einen Tunnel unter der beliebten Parkanlage.

Der geplante Lückenschluss der U4 erregt weiter die Gemüter. Vorige Woche hat Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) mögliche Trassenverläufe vorgestellt. Die Sondersitzung des Ortsbeirats 2 an der Goethe-Uni ist gut besucht. Nun drücken Nachbarn und Bürgerinitiativen auf der regulären Ortsbeiratssitzung am Montag neuerlich ihre Besorgnis aus. Ein Tunnel unter dem Grüneburgpark könnte das Grün ernsthaft gefährden, sagen sie, wie auch den Palmengarten und den IG-Farben-Park.

Genaueres soll ein Gutachten ermitteln. Das hat Oesterling bei der Vorstellung angekündigt. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt zahlt, das Umweltdezernat gibt es in Auftrag. Den gibt es aber noch nicht, das hat Dezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) der Bürgerinitiative Grüneburgpark gegenüber gesagt. Lediglich eine Verabredung, dass es ein Gutachten „über diverse Fragestellungen geben muss“, wie es im entsprechenden Schreiben heißt. Weiter: „Diese Fragestellungen wird mein Dezernat erarbeiten. Hierfür gibt es noch keinen Zeitplan.“

Dass es bislang erst eine Verabredung ist, macht die BI hellhörig, auch der Ortsbeirat will es genau wissen. Das Gremium hat einen gemeinsamen Antrag verabschiedet. Der Magistrat soll erklären, auf welcher rechtlichen Grundlage das Gutachten durchgeführt wird. Und ob es sich womöglich um eine Umweltverträglichkeitsprüfung handelt, die sei weitaus aufwendiger, sagt Günter Heilmann von den Grünen.

Eine Entscheidung über die Trasse sollen die Planer erst dann treffen, wenn alle Fragen zum Grundwasser geklärt sind, etwa, wie eigentlich der Grundwasserhorizont unter Palmengarten, Botanischem Garten, Grüneburgpark und Campus verläuft, wo die Ströme entlangführen, wie der mögliche U-Bahn-Tunnel das beeinflussen könnte und ob ein vermindertes Wasserangebot durch eine künstliche Bewässerung ausgeglichen werden könnte.

„Wenn der Grüneburgpark ernsthaft gefährdet sein sollte, wird niemand hier im Gremium einem solchen Plan zustimmen“, versichert Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU). Darüber hinaus sei es ein guter Zeitpunkt, der Stadt weitere Ideen auf den Weg zu geben, findet Kaufmann. Zumal das Gremium überlegen müsse, was passiert, wenn das Gutachten einen Tunnelbau nicht empfehle, sagt Daniel Brenner von den Grünen. Die sogenannte 1a-Variante wäre wieder im Blick, an Palmen- und Botanischem Garten vorbei, was heikel ist, da viele Bäume fallen müssten.

Der Ortsbeirat 2 hat darum weitere Beschlüsse auf den Weg gebracht. Zusätzlich zur Grundwasser-Auskunft einen Antrag der Linken, der sich eine Erschließung der Uni per Straßenbahn wünscht. Anstelle der Buslinien 32 und 64 soll die Tram fahren. Das würde den Tunnel überflüssig machen, findet Antragsteller Hans-Jürgen Hammelmann. Zudem hätte die Hochschule dadurch weitaus mehr Haltestellen als bei einer zentralen U-Bahn-Station auf dem Campus, fünf nämlich. Die FDP findet allerdings, dass es einen leistungsstarken ÖPNV brauche, „keine Bimmelbahn“, wie Günter Pelke schimpft.

Die BFF schlägt vor, die Uni über einen Abzweig der A-Strecke mit einer U-Bahn zu verbinden, also vom Strang aus, auf dem die Linien 1, 2, 3 und 8 fahren. Etwa über die Station Holzhausenstraße. Im Norden der Hochschule könnte der Lückenschluss nach Ginnheim erfolgen. Das würde auch die chronisch überlastete A-Strecke entlasten, findet Antragsteller Knut Emmert.

Und eine Bürgerin wünscht, die Uni mittels Gondel oder Schwebebahn zu erschließen. Die könnte bis zum Europaturm führen. Das wäre zügig umzusetzen und preiswert.

Die U4-Ausbauvariantenstellt Dezernent Klaus Oesterling auch im Ortsbeirat 9 vor. Am Donnerstag, 20. Februar, 19.30 Uhr, Andreasgemeinde, Kirchhainer Straße 2, Dornbusch.

Eine Variante sieht vor, die geplante U4-Verlängerung in Frankfurt von Bockenheim nach Ginnheim mit der A-Strecke über die Miquelallee zu verknüpfen.

Von George Grodensky

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