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Test in Kettenhofweg und Grüneburgweg kann starten

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Von: Boris Schlepper

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Künftig sollen Radfahrende und Fußgänger:innen sicherer unterwegs sein können auf Kettenhofweg und Grüneburgweg. Der Durchgangsverkehr soll auf die Hauptstraßen gedrängt werden.
Künftig sollen Radfahrende und Fußgänger:innen sicherer unterwegs sein können auf Kettenhofweg und Grüneburgweg. Der Durchgangsverkehr soll auf die Hauptstraßen gedrängt werden. © Stadt

Der Ortsbeirat 2 stimmt mehrheitlich für die testweise Umgestaltung des Kettenhofwegs und des Grüneburgwegs zu fahrradfreundlichen Nebenstraßen. Im Zuge der Debatte wurde der Ortsvorsteher Thomas Gutmann anonym beschimpft, auch wurde ihm körperliche Gewalt angedroht.

Der Grüneburgweg und der Kettenhofweg können testweise zu fahrradfreundlichen Nebenstraßen umgestaltet werden. Eine Mehrheit des Ortsbeirats 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) hat in seiner Sitzung am Mittwoch entsprechende Anträge verabschiedet, wonach die Straßen für Radfahrende und Fußgänger:innen sicherer und attraktiver sowie der Durchgangsverkehr unterbunden werden soll. Vorausgegangen war der Abstimmung eine stundenlange Debatte, bei der vor allem Gewerbetreibende und Mediziner:innen ihre Sorge über die geplante Änderungen vortrugen.

Die gemeinsamen Anträge von Grünen, SPD und Linke beschreiben auf mehreren Seiten detailliert, wie die Umgestaltung umgesetzt werden und welche Kommunikation damit einhergehen soll. Demnach soll die Testphase auf beiden Straßen wissenschaftlich von der FH begleitet werden. Sie sollen auch die Auswirkung auf das lokale Gewerbe im Blick haben. Dem Wunsch von CDU und FDP, explizit Einzelhandelsexpert:innen einzubeziehen, folgten die antragstellenden Fraktionen nicht. Alle Beteiligten müssten gleichbehandelt werden, sagte Katrin Haus (Grüne).

Festgelegt wurde, dass alle Maßnahmen wieder rückgängig gemacht werden können, dass es einen runden Tisch mit Gewerbetreibenden und vor und während der Probephase Verkehrszählungen geben soll. Dabei sollen auch die Auswirkungen auf die Nebenstraßen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse fließen in die abschließende Bewertung ein.

Geplant ist, dass der gesamte Prozess von einer permanenten Kommunikation und öffentlichen Informationen begleitet wird. Dazu gehören etwa Flyer, die an alle Haushalte verteilt werden – auch in Seitenstraßen. Zudem will der Ortsbeirat bei Bedarf ein direktes Nachsteuern sichern.

Das Gremium folgt in weiten Teilen den Vorschlägen der Verkehrsplaner:innen (die FR berichtete). Es will aber einzelne Maßnahmen noch einmal prüfen lassen, etwa die Auswirkungen der auf beiden Straßen geplanten Modalfilter. Auf die vorgesehene Drehung der Einbahnstraße auf dem Kettenhofweg zwischen Schumann- und Beethovenstraße soll verzichtet werden. Auf dem Grüneburgweg soll die Umgestaltung abschnittsweise und zeitlich versetzt umgesetzt werden.

CDU und FDP hatten ebenfalls gemeinsame Vorlagen eingebracht, die keine Mehrheit fanden. Sophie Hartmann (FDP) hatte sie als Kompromiss bezeichnet, die die Belange der Anwohnenden und Gewerbetreibenden stärker berücksichtigten. Dem widersprachen SPD und Grüne. Die Anträge griffen nur einige wenige Punkte der Planung der Stadt auf. Auch vier Anträge der BFF fanden keine Mehrheit.

Mehrere Gewerbetreibende und Mediziner:innen äußerten Existenzsorgen, Kund:innen und Patient:innen seien auf Autos angewiesen. Ähnliche Bedenken waren in der November-Sitzung des Ortsbeirats geäußert worden. Ortsvorsteher Thomas Gutmann (Grüne) berichtete am Mittwoch von einem Nachspiel. So sei er im Zusammenhang mit der Debatte „anonym beschimpft und beleidigt“ worden, auch habe man im „körperliche Gewalt“ angedroht.

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