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Streit um Zuschuss für Stolperschwelle

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Das Stiftung des jüdischen Ehepaar Henry und Emma Budge betrieb früher ein jüdisch-christliches Heim in der Hansaallee. Seit 1968 wieder ein interreligiöses und interkulturelles Pflegeheim in Seckbach.
Das Stiftung des jüdischen Ehepaar Henry und Emma Budge betrieb früher ein jüdisch-christliches Heim in der Hansaallee. Seit 1968 wieder ein interreligiöses und interkulturelles Pflegeheim in Seckbach. © FRFOTO

Westend BFF-Fraktion verlässt verärgert die Sitzung des Ortsbeirats 2

Um 21.15 Uhr hat Knut Emmert von den Bürgern für Frankfurt (BFF) unter Protest am Montagabend die Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) verlassen. „Ich sehe keine Möglichkeit mehr, mit einem antidemokratischen Terrorsystem zusammenzuarbeiten“, sagte Emmert kurz bevor er den Sitzungssaal verließ.

Auf die Palme hatte ihn gebracht, dass sich Ortsvorsteher Thomas Gutmann (Grüne) als Antragsteller weigerte, die BFF als Unterstützer eines fraktionsübergreifenden Antrages mit dem Titel „Stolperschwelle“ zum Gedenken an das ehemalige jüdisch-christliche Budge-Heim in Frankfurt aufzunehmen. Gutmann hatte das damit begründet, dass Emmert zu Beginn der neuen Wahlperiode angekündigt hatte, Gender-Anträge nicht unterstützen zu wollen.

In diesem Fall, so Emmert, habe er jedoch ausdrücklich eine Ausnahme machen wollen. Eine Mail Gutmanns an die Fraktionen mit der Bitte, seinen Antrag zu unterstützen, habe er (Emmert) mit dem Hinweis beantwortet, dass auch die BFF aufgenommen werden wolle. Gutmann habe dies jedoch ignoriert. Dies wertete Emmert als Verstoß gegen die Neutralität des Ortsvorstehers.

Gutmann indes erklärte, dass er den Antrag nicht als Ortsvorsteher, sondern als Mitglied der Grünen-Fraktion gestellt habe und es seine Entscheidung sei, wer als Unterstützer des Antrages aufgeführt werde. Dann hätte er die BFF im Vorfeld aber nicht anschreiben dürfen, wurde eingewandt. „Das war ein Fehler“, gestand Gutmann ein. Aber: Der Aufforderung, die BFF nachträglich aufzunehmen, kam Gutmann nicht nach und erklärte, die BFF könne den Antrag ja bei der Abstimmung unterstützen. Dem kam Emmert allerdings nicht nach, stattdessen verließ er unter Protest den Saal.

Linke, und Ökolinx im Ortsbeirat 2 weigern sich, gemeinsame Anträge mit der BFF vorzulegen, SPD und Grüne vertreten die Ansicht, dass dies kein Problem darstellt, wenn er der Sache dienlich ist. Der Antrag wurde aber schließlich angenommen. 1700 Euro will der Ortsbeirat für die Herstellung und Verlegung einer Stolperschwelle in Gedenken an das ehemalige jüdisch-christliche Budge-Heim in der Hansaallee 146 aus seinem Budget bereitstellen – diese wird übrigens am heutigen Mittwoch um 9.30 Uhr bereits verlegt.

Die von jüdischen Ehepaar Henry und Emma Budge 1920 gegründete Stiftung war Betreiberin. Als europaweit einzige Einrichtung hatte sie zum Ziel, gleichermaßen jüdische und christliche Menschen zu betreuen. Nationalsozialisten „arisierten“ das Haus. Die Stiftung betreibt seit 1968 wieder ein interreligiöses und interkulturelles Pflegeheim in Seckbach. bit

Knut Emmert sitzt für die Wählergemeinschaft BFF im Ortsbeirat 2.
Knut Emmert sitzt für die Wählergemeinschaft BFF im Ortsbeirat 2. © BFF

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