1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Westend

Weg für Grundschulkinder: Ortsbeirat will gefährliche Verkehrssituation entschärfen

Erstellt:

Von: Boris Schlepper

Kommentare

Der Ortsbeirat will die Verkehrssituation auf der Hansaallee in Frankfurt für Grundschulkinder entschärfen. Vor allem an den Kreuzungen gebe es Handlungsbedarf.

Frankfurt – Kinder, die auf der Hansaallee im Frankfurter Westend unterwegs sind, leben gefährlich. Dieser Ansicht ist der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend), der in seiner jüngsten Sitzung gleich drei Anträge der Grünen mehrheitlich auf den Weg gebracht hat, um die Situation zu entschärfen. Zuvor hatten zwei Väter eindringlich dafür geworben, sich vor allem für Grundschulkinder einzusetzen.

Die Verkehrssituation auf der Hansaallee sei gefährlich, sagte Vater Steven Maruhn. Dort gebe es viele Schulen auf engstem Raum, wie das Lessing, die Holzhausen-, Elisabethen-, Fürstenberger und Engelbert-Humperdinck-Schule. „Wenn man über einen Zebrastreifen will, ist das oft Glückssache. Die meisten Autos halten nicht an.“ Tagtäglich seien gefährliche Situation zu beobachten.

Erschwerend sei, dass Teile der Markierungen auf der Straße veraltet und kaum mehr zu erkennen seien, so Maruhn, „das ist wie eine Graffiti-Landschaft“. Vielen Verkehrsteilnehmern sei dadurch nicht klar, wo sie parken dürften, ergänzte Anwohner Christoph Becker, dessen Sohn dort ebenfalls auf dem Weg zur Schule unterwegs ist. Dadurch würden etwa Kreuzungen zugeparkt, die von Kindern nicht mehr einsehbar seien.

Hansaallee im Frankfurter Westend: Tempo 30 und regelmäßige Radarkontrollen

Der Ortsbeirat greift die Bedenken auf. So soll auf der Hansaallee darauf geachtet werden, dass zwischen Vogt- und Fürstenbergerstraße das Tempo 30 eingehalten wird. Die Grünen fordern etwa, dass es regelmäßige Radarkontrollen vor allem zum Schulbeginn und -ende geben soll und Piktogramme aufgebracht werden. Verblichene Zebrastreifen und Markierungen möge die Stadt erneuern, und die Radspur ab der Bremer bis zur Fürstenbergerstraße rot einfärben.

Zusätzlich soll ein Teil der südlichen Fahrbahn vor der Hausnummer 27 aufgepflastert werden, und Autos zwingen, langsamer zu fahren, heißt es in dem Antrag der Grünen. Die Kissen sollen so schmal sein, dass Busse diese ungestört überqueren können. CDU, FDP und die BFF lehnten diese Forderung ab. Aufpflasterungen seien „teuer und aufwendig“, sagte Stephanie Kenedi (CDU). Auch sei fraglich, was sie brächten.

In einer weiteren Vorlage forderte der Ortsbeirat, die Kreuzung Hansaallee/Fürstenbergerstraße zu entschärfen. Der Magistrat soll sie so umgestalten, dass dort Schulkinder zu Fuß und mit dem Fahrrad sowie der Radverkehr im Allgemeinen sicherer passieren kann. Derzeit gelte an der Kreuzung, an der vier Spuren aufeinander stießen, Rechts-vor-Links. Bei starkem Verkehr komme es zu unüberschaubaren Situationen, die manche Verkehrsteilnehmende überforderten oder gefährdeten, sagte Antragsteller Arno Völker, der sich mit Eltern vor Ort getroffen hatte: „Oft weiß keiner mehr, wer Vorfahrt hat.“ Bis auf CDU und FDP stimmten alle Fraktionen für den Antrag.

Eltern klagen, dass vor allem zwischen Vogtstraße und Fürstenbergerstraße Autos viel zu schnell unterwegs sind und Kinder gefährden.
Eltern klagen, dass vor allem zwischen Vogtstraße und Fürstenbergerstraße Autos viel zu schnell unterwegs sind und Kinder gefährden. © christoph boeckheler

Hansaallee im Frankfurter Westend: Übergänge durch Poller oder Fahrradbügel absichern

Ebenso für eine dritte Vorlage der Grünen, durch die Zebrastreifen auf der Fürstenbergerstraße Richtung Eckenheimer Landstraße und auf der Hansaallee besser geschützt werden sollen. Arno Völker schlägt vor, den Bereich fünf Meter vor den Übergängen durch Poller oder Fahrradbügel abzusichern, dass sie nicht weiter illegal zugeparkt werden. Auch dort müssten Markierungen erneuert werden.

Als „Luftschlösser“ bezeichnete Nathaniel Ritter (FDP) die Ängste, die er nicht nachvollziehen könne. Er sei in dem Quartier selbst zur Schule gegangen und wohne dort, „an dieser Stelle wird man nicht überfahren“. Die Kreuzungen seien zudem sehr übersichtlich, sagte der Liberale, der damit den Widerspruch von Vater Christoph Becker auf sich zog. Nur weil Ritter nicht überfahren wurde, heiße das nicht, dass es dort nicht gefährlich sei.

Die Hansaallee sei zu groß dimensioniert, sagte Hans-Jürgen Hammelmann (Linke). „Da muss man sich nicht wundern, wenn gerast wird.“ Der Ortsbeirat habe sich schon mehrfach mit der Situation vor Ort befasst, sagte Martin Völker (SPD). Eine gute Lösung gebe es bislang nicht, weshalb er die Anträge begrüße. (Boris Schlepper)

Zwei Jahre lang stand das Wasserhäuschen auf dem Areal an der Fürstenbergerstraße im Frankfurter Westend leer. Jetzt ist dort ein Pop-up-Kiosk eingezogen – zum Ärger der Mitscherlich-Platz-Initiative.

Auch interessant

Kommentare