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Pilze in der Turnhalle der Holzhausenschule

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Von: Boris Schlepper

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Seit zwei Jahren ist die Grundschule in einem Provisorium an der Miquelallee ausgelagert.
Seit zwei Jahren ist die Grundschule in einem Provisorium an der Miquelallee ausgelagert. © christoph boeckheler*

Zum Sportunterricht müssen die Kinder der Grundschule an der Miquelallee mit dem Bus fahren – bereits seit fünf Jahren. Die CDU im Ortsbeirat will Übergangsmöglichkeiten prüfen lassen.

Wenn die Kinder der Holzhausenschule an Sportunterricht denken, wird ihnen vor allem das Busfahren in den Sinn kommen. Denn seit etwa fünf Jahren ist die Turnhalle der Grundschule gesperrt. Die Mädchen und Jungen müssen jedes Mal erst bis nach Rödelheim oder Hausen fahren. Die CDU im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) will das ändern. Sie fordert, dass die Stadt verschiedene Übergangsquartiere prüfen solle. Über die Vorlage berät das Gremium in seiner Sitzung am Montagabend.

Für Schulleiterin Josefamaria Hybner-Kauß ist die derzeitige Situation „ganz katastrophal“. Seit 2017 ist die Sporthalle der Holzhausenschule wegen Schimmel und statischen Problemen gesperrt. In dem Gebäude seien zuletzt „richtige Pilze“ gewachsen, „15 bis 20 Zentimeter groß“. Der Holzboden sei verzogen gewesen, an Sport sei dort nicht mehr zu denken gewesen. Seit fünf Jahren sei es „ganz abenteuerlich“, wie der Sportunterricht organisiert werden müsse. Daran habe sich auch durch den Umzug in die Übergangsschule an der Miquelallee nichts geändert, während das alte Schulhaus an der Bremer Straße saniert werde.

Die meisten der rund 500 Kinder müssten „quer durch Frankfurt“ in eine Halle der TGS Rödelheim transportiert werden, sagt Hybner-Kauß. Die Mädchen und Jungen der dritten Klasse hätten das ganze Schuljahr über Schwimmunterricht im Hausener Freibad. Bei schlechtem Wetter wichen sie in den Grüneburgpark aus oder nutzten einen kleinen Klassenraum, der als Gymnastikraum umfunktioniert worden sei. Zeitweise habe die Schule in das Polizeipräsidium ausweichen können. Wegen Corona sei das eingestellt worden, sagt die Rektorin. Dadurch säßen die Kinder länger im Bus, als sie turnen oder schwimmen könnten.

Es gebe Kinder, die würden nicht einmal die Geräte vom Geräteturnen kennen, da sie nie in richtigen Schulsporthallen unterrichtet worden seien, sagt Birgit Weckler von der CDU im Ortsbeirat. Dabei sei Sport wichtig für die „motorische, soziale und kognitive Entwicklung“ der Jungen und Mädchen, „das kann man nicht einfach aussetzen“.

Ortsbeiratssitzung

Der Ortsbeirat 2 tagt am Montag, 30. Mai, 19 Uhr, in der Aula der Bettinaschule in der Feuerbachstraße 37-47 (Eingang Brentanostraße). Zugang nur mit medizinischer Gesichtsmaske.

Der neue Schutzmann vor Ort des Bockenheimer Polizeireviers, Dennis Metz, wird sich in der Sitzung vorstellen.

Die Zwischennutzung des Campus Bockenheims wird ebenfalls Thema sein. Vertreterinnen und Vertreter des Offenen Hauses der Kulturen und des Stadtteilbüros präsentieren ihre Pläne. Mitglieder einer Gruppe für gemeinschaftliches Wohnen auf dem Campus geben einen Überblick über den aktuellen Stand. bos

Weckler möchte deshalb mit ihrem Antrag prüfen lassen, ob in der Nähe des Übergangsquartiers der Holzhausenschule eine provisorische Turnhalle errichtet werden kann, etwa auf dem alten Pausenhof an der Bremer Straße.

Denkbar sei auch, den Bau der Halle für das benachbarte Adorno-Gymnasiums vorzuziehen, oder dass die Grundschüler:innen die Halle der nahen Philipp-Holzmann-Schule mitnutzen könnten.

Die Stadt hat indes eine andere Lösung anvisiert. Vorgesehen sei, eine temporäre Ein-Feld-Halle auf dem Gelände der Schule an der Bremer Straße zu errichten, sagt Markus Radermacher vom Dezernat für Bildung und Neues Bauen auf Anfrage. So könne der Bedarf an Schulsport zeitnah entlasten werden. Gleichzeitig soll ein Teil in dem zurzeit leerstehenden Schulgebäude, der nicht von baulichen Problemen berührt ist, als Gymnastikraum umfunktioniert werden. „Wir hoffen auch hier in den nächsten Monaten die weiteren Vergabe– und Realisierungsschritte umzusetzen, um im kommenden Jahr dieses Angebot machen zu können“, so Radermacher.

Die Arbeiten an dem alten Schulhaus, dass der Architekt Martin Elsaesser entworfen hat, gestalten sich als nicht einfach. Die Fachämter arbeiteten weiterhin an einem Konzept für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, sagt Radermacher.

Wie nicht selten in Bestandgebäuden hätten sich bei näherer Untersuchung der Bausubstanz „Herausforderungen ergeben, die im konstruktiven und statischen Bereich liegen“. Das habe zu erheblichen, zeitlichen Verzögerungen geführt. „Wir sind zuversichtlich bald eine Zeitplanung vorlegen zu können.“

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