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Künftig soll es für Radfahrerinnen und Radfahrer sicherer werden auf dem Kettenhofweg. Foto: Christoph Boeckheler
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Künftig soll es für Radfahrerinnen und Radfahrer sicherer werden auf dem Kettenhofweg.

Westend

Kritik an Umbau im Kettenhofweg

Wenn der Kettenhofweg zur fahrradfreundlichem Nebenstraße umgebaut wird, werden 110 von 265 Parkplätzen wegfallen. Das lehnen Anwohnerinnen und Anwohnern strikt ab.

Im Kettenhofweg sollen 110 von 265 Parkplätzen dem Umbau der Straße zur fahrradfreundlichen Nebenstraße geopfert werden. Das aber lehnen die Anwohnerinnen und Anwohner strikt ab. „Dass ich keinen Parkplatz mehr finde, damit Radfahrer in der Straße fahren können, finde ich unfair“, sagte ein aufgebrachter Anwohner am Montagabend bei der erstmaligen Vorstellung des Projektes. Ein anderer erklärte, ein Umbau sei überflüssig, weil das Miteinander der Verkehrsteilnehmer mit etwas Rücksicht gut klappe.

Dem widersprach Stefan Lüdecke, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), und verwies auf Bilder der Präsentation. Darauf ist zu sehen, wie Autos halb auf dem Gehweg parken und kaum Platz für Fußgänger:innen bleibt. Radfahrer:innen zwängen sich gegen die Einbahnstraße zwischen parkenden und fließendem Verkehr durch. Die autogerechte Stadt sei Vergangenheit, so Lüdecke. „Der Anteil des Radverkehrs beträgt mittlerweile 20 Prozent“, sagte er. Der Straßenraum müsse gerechter aufgeteilt werden. „Wir machen das nicht, um Sie zu ärgern“, erinnerte er an den Stadtverordnetenbeschluss, demzufolge elf Nebenstraßen umgebaut werden sollen. Grundlage dafür war der Radentscheid.

Ziel der Maßnahmen ist es, das Radfahren sicherer zu machen, Platz für Fußgänger:innen zu schaffen und somit die Aufenthaltsqualität zu steigern, wie Heiko Jentsch vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) erklärte. Die Präsentation sei ein erster Vorschlag, ohne Zustimmung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) werde nichts umgesetzt. Lüdecke lud die Geschäftsleute an einen Runden Tisch, um auch noch Alternativen zu suchen. „Uns ist sehr daran gelegen, dass der Einzelhandel eine Zukunft hat.“

Die Geschäftsleute stört die geplante Umkehrung der Einbahnstraßenregel zwischen Schumannstraße und Beethovenstraße. Kundinnen und Kunden, die von der Senckenberganlage kommen, müssten einen Umweg über Schumannstraße um die Christuskirche herum und die Beethovenstraße fahren.

Diese Maßnahmen sollen Platz für Radfahrer und Radfahrerinnen schaffen und ebenso wie eine Diagonalsperre in Höhe Arndtstraße den Autoverkehr im Kettenhofweg reduzieren. Weil er nicht mehr durchgängig befahrbar ist, würden ihn Pendler:innen meiden – so zumindest der Plan.

Der Vorschlag, nur während der Hauptverkehrszeiten morgens und abends die Einbahnstraßenregelung zu drehen, ist laut Michael Wejwoda, Leiter Planung und Bau beim ASE, aber schwierig zu handeln. Auf dem Abschnitt zwischen Schumannstraße und Beethovenstraße soll es wohl Kurzzeitparkplätze für Kundinnen und Kunden geben, auch eine Lieferzone soll ausgewiesen und Kreuzungen rot eingefärbt werden. Und Sommergärten seien auf speziellen Multifunktionsstreifen möglich. Geschäftsleute könnten Wünsche äußern. Für anderweitige Anregungen oder Kritik sei man offen, sagte Lüdecke. Wer sich einbringen möchte, schreibt eine Mail an kettenhofweg@stadt-frankfurt.de.

Birgit Weckler von der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 2 wollte wissen, ob es Studien gibt, wie sich eine derartige Umgestaltung auf den Umsatz der Geschäfte auswirke. „Das brauche ich für meine Entscheidung“, sagte sie mit Blick auf die Abstimmung im Stadtteilparlament, was umgesetzt werden soll. Eine indirekte Antwort gab eine Zuhörerin und zitierte aus einer Studie: „Geschäftsleute täuschen sich bei ihrer Einschätzung, nur sieben Prozent der Kunden kommen tatsächlich mit dem Auto.“

Pendler werden wohl nicht mehr kommen. Auch im Kettenhofweg wird die neue Parkregelung eingeführt. Anwohner:innen können einen Ausweis (50 Euro für zwei Jahre) beantragen, alle anderen müssen zahlen. Das erleichtere Anwohnern die Parkplatzsuche, so Lüdecke.

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