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Eine bunte Auswahl aus Frankfurt auf der Messe.

Regionalität

Konsum mit Lokalkolorit aus Frankfurt

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Auf der Verbrauchermesse „Made in FFM“ präsentieren mehr als 80 Aussteller ihre Waren mit Bezug zur Heimatstadt.

An der mattrosanen Farbe kann sie sich gar nicht sattsehen. Den Tonbecher mit der Aufschrift „Diva“ hält Besucherin Jutta Biecker am Samstag auf der Verbrauchermesse „Made in FFM“ im Casino des Westend-Campus in der Hand. Immer wieder dreht sie den Becher in der Luft, ehe sie das gute Stück für 8,90 Euro ersteht.

„Endlich mal was für die Mädels“, sagt die 42-Jährige zu Standbetreiber Jürgen Schreiter, der für seine Marke „Bembeltown“ die rosafarbenen Tonkrüge und -becher gestaltet hat. „Ich mache das Design, mein Geschäftspartner im Kannenbecker Land, im Westerwald, den Brand“, berichtet Schreiter. Was er in den 80er Jahren als Hobby mit Bembellogos auf T-Shirts begonnen habe, sei im Laufe der Jahre zu seinem Hauptgeschäft geworden, berichtet der Grafikdesigner. Die Tonkrüge habe er seit zwei Jahren im Sortiment und die rosafarbenen Modelle erst seit wenigen Wochen. „Wir kommen mit der Produktion gar nicht nach“, sagt der Rödelheimer.

Daneben verkauft er Wodka mit dem Adler von Eintracht Frankfurt auf den Flaschen und Backförmchen mit Lokalbezug. „Saulustig“, sagt eine Besucherin, als sie die Backform eines Gerippten, also eines Apfelweinglases, in die Hand nimmt.

Mehr als 80 Aussteller aus der Region sind in das Casino, hinter dem ehemaligen IG-Farben-Gebäude gekommen, wo sonst Studierende speisen. Neben Kulinarischem wie Wurstwaren, grüner Soße und Törtchen mit dem Label „Handgefertigt in Frankfurt“ gibt es auf der Messe vor allem Schmuck und Spirituosen. Klar dürfen für den Lokalkolorit etwa Mispelchen nicht fehlen.

Hochprozentiges mit der Aufschrift „069“

Kindermode, Schals und Mützen, Biolimonade mit Stevia gesüßt sowie Hochprozentiges mit der Aufschrift „069“, nach der Frankfurter Ortsvorwahl werden verkauft. Des Öfteren sind Muster in der typisch blauen Bembeloptik sowie das Logo von Eintracht Frankfurt zu sehen, so zum Beispiel auf Gemälden oder Stoffbeuteln. Selbst auf einem Marzipantaler ist ein Eintracht-Adler abgebildet.

An einem kleinen Stand häkelt Gaby Berger. Auf einem kleinen Tisch vor der Offenbacherin stehen kleine Dosen, deren weiße Porzellandeckelchen in Gold und mit Blumen verziert sind. Die Dosen dazu hat Berger gehäkelt. Alle seien Unikate und „jedes Töpfchen hat sein Deckelchen“, sagt sie. So hat die 57-Jährige ihr Hobbyprojekt zunächst genannt, das auf Flohmarktbesuchen seinen Anfang nahm. Dort seien ihr die ersten „verwaisten Porzellandeckel“ in die Hände gefallen und so entstand die Idee, aus Filzwolle entsprechende Gefäße zu häkeln. Wie genau die Dosen ihre runde Form behalten, will Berger nicht verraten. Als „Frauenprodukt“ bezeichnet sie ihre Gefäße, in die etwa Büro- oder Hygieneartikel, Schmuck oder Geld passten. Eine besonders kleine Dose hält sie in die Luft: „Darin könnte man auch die Ringe für einen Heiratsantrag verpacken.“

Besucherin Ana Franic aus Bornheim, die sich ein Hamamtuch gekauft hat, findet angenehm, dass die Messe, die sich auf zwei Räume aufteilt, „nicht so groß“ sei. Den Eintrittspreis von zehn Euro hält sie dagegen für überteuert. Außerdem hätte sie sich eine etwas vielfältigere Auswahl gewünscht. „Ich finde es ein bisschen alkohollastig“, sagt die 32-Jährige. Ihr Kumpel Florian, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, scheint rundum zufrieden. „Die Aussteller sind super auskunftsfreudig und auf der Messe sehe ich nur anständige Leute“, sagt der 34-Jährige.

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