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Religiöse Fragen stehen vor dem Zelt auf dem Adornoplatz im Zentrum.

Campus Westend

Frankfurt Westend: Café Abraham lädt zum interreligiösen Diskurs auf den Campus ein

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Im Café Abraham kommen Goethe-Studierende im Gespräch zusammen.

Mitten im Zentrum des Campus Westend der Goethe-Universität hat das Café Abraham am Dienstag seine Zelte aufgeschlagen. Doch bei über 30 Grad und strahlender Sonne lockt nicht nur der Schatten die Studierenden unter das bunte Zeltdach. Das Café lädt zum interreligiösen Diskurs ein – und hat für die kommenden zwei Tage ein vielfältiges Programm mitgebracht.

Auf den Liegestühlen vor dem Zelt und den Sitzkissen drinnen sitzen Studierende der Goethe-Universität in entspannter Atmosphäre zusammen. Nach dem Stammvater von drei großen Religionen benannt, sollen im Café Abraham Studierende verschiedener Glaubensrichtungen ins Gespräch kommen. Außerdem liegt Informations- und Lesematerial zu der Geschichte und den Heiligen Schriften des Islams, des Judentums und des Christentums für Interessierte bereit.

Organisiert wird das Café Abraham von einer Mischung aus Hauptberuflichen und Studenten. Unter dem gemeinsamen Namen wollen die evangelische (ESG), katholische (KHG) und islamische Hochschulgemeinde (IhHG) zusammen mit den Fachschaften für Evangelische und Katholische Theologie und für Islamische Studien an der Goethe- Universität den interreligiösen Diskurs anregen und auf das friedliche Zusammenleben auf dem Campus aufmerksam machen. „Auf dem Campus kommen alle möglichen Religionen zusammen. Wir wollen zeigen, wir leben miteinander, nicht gegeneinander“, sagt Christina Schlösser von der katholischen Hochschulgemeinde Frankfurt.

Bereits seit drei Jahren nimmt das Café Abraham immer wieder seinen Platz auf dem Campus ein. Die Idee kam damals einer Gruppe muslimischer Studenten der Goethe-Universität, so Schlösser. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise und steigender Terrordrohungen setzten sie ein Zeichen für Dialog und Toleranz.

Beim interreligiösen Speeddating am Vormittag sitzen sich an einer langen Tafel neben dem Zelt immer zwei sich bisher fremde Studierende gegenüber. Auf Karten wird per Zufall ein Thema zugeteilt, über das sie in den nächsten zehn Minuten gemeinsam sprechen. „Ich glaube (nicht) an...“, lautet ein Satz, den die Teilnehmenden im Austausch beenden sollen. Auf einer anderen Karte steht: „Ein Held ist für mich...“. So regen die Themenvorschläge zum Gedankenaustausch an. Auch nach Ende des Speeddatings ziehen viele einfach auf die Liegestühle um, um ihre angeregten Gespräche dort weiterzuführen.

Begegnungsort

Das Zelt des Café Abraham steht noch heute am Theodor-W.-Adorno-Platz auf dem Campus der Goethe-Uni und lädt von 9 bis 12.30 Uhr zum interreligiösen Diskurs ein.

Nach Gesprächen im und ums Zelt, inklusive einer zweiten Runde interkulturellen Speeddatings, können Interessierte um 11 Uhr an einem Interview muslimischer Studenten mit dem Vorsitzenden des Rates der Religionen in Frankfurt, Joachim Valentin, teilhaben. Um 12 Uhr endet die Aktion mit einem interreligiösen Gebet. FR

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