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Gewerbetreibende am Grüneburgweg befürchten, dass sie Kundschaft verlieren, sollte die Zahl der Parkplätze reduziert werden.
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Gewerbetreibende am Grüneburgweg befürchten, dass sie Kundschaft verlieren, sollte die Zahl der Parkplätze reduziert werden.

Westend

Frankfurt-Westend: Protest der Gewerbetreibenden

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Im Westend wird Kritik laut an Plänen zum Umbau von Grüneburgweg und Kettenhofweg. Die Straßen sollen für Radfahrende sicherer werden - dafür werden etwa Parkplätze gestrichen.

Die Pläne zum Umbau des Grüneburgwegs und des Kettenhofwegs im Westend zu fahrradfreundlichen Nebenstraßen stoßen auf Widerstand bei Gewerbetreibenden und Anwohnenden. In der Sitzung des Ortsbeirats 2 am Mittwochabend kritisierten mehrere das Vorhaben in einer langen und zum Teil hitzigen Debatte als geschäftsschädigend. Viele monierten, dass zu wenig informiert worden sei und sie nicht vorab eingebunden worden seien.

Die Pläne seien „existenzbedrohend“, sagt der Sohn eines Obst- und Gemüsehändlers auf dem Grüneburgweg. Setze die Stadt diese um, müsse sich seine Familie fragen, ob sie von ihrem Laden noch leben und die Miete bezahlen könne. Wichtig sei es, zu schauen, wie es auf dem Oeder Weg laufe, wo erste Maßnahmen zur fahrradfreundlichen Nebenstraße bereits umgesetzt sind und ebenfalls zu Protesten beim Einzelhandel führten.

Seine Kundschaft komme aus der ganzen Region und sei auf Autos angewiesen, sagt etwa Friseur Thommy Stöber. Fielen Stellplätze weg, werde sein Geschäft zurückgehen. Die Stadt müsse als Ausgleich ein Parkhaus oder eine Tiefgarage bauen, sagte Goldschmied Tibor Altmann. Auch sei der Grüneburgweg so breit, dass es eine Lösung für Radfahrende und Autos gebe, ohne Parkplätze zu streichen.

Auf dem Grüneburgweg gebe es keine Unfälle mit Radfahrenden und Autos, zweifelte ein Einzelhändler die Notwendigkeit des Umbaus an. Dem widersprach Bertram Giebeler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Er höre viele Klagen, „der Grüneburgweg ist verbesserungswürdig“. Würden Parkplätze gestrichen, sei dies nicht schlimm. Es entfielen Dauerparkplätze, dafür werde es künftig Kurzzeitparkplätze geben.

Laut Giebeler könnte der Einzelhandel mit mehr Zulauf rechnen, da die Straße für Leute, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, interessanter werde. Grünen-Politikerin Melanie Gräßner verwies auf Studien und Erfahrungen aus anderen Städten, in denen vergleichbare Veränderungen positive Auswirkungen hätten. Demnach kauften Radfahrende zwar weniger, aber dafür hochwertiger, häufiger und lokaler ein.

Gewerbetreibende des Kettenhofwegs kritisierten vor allem die geplante Umkehrung der Einbahnstraßenregelung zwischen Schumann- und Beethovenstraße. Dadurch müsste ihre Kundschaft lange Umwege in Kauf nehmen, sagte eine Apothekerin, was für mehr Abgase sorge. Auch könne der Supermarkt nicht mehr beliefert werden, der für die Nahversorgung essenziell sei.

Beide Straßen gehören zu insgesamt elf Nebenstraßen, die – basierend auf dem Radentscheid und einem Stadtverordnetenbeschluss – sicherer für Radfahrende werden sollen. Eine Entscheidung, wie sie im Detail umgestaltet werden sollen, hat der Ortsbeirat am Mittwoch nicht getroffen. Erst in der Dezember-Sitzung will er über entsprechende Anträge beraten. Mitglieder verschiedener Fraktionen sicherten zu, die Bedenken ernst zu nehmen.

Der Ortsbeirat nehme sich viel Zeit für die Beratung, sagte Vorsteher Thomas Gutmann (Grüne). In zwei Veranstaltungen seien die Pläne für die Straßen präsentiert worden. Der aktuelle Stand sei im Internet einsehbar, auch gebe es für jede Straße eine E-Mail-Adresse, um Anregungen und Kritik äußern zu können.

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