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Ein Opfer des Klimawandels: Von der alten Roteiche ist nur der Stumpf übrig geblieben. Foto: Rolf Oeser
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Ein Opfer des Klimawandels: Von der alten Roteiche ist nur der Stumpf übrig geblieben.

Klimawandel

Frankfurt: Fast 150 Jahre alte Roteiche im Grüneburgpark gefällt

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Als sie gepflanzt wurde, gab es noch einen Deutschen Kaiser: Im Grüneburgpark ist eine fast 150 Jahre alte Roteiche gefällt worden. Eine Anwohnerin ist entsetzt.

Frankfurt - Als die alte Roteiche gepflanzt wurde, hieß das deutsche Staatsoberhaupt noch Wilhelm I. In Gotha schlossen sich der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) zusammen, die sich später SPD nannte.

In Frankfurt wurde mit dem Bau der Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Mainufer begonnen, und die Stadt zählte erstmals über 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Man muss sich das vergegenwärtigen, um zu begreifen, was man vor sich sieht.

Grüneburgpark in Frankfurt: Baumstumpf bleibt von Roteiche übrig

Nichts als ein trauriger Baumstumpf und Sägespäne sind von der alten Roteiche übriggeblieben, die um das Jahr 1875 im Grüneburgpark gepflanzt wurde. Der Baum mit der Nummer 1667, der fast 150 Jahre lang neben zwei weiteren alten Eichen und einer Weiß-Esche aus dem Jahr 1886 im Nordteil des Parks stand, musste vor einer Woche gefällt werden, weil er von einem Lackporling befallen war.

Der Pilz hatte eine sogenannte Weißfäule im Stamm der Eiche verursacht, die deshalb nicht mehr standfest war. Aus Sicherheitsgründen musste der Baum daher entnommen werden, wie man das im Grünflächenamt der Stadt nennt. Einiges spricht dafür, dass die Roteiche dem Klimawandel zum Opfer gefallen ist – die Dürresommer der letzten Jahre hatten ihr massiv zugesetzt.

Frankfurt: Schädlingsbefall wurde zum Problem im Grüneburgpark

Ende Juni war der Schädlingsbefall bei einer Kontrolle bemerkt worden, Ende Juli kam ein Gutachten zu dem Schluss, die Roteiche müsse sofort gefällt werden. Wenige Tage später wurde die Eiche umgesägt – zusammen mit einer Robinie, die aus dem Jahr 1987 stammte und ebenfalls vom Lackporling befallen war. Die beiden Bäume werden nicht die letzten sein, die im Grüneburgpark fallen: Vom 30. August an sollen weitere Bäume gefällt werden, insgesamt 59.

Laut der Stadt Frankfurt waren sie allesamt der Trockenheit der vergangenen Jahre nicht gewachsen. Um die Verluste auszugleichen, sollen im Herbst immerhin 18 Bäume gepflanzt werden, darunter eine Hängebirke, ein Feldahorn und ein Trompetenbaum.

Frankfurt: Baum wurde in „Nacht-und-Nebel-Aktion“ gefällt

Doch die fast 150 Jahre alte Roteiche bringt das natürlich nicht zurück. Entsprechend entsetzt ist Gisela Becker, die nicht weit vom Grüneburgpark wohnt und den Baum seit Jahren kennt. Becker, die lange für die Flughafen-Ausbau-Gegner (FAG) in der Stadtverordnetenversammlung saß, ist davon überzeugt, dass man den Baum hätte retten können. „Er war unserer Ansicht nach standfest“, sagte Becker, die auch in der Bürgerinitiative Grüneburgpark aktiv ist, der Frankfurter Rundschau. Die Roteiche sei in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ gefällt worden, ohne im Stadtteil darüber zu sprechen. „Das geht so nicht“, findet Becker. Dass die Roteiche von einem Pilz befallen war, sei seit Jahren bekannt, anstatt sie sofort zu fällen, hätte man sie mit einem Zaun absichern und nach Alternativen suchen sollen, sagt sie.

Aus Sicht des Grünflächenamts war es jedoch nötig, den Baum zu fällen. Ein solcher Eingriff sei auch für das Amt kein Vergnügen, sagte Sprecherin Sandra Rosenkranz der FR. „Wir versuchen natürlich immer, die Bäume zu erhalten oder einen Teil davon.“ Bei eingehenden Untersuchungen der Eiche seien aber „innere Holzdefekte“ festgestellt worden, die eine Fällung notwendig gemacht hätten. Wegen der zu geringen Restwandstärke sei es auch nicht möglich gewesen, den Baumtorso als sogenannten Habitatbaum, also als Wohnung für Käfer und Vögel, stehenzulassen. (Hanning Voigts)

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