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Auch unter dem Abriss des „Sono West“ an der Bockenheimer Landstraße 55 hatte die gegenüber liegende Bettinaschule zu knabbern. 

Frankfurt-Westend

Bettinaschule im Westend putzt sich heraus

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Lange war die Fassade hinter Baugerüsten versteckt. Nun soll dort das Konterfei von Bettina von Arnim prangen.

Schon von der Bockenheimer Landstraße aus soll er zu sehen sein: der Kopf von Bettina von Arnim, Romantikerin, Bekannte von Goethe und Namensgeberin der Bettinaschule im Westend. Als großes Wandgemälde soll er knapp drei Meter über dem Eingang des Gymnasiums in Szene gesetzt werden.

„Nach der langen Zeit, in der die Schule wegen umliegender Baustellen eingerüstet war, soll das Kunstwerk endlich zur Aufwertung unseres Gebäudes beitragen“, erklärt die Schulleiterin, Elke Schinkel das Vorhaben.

Das Wandgemälde soll dabei von einem professionellen Künstler erstellt werden. Das Design des Kopfes beruht indes auf einer Skizze eines ehemaligen Kunstleistungskurs der Schule. Der hatte das Bild vor 15 Jahren zum 150-jährigen Bestehen der Schule entworfen. „Das Logo findet sich schon jetzt innerhalb der Schule wieder“, erklärt Schinkel.

Neben dem Gemälde soll die Schule auch ein Schild mit ihrem Namen bekommen. Dieses Schild, eigentlich eine Normalität für Frankfurter Schulen, hatte aufgrund des Gerüstes über Jahre gefehlt. Beides wird nicht gerade günstig, auf die Schule kommt ein hoher Betrag zu. Knapp 28 000 Euro soll das Ganze kosten. Unterstützt wird die Schule dabei von der Elternschaft sowie der Stadt.

Ortsbeirat gibt 10 000 Euro

Da trotzdem noch etwas Geld fehlt, hat sich der fürs Westend zuständige Ortsbeirat 2 entscheiden, das Gymnasium mit bis zu 10 000 Euro zu unterstützen. Während CDU und SPD sich dabei dezidiert für die Malerei aussprachen, blieb bei Grünen und Piraten ein Rest von Skepsis. „Ich empfinde die Förderung eines Wandgemäldes, dass die Schüler nicht einmal selbst zeichnen, als pädagogisch weniger wertvoll als etwa ein grünes Klassenzimmer“, sagt Daniel Brenner von der Grünen-Fraktion.

CDU-Sprecherin Christina Ringer sieht in dem Wandgemälde die Möglichkeit für ein positive Selbstidentifikation der rund 1000 Schülerinnen und Schüler – und knapp 90 Lehrkräften. „Durch eine solch ästhetische Außendarstellung, können sich die Schüler stolz auf die Namensgeberin ihrer Schule und ihr ansprechendes Gebäude sein“, sagt Ringer, die auch die Kinderbeauftragte des Ortsbeirats ist.

Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU) plädierte für die Selbstbestimmung der Schulen. „Wir sind nicht in der Position, Schulen vorzuschreiben wofür sie Geld ausgeben wollen“, so Kaufmann.

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