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Florentinerbrunnen bleibt im Holzkasten

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Von: Matthias Bittner

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Der Renaissance-Brunnen in der Bockenheimer Anlage befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Holzverschlag. Das wird auch so bleiben, bis er repariert werden kann.
Der Renaissance-Brunnen in der Bockenheimer Anlage befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Holzverschlag. Das wird auch so bleiben, bis er repariert werden kann. © Rüffer

Der Florentinerbrunnen in der Bockenheimer Anlage bleibt vorerst in einer Holzkonstruktion verschlossen. Der Magistrat lehnt eine transparente Hülle für die defekte Anlage aus Kostengründen ab. Das hatte der Ortsbeirat gefordert.

Der defekte Florentinerbrunnen in der Bockenheimer Anlage bleibt vorerst in der Holzverkleidung. Das hat der Magistrat mitgeteilt. Eine transparente Hülle wie vom Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Altstadt, Gallus, Gutleut-, Bahnhofs- und Europaviertel) gefordert stünde in der Größenordnung in keinem Kosten-Nutzner-Verhältnis, heißt es in einer Stellungnahme. Es werde aber gerne geprüft, ob es eine Alternative gebe, um den Florentinerbrunnen dennoch zeigen zu können, bis die Anlage repariert werden kann.

Angestoßen hatte den Vorstoß des Ortsbeirates die ehemalige Stadtverordnete Gisela Becker. „Der wunderschöne Renaissance-Brunnen sollte so schnell wie möglich repariert werden“, forderte sie Mitte des vergangenen Jahres. Passanten hätten sie mehrfach angesprochen. Gisela Becker weiß, dass der Brunnen defekt ist, die Wasserzufuhr das Problem ist. Das hatte ihr das zuständige Kulturamt auf ihre Anfrage geantwortet. Becker fände es sinnvoll, zumindest diese Informationen niemandem vorzuenthalten. Ihr Vorschlag: ein Plakat mit kurzer Erklärung anbringen.

Grundsätzlich sei das möglich, sagt Filiz Aydin, im Kulturamt unter anderem für die Brunnen zuständig. Zum jetzigen Zeitpunkt hält sie das aber für keine gute Idee, weil noch nicht vollständig geklärt sei, welche Schäden der Brunnen noch aufweise.

In Kooperation mit dem Amt für Bau und Immobilien müsse erst noch die Wasserzuleitung im Erdreich begutachtet werden. „Meist gesellt sich noch ein unterirdischer Schaden dazu“, weiß Aydin aus Erfahrung. Bisher stehe aber nur fest, dass die Wasserleitungen im Inneren der Figuren undicht sind. Deshalb rinne auch aus allen Fugen das Wasser heraus und schade dem empfindlichen, itailienischen Kalkstein.

Die Restaurierung sei sehr zeitaufwendig, weil es für den Florentinerbrunnen keine Ersatzteile von der Stange gibt. Einzelanfertigungen seien erforderlich. Auch müsse ein Experte ran, weil das sensible Material (Marmor und Muschelkalk) mit „Samthandschuhen“ anzufassen sei.

Das alles hat seinen Preis. Eine Kostenschätzung sei in Vorbereitung, bevor die Arbeiten dann vergeben würden. Klar ist nur, dass die nötige Instandsetzung den Etat des Kulturamtes enorm strapaziert. Für Unterhalt, Reparatur, Reinigung, Stromkosten und dergleichen stehen dem Kulturamt nur 321 000 Euro jährlich zur Verfügung. „Bedenkt man, dass eine Pumpe schon 10 000 Euro kostet, wird schnell klar, dass man damit nicht weit kommt“, bedauert Aydin.

150 Brunnen, um die sich die Stadt kümmert, gibt es in Frankfurt laut Filiz Aydin. Für 40 in Grünanlagen, Parks oder Stadtwald ist das Grünflächenamt zuständig.

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