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Drogenszene breitet sich im Westend aus – Druck auf Stadt Frankfurt wächst

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Auf dem Spielplatz, der sich am Elsa-Brändström-Platz im Westend befindet, wurden öfter Spritzen von Drogenkonsumenten gefunden.
Auf dem Spielplatz, der sich am Elsa-Brändström-Platz im Westend befindet, wurden öfter Spritzen von Drogenkonsumenten gefunden. © Monika Müller

Im südlichen Frankfurter Westend kommt es nach Ansicht des Ortsbeirat zunehmend zu Problemen durch den Konsum harter Drogen auf offener Straße.

Frankfurt – Im südlichen Westend kommt es nach Ansicht des Ortsbeirats 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) zunehmend zu Problemen durch den Konsum von harten Drogen auf offener Straße. Das Stadtteilgremium hat sich deshalb mit einem Antrag von Grüne, SPD und Linke mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass die Stadt Frankfurt tätig werden muss, um Drogenkranken zu helfen und Anwohnende zu schützen.

Parks und Spielplätze müssten demnach häufiger gereinigt und Mülleimer öfter geleert werden, um spielende Kinder vor den „teilweise gefährlichen Hinterlassenschaften“ der Abhängigen zu schützen und anhaltende Vermüllung zu verhindern, fordert das Gremium. Die aufsuchende Sozialarbeit soll verstärkt darauf hinwirken, dass die Rauschgiftkonsumierenden ihre Utensilien nicht liegen lassen, sondern bei den entsprechenden Stellen entsorgen. Nötig seien langfristige und nachhaltige Lösungen, die die Stadt Frankfurt prüfen und umsetzen soll.

Frankfurt: Anwohner beschweren sich wegen Drogenutensilien auf Spielplatz

Sicherstellen soll die Verwaltung nach dem Willen des Ortsbeirats, dass Drogenkonsumierende nicht mehr vom Bahnhofsviertel in das südliche Westend verdrängt werden. Stattdessen müssten sie „in den bestehenden Einrichtungen angemessen betreut und versorgt werden“. Die Frankfurter Stadtteilpolitiker:innen wollen, dass bei Bedarf die Bedingungen in den Unterkünften für Drogenkranke angepasst werden, dass diese nicht länger in den Wohngebieten schlafen. Zudem soll die aufsuchende Sozialarbeit überprüft, angepasst und gegebenenfalls temporär auf das südliche Westend ausgeweitet werden.

Auslöser für den Antrag waren Beschwerden von Anwohnenden rings um den Elsa-Brändström-Platz, nachdem auf dem dortigen Spielplatz mehrfach Drogenutensilien gefunden worden waren, erklärt Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Haus. Inzwischen sei dort nichts mehr vorgefallen, da es regelmäßig Kontrollen gebe. Das bestätigt der zuständige Schutzmann vor Ort, Dennis Metz, auf Anfrage. Das Viertel werde weiter bestreift. „Wir reagieren sofort, wenn da wieder etwas aufpoppt.“

Frankfurt: Druck im Bahnhofsviertel treibt Drogen-Szene ins Westend

Nach Ansicht des Ortsbeirats muss das Problem „ganzheitlich betrachtet und angegangen werden“, sagt Katrin Haus. Durch die Gentrifizierung des Frankfurter Bahnhofsviertels würden Drogenkranke in weite Teile des südlichen Westends verdrängt. Zudem habe sich seit Beginn der Pandemie die Situation von Drogenabhängigen deutlich verschlechtert. So gebe es weniger ambulante und stationäre Hilfsangebote, heißt es in der Begründung der Vorlage.

Infolgedessen sei offener Konsum harter Drogen, entsprechende Hinterlassenschaften und das Nächtigen im Freien im und rund um das Frankfurter Bahnhofsviertel ein zunehmendes Problem und Ärgernis für Anwohnende. Da der Druck auf die Konsumierenden innerhalb des Bahnhofsviertels steige, kommt es nach Ansicht des Ortsbeirats zu einer Verdrängung in die umliegenden Quartiere wie das südliche Westend.

Frankfurt: „Mit Trägern der Drogenhilfe im Austausch“

Die Anfrage des Ortsbeirats 2 werde derzeit geprüft, teilt Kirsten Gerstner vom Gesundheitsdezernat mit. „Mit den Trägern der Drogenhilfe sind wir im fortwährenden Austausch“, unter anderem um drogenkranke Menschen zu motivieren, die bestehenden vielfältigen Hilfsangebote der Drogenhilfe in Frankfurt anzunehmen. „Die Situation im ans Bahnhofsviertel angrenzende Westend wird bereits seit längerem beobachtet und bearbeitet, die aufsuchende Sozialarbeit sowie Landes- und Stadtpolizei, Präventionsrat und Reinigungskräfte der Stadt sind regelmäßig vor Ort.“ Der Brändström-Platz etwa werde häufiger gereinigt.

Ökolinx stimmte gegen die Vorlage. CDU und FDP enthielten sich. Sie hatten einen eigenen Antrag zu dem Thema eingebracht, der keine Mehrheit fand. Die Situation der Drogenkranken spielt darin keine Rolle.

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