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Spaß auf der Doppelschaukel.

Westend

Dornröschen erwacht

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Die Stadt saniert für 340.000 Euro den Spielplatz Körnerwiese. Lümmelbänke für Jugendliche zieren die Grünanlage.

Für Selma steht fest: Der neu gestaltete Spielplatz an der Straße Auf der Körnerwiese ist gelungen. „Vorher war es hier total langweilig“, sagt die Zehnjährige und schaut auf die in hellem Holz gehaltenen Klettergerüste.

Schaukel, Rutsche, Wippe: mehr habe es früher nicht gegeben. Nun wurden eine kleine und eine größere Rutsche errichtet. Die Größere führt an einem von zwei Klettertürmen herunter. Beide Rutschen stehen in abgetrennten Bereichen für jüngere und ältere Kinder. Eröffnung ist am Donnerstagnachmittag. Selma gefällt am besten die neue Doppel-Schaukel, weil sie darin mit ihren beiden jüngeren Schwestern Mara (8) und Romy (5) zusammen sitzen könne.

„Das war ein ziemlich karger Platz wie im Dornröschen-Schlaf“, sagt Christina Ringer, Kinderbeauftragte im Westend. Viele kleine Kinder hätten sich nicht mehr dorthin getraut, weil häufig Jugendliche den Platz belegten. Für die sind nun hinter dem Zaun des Spielplatzes Aufenthaltsangebote geschaffen worden. „Lümmel-Bänke“, nennt der Leiter des Grünflächenamtes, Stephan Heldmann, die Sitzmöglichkeiten aus Metall, ohne Lehne, aber mit Fußstützen.

Louisa macht den Sitz-Test. „Gemütlich“, befindet die 14-Jährige. Sie wohnt direkt gegenüber und habe viele Erinnerungen an den alten Platz. „Ich mochte ihn schon so“, sagt sie. Künftig wolle sie ihre achtjährige Schwester zum Spielplatz begleiten.

Genauso wie die Klettergerüste erstrahlen auch die zahlreichen Bänke auf dem Spielplatz und in der Grünanlage davor in hellem Holz. „Wir haben Douglasie verwendet, die man nicht mehr lasieren muss“, sagt Heldmann. 340 000 Euro habe die Sanierung gekostet. Zwar habe der Umbau „ein bisschen mehr Geld gekostet“, sei dafür aber auch nachhaltig gestaltet. Ortsvorsteher Axel Kaufmann sagt, dass der neue Platz „Aufenthaltsqualität für verschiedene Altersgruppen“, neben Kindern und Jugendlichen – auch für Senioren – biete.

Auf einer der neuen Bänke sitzt Linda Ohlenschläger mit ihrem dreijährigen Sohn Constantin, vor ihr das erst wenige Monate alte Baby im Kinderwagen. „Wir haben schon die ganze Zeit sehnsüchtig gewartet“, sagt Ohlenschläger. Der „Rothschild-Spielplatz“ sei meist überfüllt, fügt sie hinzu. „Vorher waren wir schon ganz oft hier“. Doch sie habe es als wenig angenehm empfunden, weil sie häufig Obdachlose auf dem Spielplatz angetroffen hätten. Nun hofft die 33-Jährige, dass der neue Zaun und die verschließbaren Tore für „Abschreckung“ sorgen. An der Neugestaltung schätzt sie außerdem die Bepflanzung. „Gepflegt und vielfältig für Krabbelkinder und Größere“ sei der Platz.

Wie der Junior den neuen Spielplatz findet, will er noch nicht verraten. Aber er weiß schon, was ihm am besten gefällt und zeigt auf die große Rutsche. Im Nu ist er über ein Kletternetz auf den Turm gekraxelt und wieder hinunter gerutscht.

Auch die drei Schwestern zieht es in die Höhe. Ebenfalls in Windeseile erklimmt das Trio den Kletterturm, die mittlere Schwester und „Kletter-Max“ Mara über eine Stange zum Hochhangeln. „Ich find’s hier cool“, ruft sie von oben. Sie haben den Platz auch lange genug herbei gesehnt.

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