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Ärger über Kiosk am Mitscherlich-Platz

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Von: Boris Schlepper

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Der Platz befindet sich schon lange in seinem desolaten Zustand.
Der Platz befindet sich schon lange in seinem desolaten Zustand. © Rolf Oeser

Ortsvorsteher Thomas Gutmann befürchtet, dass auf dem Mitscherlich-Platz ein „Schickimicki“-;Kosk entsteht. Dagegen kämpft auch eine Initiative.

Wenn Thomas Gutmann über den Mitscherlich-Platz und den dortigen Kiosk spricht, wird er schnell ungehalten. Seit Langem schon setzt sich der grüne Vorsteher des Ortsbeirats 2 (Bockenheim Kuhwald, Westend) zusammen mit der Initiative Mitscherlich-Platz dafür ein, dass das Areal neben dem im Umbau befindlichen ehemaligen Hochhaus am Park endlich wieder eine würdevolle Gestaltung erfährt. Derzeit befinde sich die nach dem Psychoanalytiker-Paar Alexander und Margarete Mitscherlich benannte Fläche in einen trostlosen Zustand.

Im Sommer vergangenen Jahres hat sich das Stadtteilgremium deshalb dafür ausgesprochen, dass die Stadt den Mietvertrag für das Grundstück kündigt, auf dem der Kiosk steht. Das Wasserhäuschen, das wiederum dem Investor gehört, der das angrenzende Hotel baut, soll die Stadt zurückkaufen und selbst verpachten. Doch noch immer habe der Ortsbeirat keine Reaktion erhalten, schimpft Gutmann. Obwohl die Verwaltung angehalten sei, innerhalb von drei Monaten zu antworten.

Er geht davon aus, dass die Forderung des Gremiums und der Initiative ignoriert wurde und die Stadt sich bereits geeinigt habe, so der Ortsvorsteher, „das ist alles schon eingefädelt“. Dafür spreche auch, dass ihm eine städtische Mitarbeiterin mitgeteilt habe, dass es Absprachen gebe, wonach der 2024 auslaufende Vertrag für das Kiosk-Grundstück am Grüneburgweg verlängert werde, wenn der Pächter dafür die Kosten einer nötigen Kanalsanierung übernehme. Diese lägen bei rund 150 000 Euro. Gutmann ist sicher, dass es dann einen „Schickimicki“-Kiosk geben werde, „das hat mit einem klassischen Wasserhäuschen nichts zu tun“.

Für einen regulären Betrieb des Wasserhäuschens sei eine Sanierung des Kanals notwendig, sagt Markus Radermacher vom Dezernat Bildung, Immobilien und Neues Bauen. „Hierüber sprechen wir mit dem derzeitigen Betreiber, der über einen noch laufenden Vertrag verfügt.“ Die Beschlüsse des Ortsbeirats und die Position der Mitscherlich-Initiative zu einer angemessenen Platzgestaltung und Nutzung des Kiosks seien bekannt. „Das sind auch für uns sehr maßgebende Bewertungskriterien für das derzeitige und ein zukünftiges Pachtverhältnis“, so Radermacher. Über den Betrieb des Kiosks nach Ende der Bauzeit sei aber bislang noch nicht entschieden.

Die Initiative, die sich seit 2013 für ein Gedenken an die Mitscherlichs einsetzt, will vor allem verhindern, dass der Kiosk etwa als „Champagner-Halle“ des künftigen Hotels genutzt wird, sagt Mitglied Mathis Bromberger. Nötig sei vielmehr ein engagierter Pächter oder eine engagierte Pächterin, die das Büdchen im Sinne der Mitscherlichs betreibe, damit dort auch Studierende der nahen Uni etwas zu vernünftigen Preisen kaufen können. Dem habe auch die temporäre Zwischennutzung des Wasserhäuschen im Sommer widersprochen.

Im August hatte dort ein „Pop-Up-Kiosk“ aufgemacht. Die Bristol Bar aus dem Bahnhofsviertel hatte das Gebäude als Ausweichlocation genutzt, sagt Branimir Hrkac von der Gekko Group, zu der die Bar gehört sowie das Hotel, das voraussichtlich im kommenden Jahr neben dem Platz eröffnet wird. Nötig sei dies nur im Sommer gewesen, in der die Bar geschlossen hatte.

Der Ortsbeirat 2 trifft sich am Montag, 10. Oktober, 19 Uhr, in der katholischen Gemeinde Frauenfrieden, Zeppelinallee 101, in Bockenheim. Mitglieder des Verkehrsclubs Deutschland sind eingeladen und stellen das Konzept der „Superblocks“ als Möglichkeit der Verkehrsberuhigung der Leipziger Straße und umliegender Straßen vor. Darüber hinaus präsentieren Vertreterinnen und Vertreter des Radentscheids Frankfurt „Siglinde“ als ein Modell für kleine Kreuzungen.

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