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Die Gärtnerin inmitten der bunten Pracht.

Westend

Ein Paradies im Vorgarten

  • vonPia Henderkes-Loeckle
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Inge Moscherosch hat vor ihrem Haus eine farbenfrohe Blütenpracht angepflanzt. Das freut nicht nur sie, immer wieder bleiben begeisterte Passanten stehen.

Während im Hintergrund die Geräusche eines Presslufthammers zu hören sind, summen Bienen und brummen Hummeln im Garten vor dem Haus. Statt der üblichen pflegeleichten grünen Bodendecker hat Inge Moscherosch hier ein farbenprächtiges Blumenparadies aus englischen Rosen, Dahlien, Wegwarte, Storchenschnäbeln, japanischen Anemonen, Phlox, Sonnenhut, fleißigen Lieschen und anderen einjährigen Blühpflanzen. „Das war schon harte Arbeit“ erzählt Inge Moscherosch, vor allem wegen der verzweigten Wurzeln, die alle raus mussten.

Die Mühe habe sich gelohnt, die Rückenschmerzen seien vergessen. Nun freue sie sich täglich über die Blütenpracht, auf die sie von ihrem Balkon aus schauen kann. Aber nicht nur sie. „Immer wieder sehe ich in den Gesichtern von Passanten Freude aufleuchten, wenn sie den blühenden Vorgarten entdecken“, sagt die 82-Jährige. Oft würden auch Fotos gemacht. Und es entwickeln sich Gespräche. Eine Passantin habe ihr vorgeschlagen die Wegwarte in ihr Blumenparadies aufzunehmen. „Diese Pflanze kannte ich noch gar nicht“, sagt sie. Nun blüht die zart-lila Wegwarte vor üppigen weißen, pinken und dunkelroten Rosenstöcken.

Bunte Blumen dicht an dicht.

Seit 44 Jahren wohnt die ehemalige Stewardess an der Ecke Kettenhofweg / Lessingstraße. Ihre Leidenschaft fürs Gärtnern hat sie vor über 20 Jahren entdeckt. Damals hat sie den Innenhof der Wohnanlage neu gestaltet: Rosen, Hortensien und andere Blühstauden sowie ein Kräuterbeet umrahmen seither die Rasenfläche mit einer Wippe, einem Sandkasten und einer Sitzgruppe aus Holz. Als der Vermieter, die ABG, 2005 im hauseigenen Mietermagazin „Schellekloppe“ dazu aufrief, sich mit der eigenen Gartengestaltung für einen Wettbewerb zu melden, hat Inge Moscherosch nicht gezögert. Für ihre blütenreiche Bepflanzung hat sie den ersten Preis erhalten. „Dass waren 300 Euro und eine Urkunde“, erinnert sich die Hobbygärtnerin stolz. Damals wie heute hat sie die Pflanzen auf eigene Kosten gekauft. Ihr Credo: Ich als Bürger kann dazu beitragen, meinen Stadtteil zu verschönern. Und die Luft in der Stadt zu verbessern. Auch wenn sie den Begriff Urban Gardening nicht kennt, die Bepflanzung von freien Flächen und Dächern in der Stadt findet sie großartig.

In dem über Eck gebauten Wohnensemble leben insgesamt zehn Familien. „Ich habe hier zwei sehr interessierte Kinder in der Nachbarschaft“, erzählt Moscherosch. Die sechsjährige Ella helfe ihr fleißig im Garten. Und deshalb haben die beiden zwischen den Blumen im Innenhof ein bisschen Platz geschaffen: für Erdbeeren, Tomaten und Kürbis. Jeden Tag schaue die Kleine nach den Tomaten, freut sich Moscherosch. Der vierjährige Leonhard versorge täglich die Vögeltränke mit frischem Wasser.

„Mich fasziniert das Wachstum der Pflanzen, die nur ein bisschen Erde und Wasser brauchen um ihr Dasein zu vollenden“, sagt Inge Moscherosch mit Blick auf die Blütenpracht vor ihrem Haus. Und fügt hinzu: „Bei all den täglichen Schreckensnachrichten inspiriert mich der Garten positiv zu denken.“

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