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Der Stich der Wespe ruft bei 3,5 Prozent der Bevölkerung schwere allergische Reaktionen aus.
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Der Stich der Wespe ruft bei 3,5 Prozent der Bevölkerung schwere allergische Reaktionen aus.

Wespen

Wespen-Stich kann tödlich sein

  • Friederike Tinnappel
    VonFriederike Tinnappel
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Oberärzte der Frankfurter Uniklinik klären im Interview mit der Frankfurter Rundschau über die Risiken beim Umgang mit Wespen auf. Denn ein Stich kann durchaus tödlich sein.

Eine Kollegin wird auf dem Weg zur Arbeit von einer Wespe in den Unterarm gestochen. Schnell schwillt der Arm an, wird rot und tut weh. Ist das gefährlich?
In der Regel nicht, sagen die Hautärztin Eva Valesky und der Anästhesiologe Gösta Lotz. Solche „örtlichen Reaktionen“ ließen sich fast immer ohne ärztliche Hilfe behandeln – mit einem Wärmestift, der allerdings sofort zum Einsatz kommen muss, mit feuchten Tüchern oder Hausmitteln wie Zwiebeln, Essig oder Gänseblümchensaft.

Laut Statistik sterben jährlich bundesweit 20 Menschen nach einem Wespen- oder Bienenstich. Wie kann das passieren?
Etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung reagieren mit einer „systemischen Reaktion“ auf den Stich: Die Herzfrequenz steigt an, es kann zu Erbrechen und Krämpfen kommen, zu Atemnot und Kreislaufstillstand. Dann muss über Telefon 112 sofort ein Notarzt gerufen werden.

Was kann man selber tun?
Gegebenenfalls sollte Erste Hilfe geleistet werden. Wenn der Patient unter Schock steht, die Beine hoch und den Kopf tief lagern. Bei Bewusstlosigkeit den Patienten in die stabile Seitenlage bringen, wenn er nicht mehr atmet, mit der Reanimation beginnen.

Wann treten solche allergischen Reaktionen auf?
Meistens bereits in den ersten zwei Stunden nach dem Stich. Sie können aber auch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.

Wenn der Notarzt eingetroffen ist, wie geht es dann weiter?
Mit viel Flüssigkeit, Cortison, Adrenalin und Antihistaminika wird der Patient stabilisiert und ins Krankenhaus gebracht.

Und was passiert im Krankenhaus?
Mit einem Blut- und einem Hauttest wird herausgefunden, ob der Patient auf Wespen- oder auf Bienenstiche allergisch reagiert. Er bekommt ein Notfallset und eine kleine Schulung, wie damit umzugehen ist sowie die Ratschläge, wie Stiche vermieden werden können.

Kann man diese bedrohliche Überempfindlichkeit des Immunsystems behandeln?
Die Allergologen bieten eine Immuntherapie für Bienen- und eben auch für Wespenstiche an. Während der Therapie erhält der Patient alle sechs Wochen über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren eine bestimmte Dosis mit dem Insektengift – bis man erfahrungsgemäß davon ausgehen kann, dass sich das Immunsystem an die Substanz gewöhnt hat.

Wie hoch ist die Erfolgsquote?
Bei der Wespen-Therapie liegt sie bei 95 Prozent, bei den Bienen bei 85 bis 95 Prozent. Das Problem ist, dass es keinen Blut- oder Hauttest gibt, um den Erfolg zu beweisen. Deshalb wenden wir die Lebendstichprovokation an.

Das hört sich irgendwie gefährlich an. Was ist eine Lebendstichprovokation?
Wir setzen eine Biene oder eine Wespe auf den Oberarm des Patienten und lassen sie stechen.

Und das machen die einfach so?
Man muss sie mit der Pinzette schon ein bisschen ärgern. Die eher friedliche Biene etwas mehr als die Wespe. Ein Arzt ist dabei noch nie gestochen worden.

Und wo kommen die Tiere für dieses Verfahren her?
Die Bienen bekommen wir vom Bieneninstitut in Oberursel und die Wespen werden von Mitarbeitern des Universitätsklinikums eingefangen.

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