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Essen ist kein Abfall. Gerettete Lebensmittel am Foodsharing-Stand in der Goethe-Uni.

Abfallvermeidung

Woche der Abfallvermeidung in Frankfurt: Wertschätzen statt wegwerfen 

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Die Woche der Abfallvermeidung hat begonnen. Es gibt jede Menge Aktionen bis zum 30. November und viele Gelegenheiten, sich an die eigene Nase zu packen.

Beate Siegler lebt seit knapp vier Jahren ohne Plastik und seit drei Jahren praktisch ohne Müll. Elen Mary Machado läuft jeden Mittwoch barfuß 6,6 Kilometer durch den Grüneburgpark, integriert gern Zugezogene und fördert damit den Bau von Trinkwasserbrunnen in Brasilien. Warum sie das tun, ist allen klar am Freitag zum Auftakt der Woche der Abfallvermeidung: Sie wollen die Umwelt schützen – zurzeit ganz speziell vor vermeidbarem Müll.

Bis zum 30. November wird es dazu in Frankfurt viele Veranstaltungen geben, so lange dauert die Aktionswoche. Eigentlich ist sie eine europäische Woche und beginnt erst am heutigen Samstag, aber Frankfurt war so frei, schon einen Tag früher zu beginnen: auf dem Uni-Campus Westend. „Wir wollen das Thema an die jungen Leute heranbringen“, sagt Monika Dorn, Marketingfrau der veranstaltenden Müllentsorgerin FES.

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung hat in diesem Jahr das Motto: „Wertschätzen statt Wegwerfen – miteinander und voneinander lernen“ und dauert in Frankfurt zwei Wochen.

Auf dem Programm steht beispielsweise am Samstag, 16. November, ein Festival für Upcyclingmode – also Kleider aus wiederverwerteten Materialien – mit Modenschau, von 12 bis 20 Uhr im Second-Hand-Warenhaus Neufundland, Lärchenstraße 135. 

Am Sonntag geht es ums Plastiksparen im Supermarkt. Beate Siegler (Leben ohne Müll) und Petra Kress (Plastik sparen) geben Tipps und diskutieren im Begegnungszentrum Aßlarer Straße 3. 

Und zwar freundlich. „Wir sollten mit der Umwelt freundlich umgehen“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), wie in den Vorjahren Schirmherrin der Antiabfallwoche. Die Umweltfreundlichkeit habe stark nachgelassen, beklagt sie. „Das erkennt man daran, dass die Leute ihr Zeug in das wunderschöne Wohnzimmer Frankfurt werfen.“ Warum? Selbst die Sauberkeitskampagne „Cleanffm“ habe es noch nicht ergründen können, sagt die Stadträtin: „Wir haben keine Antwort darauf.“ Also gelte es weiter aufzuklären: „Jeder packe sich an die eigene Nase, ob er wirklich so viel Plastik einkaufen muss.“

Das täten die Leute von „Goethes Green Office“ an der Uni seit einem Jahr, sagt Sprecher und Politikstudent David Delto. „Die Resonanz ist positiv, aber der Weg ist noch weit.“ Nächstes Ziel ist ein Nachhaltigkeitsbüro an der Uni, die Raumsuche läuft, und am liebsten eine feste Personalstelle. Bis dahin fungiert die Gruppe als beratendes Gremium und backt exzellenten veganen Kuchen.

Gut ein Dutzend Initiativen und Unternehmen sind es, die sich am Freitag zum Auftakt der Aktionswoche vor der Uni-Mensa den Studierenden vorstellen, vom Unverpackt-Laden über den Verein Umweltlernen bis zur Stadtbücherei. „Bücher leihen ist nachhaltiger als kaufen“, sagt Sachgebietsleiterin Sabine Kikau-Haver. Ein Quiz zum Thema „Wo ist überall Mikroplastik drin?“ führt das Umweltdesaster präzise vor Augen: So weit haben wir die Welt schon verseucht.

Unter den acht Personen, die ihre Projekte zum Auftakt präsentieren, liegt der Frauenanteil übrigens bei: acht. „Der Bereich ist sehr weiblich“, kommentiert Heilig. Das ließe sich ändern: Die Stadt sucht Sauberkeitsbotschafter (13 Euro die Stunde). Natürlich auch Sauberkeitsbotschafterinnen. Bewerben: personal@sfg-frankfurt.de.

Alle Termine unter www.fes-frankfurt.de/ewav.

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